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Verantwortungsvoll produziertes Palmöl

Palmöl ist das kostengünstigste, vielseitigste und meistproduzierte Pflanzenöl. Wenn es verantwortungsbewusst produziert wird, kann es Millionen von Menschen eine Lebensgrundlage bieten und den Druck auf Wälder und empfindliche Ökosysteme reduzieren.

 

Wir verwenden Palmöl als Zutat in vielen unserer Lebensmittel.

Um die Nachhaltigkeit unseres Palmöls über die gesamte Lieferkette zu gewährleisten, müssen wir zunächst verstehen, woher das Palmöl kommt und wie es produziert wird. Wir kaufen bei Verarbeitungsunternehmen ein, die Palmöl in Malaysia, Indonesien, Lateinamerika und Westafrika beziehen. Dabei arbeiten wir eng mit Partnern, Lieferanten und Mitbewerbern in der Branche sowie mit unabhängigen Expertenorganisationen zusammen, um die ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen kontinuierlich zu verbessern.

Unser Weg zu nachhaltigem Palmöl

97%

rückverfolgbar bis zur Fabrik

68%

rückverfolgbar bis zur Plantage

71%

nachhaltig produziert

 

Stand 2021

90.4%

als entwaldungsfrei bewertet

423

Kilotonnen als entwaldungsfrei bewertet

Nachhaltiges Palmöl ohne Entwaldung

Wir arbeiten mit unseren Lieferanten und Partnern daran, unser Palmöl nachhaltig zu machen. Dazu gehört auch der Kampf gegen Entwaldung und Abholzung, für den wir in den letzten zehn Jahren verschiedene Instrumente eingesetzt haben: von der Kartierung von Lieferketten über Zertifizierungen und Satellitenüberwachung bis hin zu Vor-Ort-Besichtigungen.

Eine abholzungsfreie Lieferkette ist die Grundlage unserer Forest Positive-Strategie, bei der nachhaltige Landschaften und die Existenzgrundlage für die Menschen vor Ort geschaffen werden. Auch das gehört zu unserem Weg zur „Grünen Null“.

Wegweisende Satellitentechnologie gegen Abholzung

In Zusammenarbeit mit Airbus und der Earthworm Foundation haben wir Starling eingeführt – ein satellitengestützter Dienst, der 100 % unserer weltweiten Palmöl-Lieferketten überwacht. Starling liefert hochdetaillierte Aufnahmen von über 8.000 Farmgrenzen und mehr als 1.700 Ölmühlen. So können wir feststellen, ob Gebiete nachweislich frei von Abholzung oder ob weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Mithilfe der Daten von Starling haben wir eine Transparenz-Website erstellt, um über unsere Fortschritte bei der Herstellung von entwaldungsfreiem Palmöl zu informieren und unsere Erkenntnisse weiterzugeben.

Pflege der Landschaft

Unsere Erfahrung zeigt, dass wir eine nachhaltige Produktion nicht allein durch Massnahmen an unseren Standorten erreichen. Auch die natürlichen Landschaften sowie die Betriebe, Gemeinden und Verarbeitungsanlagen im Umland müssen miteinbezogen werden. Darum konzentrieren wir uns zunehmend auf umfassende Landschaftsinitiativen für mehr Nachhaltigkeit, in die wir auch andere Interessengruppen und Branchen miteinbeziehen.

Zwei Beispiele machen es deutlich: In Indonesien arbeiten wir mit der Earthworm Foundation und mehreren anderen Unternehmen zusammen. So unterstützen wirz. B. in Aceh Tamiang lokale Gemeinschaften dabei, eine nachhaltige Nutzung von Land zu etablieren und Abholzung zu beenden.

Eine weitere Initiative ist das Mexico Palm Oil Holistic Program, bei der Nestlé, PepsiCo, Oleopalma, RSPO, Proforest und Femexpalma die nachhaltige Entwicklung der mexikanischen Palmöl-Produktion unterstützen. Dieses Programm wurde 2017 ins Leben gerufen und Nestlé trat 2018 bei.

Die Ziele sind unter anderem:

  • Kleinbauern einbinden, stärken und gegenüber Marktveränderungen absichern.
  • Neue Wege finden, um Wälder zu schützen und die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern.
  • Praktiken gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur umsetzen.

Wiederaufforstung

Wir kämpfen nicht nur gegen weitere Abholzung, sondern arbeiten auch daran, Wälder und anderen wichtige Ökosysteme wiederherzustellen. Im Jahr 2021 haben wir unsere Investitionen dafür erhöht. Gleichzeitig gehen wir neue Wege, um Naturschutz zu finanzieren und mit gezielten Aktionen Gutes für Menschen, Klima und Natur zu tun.

