Nestlé Schweiz Ernährungspreis

Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit der Jüngsten:
Der Nestlé Schweiz Ernährungspreis 2014 belohnt drei Arbeiten

Aug 21, 2014

Jod-Zugabe für stillende Mütter und ihre Neugeborenen, Ernährung von Kindern auf Intensivstationen und ein landesweites Programm, das Kinder und Jugendliche in Bewegung versetzt und zu gesundem Essen erzieht: Die Arbeiten von drei Schweizer Forscherinnen und Forschern wurden mit dem Nestlé Schweiz Ernährungspreis 2014 ausgezeichnet. Die Verleihung erfolgte am Freitag, 21. August 2014 in Bern, anlässlich der nationalen Fachtagung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE).

Wissenschaftspreis (CHF 15'000): Die Verabreichung von Jodsupplementen an stillende Mütter und Neugeborene, wenn die Verwendung von jodisiertem Kochsalz nicht möglich ist, hat sich als wirksam erwiesen – ganz besonders wenn die Aufnahme mit der Muttermilch erfolgt.

Zum ersten Mal belegt eine Studie, dass die Gabe von hohen Dosen von Jodsupplementen an stillende Mütter und ihre Babys gemäss den Empfehlungen der WGO nicht gefährlich, sondern zweckdienlich ist. Bei Zufuhr über die Muttermilch ist das Jod noch wirksamer. Die Arbeit von Raschida Raffaela Bouhouch, Doktorandin in Humanernährung an der ETH in Zürich stützt sich auf 241 Mütter und ihre Kinder in Marokko. In Regionen mit Joddefizit, zu denen auch die Schweiz gehört, wird die Verwendung von jodisiertem Kochsatz zur Prävention eines Jodmangels empfohlen (der zu Unterfunktion der Schilddrüse und damit zu Kropfbildung führen kann sowie zu Gehirnschädigungen bei Babys). Die Studie eröffnet Perspektiven an Orten, wo kein jodisiertes Salz vorhanden ist, aber auch in der Schweiz, etwa für gefährdete Gruppen wie Kleinstkinder, die unter einem Joddefizit leiden.

Kommunikations-Preis (CHF 7.500): Als grösstes landesweites Programm zur Gesundheitsförderung in der Schweiz will GORILLA 10-20-Jährige zu körperlicher Betätigung, gesunder Ernährung und nachhaltigem Konsum anregen.

Mehr als 30% der Schweizer Bevölkerung über 15 ist derzeit übergewichtig. Mit ihrem GORILLA-Programm arbeitet die Schtifti Foundation in Zürich, die auf einer privaten Initiative von Jungen für Junge beruht, alljährlich mit mehr als 160'000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 20 Jahren. Gründer und Co-Geschäftsführer ist Roger Grolimund. GORILLA hat das Ziel, jungen Menschen in und ausserhalb der Schule Freude an Bewegung und am Kochen zu vermitteln und tut dies anhand von Ateliers und 1-tätigen Workshops unter der Mitwirkung von jungen Freestyle-Sportlern und Ernährungsfachleuten. Die Stiftung von Roger Grolimund setzt sich seit mehr als einem Jahrzehnt aktiv für ein gesundes Körpergewicht unserer Jugend ein. Die zahlreichen Auszeichnungen beweisen, dass ihre Arbeit eine bemerkenswerte und nachhaltige Wirkung zeigt.

Preis der Jungen Forscher/-innen(CHF 7'500): Die in der Intensivstation des CHUV hospitalisierten Kinder erhalten eine Ernährung, die sehr nahe an den ärztlichen Anordnungen liegt. Unterbrechungen der Nahrungsaufnahme müssen auf ein Minimum beschränkt und möglichst rasch kompensiert werden.

Schwer kranke Kinder, die hospitalisiert werden, sind in Gefahr, unter mangelnder Ernährung zu leiden.  Clémence Moullet, Ernährungsberaterin HES, Assistentin an der Hochschule für Gesundheit in Genf, hat die Nahrungsaufnahme der Kinder auf der Intensivstation der Pädiatrie des CHUV analysiert. Ihre Studie weist nach, dass die Mengen an Energie und Proteinen sehr nahe an den von den Ärzten verordneten Mengen lagen; ein sehr gutes Resultat im Vergleich zu erwachsenen Patienten, wo in der Literatur nur von 60% die Rede ist. Mit ihrer Arbeit konnte Clémence Moullet auch zeigen, dass die häufigsten Unterbrechungen in der Nahrungsaufnahme auf die Pflege durch das Krankenpersonal und die Physiotherapie sowie die Extubation zurückzuführen sind. Doch ist das Personal auf der Intensivstation stets bemüht, diese Unterbrechungen ganz schnell wettzumachen. Genau dies legen auch die Schlussfolgerungen der Studie nahe: Beschränkung der Unterbrechungen der Nahrungsaufnahme auf das absolute Minimum und möglichst schnelles Kompensieren, sobald die Unterbrechung zu Ende ist.

Über 10 Jahre Nestlé Ernährungspreis

Die Ernährungsforschung steht im Zentrum der Tätigkeiten von Nestlé. Um diesbezügliche Forschungsarbeiten auch über die unternehmenseigenen Forschungszentren hinaus zu fördern, hat Nestlé Schweiz den Ernährungspreis ins Leben gerufen. Seit über 10 Jahren werden jeweils drei Preise an unabhängige Forscher in der Schweiz vergeben, um Projekte in den Bereichen Ernährung und Prävention zu unterstützen.

Der Wissenschaftspreis prämiert in der Regel wissenschaftliche Arbeiten, die neue Erkenntnisse aus der angewandten Ernährungsforschung liefern, welche praktische Relevanz für aktuelle und zukünftige Ernährungsempfehlungen und die Ernährungssituation in der Schweiz haben.

Der Kommunikations-Preis ist hauptsächlich eine Anerkennung der praktischen Umsetzung und Vermittlung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse für die Bevölkerung. Die Arbeiten können therapeutische oder präventive Aspekte der Ernährungsberatung aufgreifen, wobei bei der Beurteilung besonderer Wert auf die methodisch-didaktische Umsetzung gelegt wird.

Der 2001 gegründete Preis für Junge Forscher/-innen  soll als Anreiz für junge Menschen dienen, sich im Bereich Ernährungsforschung zu engagieren.


Foto 3 Preisträger (von li. nach re.) Noemi Reichel für Roger Grolimund, Einat Schmutz für Raschida Raffaela Bouhouch, Clémence Moullet

Pressemitteilung (PDF)
Infos zu den Preisträgern (PDF)

Foto Preisträgerin WISSENSCHAFTSPREIS; Einat Schmutz für Raschida Raffaela Bouhouch
Foto Preisträger KOMMUNIKATIONS-PREIS; Noemi Reichel für Roger Grolimund
Foto Preisträgerin PREIS DER JUNGEN FORSCHER/-innen; Clémence Moullet 
Foto 3 Preisträger (von li. nach re.) Noemi Reichel für Roger Grolimund, Einat Schmutz für Raschida Raffaela Bouhouch, Clémence Moullet
Foto Gruppe (von li. nach re.) Jardena Puder (Jury-Präsidentin), Noemi Reichel für Roger Grolimund, Einat Schmutz für Raschida Raffaela Bouhouch, Clémence Moullet, Stéphanie Collier-Blanc (Head of Nutrition & Sensory Nestlé Suisse)

Fragen zu diesem Thema beantwortet :

Philippe Oertlé | Nestlé Suisse S.A. | Case postale 352 | 1800 Vevey | 021 924 51 24 | presse@ch.nestle.com