Ein Drittel aller frischgebackenen Eltern fühlt sich einsam in der hypervernetzten Welt

Ein neuer globaler Index für 16 Länder identifiziert erstmals acht universelle Faktoren, die das Leben als frischgebackene Eltern beeinflussen, ganz gleich, wo auf der Welt sie zuhause sind
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  • Druck - sowohl interner Druck, den sie sich selbst auferlegen, als auch externer Druck aus dem Umfeld - wird als die grösste universelle Herausforderung angesehen, mit der neue Eltern heute konfrontiert sind
  • Frischgebackene Eltern berichten, dass sie während der COVID-19-Pandemie weniger gesellschaftlichen Druck und dafür mehr gegenseitige Unterstützung spüren
  • Schweden, Chile und Deutschland gehören heute zu den einfachsten Ländern, um ein Baby grosszuziehen

Vevey/Schweiz, 25. Februar 2021: Der Parenting Index, eine erstmalige Studie über die Erfahrungen von Eltern auf der ganzen Welt, zeigt, dass sich ein Drittel der neuen Eltern einsam fühlt – und dies trotz der Hypervernetzung.

Diese von Nestlé im Rahmen ihres fortlaufenden Engagements zur Unterstützung von Familien während der ersten 1.000 Lebenstage ihrer Kinder in Auftrag gegebene Umfrage identifiziert zum ersten Mal acht universelle Faktoren, die sich auf das Elterndasein in aller Welt auswirken. Sie ist ein weiterer Aspekt der „The Nestlé Parenting Initiative“ - einer Strategie des Wandels, die das Unternehmen entwickelt, um Eltern das Leben zu erleichtern.

Basierend auf den Ansichten von über 8.000 Müttern und Vätern von Babys im Alter von 0-12 Monaten in 16 Ländern, ist dies ein einzigartiger neuer Weg, um die Erfahrungen von Eltern in der ganzen Welt zu vergleichen und zu verstehen.

In dieser ersten Ausgabe zeigt sich, dass der wichtigste universelle Faktor der elterliche Druck ist. Auf diesen Druck haben neue Eltern wenig Kontrolle, aber mit einem Anteil von 23% am Gesamtergebnis des Parenting Index hat er die grösste Wirkung.

In allen untersuchten Ländern fühlen frischgebackene Eltern eine Form von innerem und/oder äusserem Druck. Für ein Drittel der jungen Eltern äussert sich dies in Form von Einsamkeit, aber der Druck offenbart sich auch in Form von Urteilen durch Drittpersonen (auch über die sozialen Medien), durch die unerwarteten Realitäten der Elternschaft und durch Schuldgefühle aufgrund von Selbstkritik.

  • Einsamkeit in einer hypervernetzten Welt: 32 % der frischgebackenen Eltern geben an, dass sie sich mit einem Baby im Arm schnell isoliert und einsam fühlen, obwohl sie in einer Welt leben, in der Freunde und Familie immer nur eine SMS entfernt sind.
  • Soziales Shaming: Weltweit fühlt sich die Hälfte (51 %) der befragten frischgebackenen Eltern starkem sozialen Druck ausgesetzt, wie sie ihre Kinder erziehen sollen, und dieser kommt heute oft aus den sozialen Medien.
  • Schuldgefühle bei den Eltern: 45 % der Befragten stimmten zu, dass frischgebackene Eltern unter vielen Schuldgefühlen leiden, was langanhaltende Auswirkungen haben kann.
  • Die unerwarteten Realitäten der Elternschaft: Fast ein Drittel (31 %) berichtet, dass sie sich nicht genügend auf die Realitäten des Elternwerdens vorbereitet fühlten, und 53 % mussten mehr Kompromisse eingehen als erwartet.
  • Unerbetene Ratschläge, oder vorherrschende Meinungen: 60 % der Befragten geben an, dass sie das Gefühl haben, dass jeder seine Meinung abgeben will, wie sie ihr Kind erziehen sollten, ob sie diese hören wollen oder nicht.