Bereits im Jahr 2020 kündigte Nestlé Malaysia an, in den nächsten drei Jahren drei Millionen Bäume zu pflanzen. Das Projekt RELeaf ist eine Wiederaufforstungsinitiative in Palmöl produzierenden Landschaften in Sabah und auf der malaysischen Halbinsel. Der Schwerpunkt liegt darauf, Flussuferzonen und Waldökosysteme wiederherzustellen. Damit wollen wir Korridore für Wildtiere schaffen, Konflikte zwischen Mensch und Tier vermeiden und wichtige Wasservorräte schützen. Nachdem es zu Verzögerungen aufgrund von Covid-19-Beschränkungen gekommen war, wird die Bepflanzung nun beschleunigt.

Schritt für Schritt besser werden

Wir möchten die Nachhaltigkeit unserer gesamten Lieferkette bis hin zu den Kleinbauern kontinuierlich verbessern. Dazu arbeiten wir auch mit Partnern zusammen, um Lieferanten zu qualifizieren und Potenziale aufzudecken. Möglichkeiten zur Verbesserung werden anschliessend über konkrete Aktionspläne mit definierten Meilensteinen und Fristen umgesetzt.

Wenn ein Lieferant Probleme nicht löst oder vereinbarte Fristen nicht einhält, ergreifen wir Massnahmen. So haben wir seit 2018 die folgenden 14 Unternehmen aus unserer Lieferkette entfernt.

  • DTK Opportunity
  • Korindo Group
  • Indonusa
  • PACIFIC INTER-LINK (HSA)
  • PTT Green Plc
  • Salim Group/Indofood
  • Noble
  • Posco Daewoo
  • Cilandri Anky Abadi
  • PT. Indo Sawit Perkasa
  • PT. Kallista Alam
  • PT. Laot Bangko
  • PT. Surya Panen Subur
  • Samling

  • Einhaltung der Nestlé Standards für verantwortungsvolle Beschaffung
  • Einhaltung der lokalen Gesetze und Vorschriften
  • Keine Nutzung von nach dem 31.12.2015 gerodeten Naturwaldflächen
  • Respektierung des Rechts lokaler und indigener Gemeinschaften auf freie, vorherige und informierte Zustimmung
  • Schutz von Landflächen mit hoher Speicherung von Kohlenstoff
  • Schutz von Torfgebieten

Transparente Lieferketten

Aktuell können wir 97 % unseres Palmöls bis zur Fabrik zurückverfolgen. Um aber die Anbaubedingungen vor Ort noch besser beurteilen und kontrollieren zu können, möchten wir in Zukunft die Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage ermöglichen.

Für mehr Transparenz innerhalb der Branche haben wir eine Liste unserer Top-Palmöl-Lieferanten, ihrer Herkunftsländer und der Fabriken in unserer Lieferkette veröffentlicht.

Schutz von Kindern und Arbeitenden

Pläne und Partner für Verbesserungen

In der Vergangenheit haben wir mit dem Dänischen Institut für Menschenrechte und der Earthworm Foundation zusammengearbeitet, um die Menschen- und Arbeitsrechte in der indonesischen Palmöl-Versorgungskette von Nestlé zu untersuchen und unseren ersten umfassenden Aktionsplan zu entwickeln.

In einem weiteren Schritt gingen wir eine Partnerschaft mit dem Menschenrechtsspezialisten Verité ein, um die Systeme und das Management vor Ort zu bewerten. Dabei stellten wir fest, dass unsere Massnahmen nicht die gesamte Lieferkette erreichten. Daher führten wir ein neues Programm ein, um unsere Qualitätsstandards zu sichern. Auch unser bestehender Aktionsplan für Arbeitsrechte wurde aktualisiert und seine Reichweite und Wirkung erhöht. Ausserdem arbeiten wir kontinuierliche daran, mehr unserer Zulieferer in das Programm einzubeziehen und unsere Massnahmen zu verbessern.

Arbeiter:innen erhalten eine Stimme

Im Jahr 2018 haben wir gemeinsam mit unserem Lieferanten Sime Darby Plantation eine Hotline für Palmölarbeiter:innen in Malaysia eingerichtet. So können Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen direkt und sicher gemeldet werden. Im Jahr 2021 wurde die Abdeckung der Helpline auf alle Sime Darby Plantagen mit ca. 35.000 Arbeiter:innen ausgeweitet. Mehr als 4.500 Angestellte haben ausserdem an persönlichen Schulungen teilgenommen und viele weitere erhielten Informationsmaterial zu ihren Rechten.

