5 Fakten zu Nestlé Waters in Vittel

Im Mai 2018 hat die Sendung «Frontal 21» des deutschen TV-Senders ZDF in einer Reportage über Vittel einige Behauptungen aufgestellt, zu denen wir hier gerne Stellung nehmen.

1. Wird in Vittel das Wasser knapp?
Derzeit ist die Wasserversorgung in keiner Weise gefährdet. Bis zum Jahr 2050 könnte es aber zu einer Knappheit kommen, falls für die Deckung des Defizits keine Lösung gefunden wird. Ein Problem sind auch Sickerverluste in der öffentlichen Wasserversorgung, die Investitionen in das Leitungsnetz erfordern würden. Nestlé hat die Entnahme bereits freiwillig auf 750.000 Kubikmeter reduziert – das ist ein Viertel weniger, als Nestlé genehmigt wurde.

Gräbt Nestlé dem Dorf Vittel das Wasser ab?

2. Ist eine Pipeline die Lösung?
Am 3. Juli 2018 hat die zuständige lokale Wasserkommission (CLE) verschiedene Lösungsansätze diskutiert, bewertet und eine gemeinsame Entscheidung getroffen. Die verschiedenen Lösungsansätze wurden von der zuständigen Bergbaubehörde entwickelt, nicht von Nestlé Waters. Die Lösung, auf die sich die CLE jetzt geeinigt hat, sieht folgendes vor: Die mangelnde Wassererneuerung der «Bonne Source» soll durch Wasser aus einem anderen Einzugsgebiet mit überschüssigen Wasser ausgeglichen werden. Unabhängig von der konkreten technischen Umsetzung hat Nestlé zugesagt, sich an den Kosten der Lösung zu beteiligen, so dass den Bürgern in Vittel keine Mehrkosten entstehen. Nestlé Waters hatte bereits im Vorfeld erklärt, jede Lösung mitzutragen und zu unterstützen, die den Interessen der Anwohner und dem Schutz der Quellen gerecht wird. Gemeinsam mit allen Beteiligten arbeiten wir seither in einem transparenten und offenen Prozess an der konkreten Umsetzung.

3. Dürfen die Bewohner nur sechs Flaschen Wasser am Tag abfüllen?
Bei jedem Bewohner von Vittel läuft unbegrenzt hochwertiges Mineralwasser aus dem Wasserhahn, Engpässe gibt es nicht. In der Innenstadt von Vittel steht ein Brunnen, an dem jedermann Mineralwasser abfüllen kann. Neben Touristen nutzen auch Anwohner den Brunnen. Damit sich keine Schlangen bilden, wurde vor vielen Jahren ein Schild am Brunnen angebracht, das die Abfüllung auf jeweils sechs Flaschen begrenzt. Der Brunnen läuft aber rund um die Uhr, die Entnahme wird von niemandem überwacht oder beschränkt.

4. Darf der Schäfer keinen Brunnen bauen?
Im Beitrag sagt ein Schäfer, er dürfe kein Wasser aus dem Boden nehmen, um seine Schafe zu tränken, ihm sei das untersagt. Dies ist nicht richtig: Die Bohrung dafür müsste schlicht bei den lokalen Behörden beantragt werden. Nestlé hat auf die Genehmigung keinen Einfluss. Die meisten Bauern in der Region haben übrigens keinen eigenen Grundwasserbrunnen auf ihren Weiden.

5. Muss das Dorf Wasser per Tankwagen heranschaffen?
Dies ist in der Vergangenheit in einem Ort der Region tatsächlich punktuell der Fall gewesen. Diese Wasserknappheit steht allerdings nicht in Verbindung mit dem Grundwasserspiegel der «Bonne Source». Die Gründe für die Wasserknappheit des Dorfes liegen eher im schlechten Zustand des dortigen Wasserleitungssystems. Der Ort bezieht sein Wasser ausserdem aus einer Grundwasserschicht, die nichts mit den von Nestlé Waters genutzten Quellen zu tun hat.

Ist Wasser ein Menschenrecht für Nestlé?