1960-1980


Von Tiefkühlgerichten zu Pharmazeutika


Firmenübernahmen ermöglichen es Nestlé, in neue, schnell wachsende Geschäftsfelder wie die Tiefkühlkost zu expandieren und die traditionellen Geschäftsfelder Milch, Kaffee und Fertiggerichte in Dosen auszubauen. In den 1970er Jahren diversifiziert das Unternehmen zu Pharmazeutika und Kosmetika. Das Unternehmen zieht Kritik durch Aktivistengruppen auf sich, die dem Unternehmen vorwerfen, dass das Marketing von Säuglingsnahrung unmoralisch sei. Nestlé wird sich später als erster Anbieter von Säuglingsmilchnahrungen weltweit dazu verpflichten, den 1981 verabschiedeten WHO-Kodex und die Umsetzung in nationale Gesetzgebungen einzuhalten.

1960


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Mit der steigenden Zahl von Haushalten, die einen Gefrierschrank kaufen, steigt die Nachfrage nach Glace. Nestlé kauft den deutschen Produzenten Jopa und die französische Fabrik Heudebert-Gervais, um Nutzen aus diesem Wachstum zu ziehen; 1962 kommt die Schweizer Marke Frisco hinzu. Das Unternehmen erwirbt zudem die britische Firma Crosse & Blackwell, die Fertiggerichte in Dosen herstellt.


1962


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Nestlé kauft die Tiefkühlkostmarke Findus vom schwedischen Hersteller Marabou und dehnt die Marke auf internationale Märkte aus. Ab 1945 ist Findus eines der ersten Unternehmen, die Tiefkühlgerichte in Europa verkaufen.


1968

Gekühlte Milchprodukte werden immer populärer, deshalb kauft Nestlé den französischen Joghurthersteller Chambourcy. In den frühen 1970er Jahren lanciert Nestlé die Joghurtmarken Sveltesse, die gesundheits- und kalorienbewusste Konsumentinnen und Konsumenten anspricht.


1969

Nestlé betritt das Mineralwassergeschäft mit dem Erwerb von Anteilen der französischen Wassermarke Vittel.


1971

Nestlé übernimmt die Milchfirma Société Laitière des Alpes Bernoises in Konolfingen (Stalden-Crème). Nestlé Findus fusioniert in der Schweiz mit Roco Frisco. Daraus entsteht die auf Glace und Tiefkühlprodukte spezialisierte Frisco-Findus in Rorschach.


1973

Mit dem Ziel, das Portfolio an Dosen- und Tiefkühlgerichten in angelsächsischen Märkten zu erweitern, übernimmt Nestlé das US-amerikanische Tiefkühlkostunternehmen Stouffer. 1976 kommt der Dosengerichtehersteller Libby, McNeill & Libby hinzu.


1974

Zum ersten Mal diversifiziert sich Nestlé über die bekannten Bereiche Essen und Trinken hinaus und wird ein Minderheitsaktionär des globalen Kosmetikunternehmens L’Oréal.


1977

Unter dem neuen Namen Nestlé S.A. setzt das Unternehmen die Diversifikationsstrategie fort und kauft den US-Pharmazeutika- und Augenheilmittelhersteller Alcon Laboratories. Abnehmende Stillraten veranlassen Aktivisten, die Marketingstrategien für Babynahrung von Unternehmen wie Nestlé zu hinterfragen. 1977 rufen sie zu einem Boykott von Nestlé-Produkten auf.