 

Verantwortungsbewusste Rekrutierung

Nestlé hat mehrere Schlüsselinitiativen zur Förderung einer verantwortungsvollen Rekrutierung von Arbeitskräften unterstützt:

  • Finanzierung der Entwicklung eines Tools für ethische Rekrutierung. Es unterstützt Palmölproduzenten dabei, Transparenz zu schaffen und Risiken zu identifizieren. Anhand einer Leistungsmatrix können die Lieferant:innen die Fortschritte bei ihren Einstellungspraktiken verfolgen und messen.
  • Schulung von Gutachter:innen, um mögliche Zwangsarbeit bei Wanderarbeiter:innen aufzudecken und zu verhindern.
  • Unterstützung von Recherchen der Earthworm Foundation zu Rekrutierungspraktiken und -kosten bei kleinen und mittleren Drittanbietern vor Ort.
 

Schutz von Kindern auf Plantagen

Die Anwesenheit von Kindern ist auf einigen Plantagen ein Risiko. Zum Beispiel wandern viele Palmölarbeiter:innen in Sabah, Malaysia, aus Indonesien ein und leben mit ihren Familien auf den Plantagen. Tausende von Kindern ohne Papiere haben dadurch keinen Zugang zu Schulen und Bildung.

Konzept zur Risikobewertung für Kinder

In Zusammenarbeit mit Earthworm haben wir ein Konzept zur Risikobewertung entwickelt, um Plantagenbetriebe beim Schutz von Kindern zu unterstützen. Es deckt Themen wie Bildung, Kinderbetreuung, Mutterschutz, Gesundheitsfürsorge, Ernährung, Geburtenregistrierung und Prävention der sexuellen Ausbeutung von Kindern ab. Mithilfe eines eigens entwickelten Schulungsmodells setzen wir das Konzept in die Praxis um.

Wilmar-Richtlinien zum Schutz von Kindern

Wir unterstützen weiterhin ein Programm zum Schutz von Kindern auf Plantagen, das von unserem Lieferanten Wilmar in Zusammenarbeit mit Business for Social Responsibility entwickelt wurde. In einer Reihe von Workshops für indonesische Plantagenunternehmen, Regierungsvertreter:innen, Gewerkschaften und Industrieverbände wurden die Kinderschutz-Richtlinien definiert. Im Anschluss veröffentlichte Wilmar sein Handbuch zur Umsetzung der Richtlinien, das derzeit weiter verfeinert wird, damit auch andere Betriebe es verwenden können.

 

Alle an einem Tisch

Im indonesischen Ost-Kalimantan haben wir die Earthworm Foundation dabei unterstützt, alle relevanten Parteien für zwei wichtige Themen an einen Tisch zu bekommen: Kinder auf Plantagen und faire Beschäftigungsbedingungen für Gelegenheitsarbeiter:innen. So konnten mehrere Treffen sowie ein Workshop organisiert werden, an dem 54 Vertreter:innen von Palmölunternehmen, Regierung, gesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften teilnahmen.

Unsere Partner für gemeinsamen Fortschritt

Die grossen Herausforderungen in unseren Palmöl-Lieferketten können wir nicht allein bewältigen. Darum arbeiten wir mit verschiedenen Partner:innen aus der Branche zusammen, um Aktionspläne zu entwickeln, Meilensteine zu definieren und dauerhafte Veränderungen zu erreichen. Dazu gehören:

Wir erhöhen weiterhin den Anteil von RSPO-zertifiziertem Palmöl. Für das Jahr 2023 streben wir 100 % an.

Als Vorstandsmitglied des CGF beteiligen wir uns aktiv an zahlreichen Initiativen, unter anderem im Palmölsektor. Dabei arbeiten wir mit anderen Mitgliedern in der Palmöl-Arbeitsgruppe zusammen, die sich mit Umwelt- und Arbeitsrechtsfragen auf Branchenebene befasst.

Als Mitglied der POCG engagieren wir uns gemeinsam mit anderen Marken, Händler:innen und Produzenten, um die wirksame Umsetzung der Verpflichtungen zu "No Deforestation, No Peat, No Exploitation" (NDPE) zu beschleunigen.

In der POTC überprüfen wir mit den anderen Mitgliedsunternehmen die Importeure von Palmöl hinsichtlich ihrer Massnahmen gegen Abholzung und Ausbeutung. So fördern wir Transparenz und erzielen Fortschritte, die über die Zertifizierung hinausgehen.

Weitere Informationen

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