 

Der Index zeigt, dass Schweden, Deutschland und Chile die einfachsten Umgebungen für junge Eltern bieten.  Obwohl der Schwierigkeitsgrad von Land zu Land variiert, gibt es keinen perfekten Ort, um eine Familie zu gründen. Selbst in Schweden - das mit einem Indexwert von 75/100 am besten abschneidet - stehen neue Eltern vor Herausforderungen, wobei der Mangel an Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten als Eltern die grösste Sorge der Schweden und Schwedinnen ist. 

Die Methodik und die Ergebnisse des Parenting Index wurden von Frau Dr Ming Cui, M.S. in Statistics und Ph.D. in Sociology, Fulbright U.S. Scholar and Professor of Family and Child Sciences at Florida State University (U.S.A.) validiert. Frau Professor Cui verfügt über ausgedehntes Fachwissen auf dem Gebiet der Elternschaft und der Entwicklung von Kindern in verschiedenen Kulturen sowie in Forschungsmethodik.

Sie kommentiert den Bericht wie folgt: „Moderne Eltern erziehen zunehmend in einem Zustand der Angst (was sich in den Befunden dieses Berichts widerspiegelt, z.B. äusserer/innerer Druck, mangelndes Selbstvertrauen, finanzielle Anforderungen).  Beeinflusst durch populäre Medien zusammen mit technologischen Fortschritten, fühlen sich viele Eltern aus verschiedensten Kulturen und sozioökonomischen Klassen unter Druck gesetzt, allen Ansprüchen zu genügen.“

Sie fährt fort: „Obwohl der Schwerpunkt oft darauf gelegt wird, als Eltern eines Babys aufmerksam und verantwortungsbewusst zu sein, sollten Mütter und Väter auch erkennen, dass ihr eigenes Wohlbefinden im Laufe der Elternschaft wichtig ist. Das Aufziehen eines Babys, mit den erhöhten Anforderungen und dem Stress, kann die Eltern finanziell, emotional und körperlich belasten. Um eine positive Elternschaft und letztlich eine gesunde Entwicklung der Kinder zu fördern, sollten Eltern ihr eigenes Wohlbefinden nicht vernachlässigen und gut für sich selbst sorgen, z. B. indem sie in ihrem Kalender Auszeichen für sich selbst reservieren.“

Druck auf der ganzen Welt  

Während frischgebackene Eltern auf der ganzen Welt diesen Druck empfinden, melden die Elternpaare aus Schweden, Deutschland und Israel unter den untersuchten Ländern den geringsten Druck.

Im Rahmen der Studie brachte Nestlé auch sechs Eltern aus Grossbritannien, den USA, den Philippinen, Brasilien, Schweden und Nigeria zusammen, um über die Auswirkungen dieses Drucks auf ihr Leben zu sprechen. Diunte, ein alleinerziehender Vater von vier Kindern aus Texas, USA, sprach über seine Schuldgefühle als Elternteil: „Als Alleinerziehender mache ich mir nachts Sorgen, ob ich das Richtige für sie tue. Weil sie ja nicht täglich zwei Eltern zuhause um sich herum haben.“

Ulysses aus Brasilien, ein frischgebackener Vater seines ersten Kindes, erwähnte, dass er sich ganz besonders von den sozialen Medien unter Druck gesetzt fühle: „Es ist schön für unsere Eltern und unsere Freunde, die weit weg wohnen, ein paar Bilder von unserer kleinen Tochter zu sehen. In der Regel äussern sie sich alle positiv, aber gelegentlich fangen sie an, uns zu kritisieren und uns runterzumachen.“ 

Cynthia, eine dreifache Mutter aus Nigeria, sprach über „Momsplaining“ in ihrem Heimatland: „Wir sind die Könige und Königinnen darin, uns in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen. Da ist es ganz normal, dass man beim Spazierengehen mit seinem Baby von Passanten zu hören bekommt, dass man sein Kind nicht richtig im Arm hält oder dass sonst etwas nicht so ist, wie es sein sollte!“

Minneth, eine Mutter von zwei Kindern auf den Philippinen, stimmte zu: „Ich bin der Meinung, dass ich alles von meiner Mutter gelernt habe - da muss ich sie natürlich manchmal ausreden lassen. Aber das heisst nicht, dass man alles auf seine Kinder anwenden muss.“ 

Durch die Corona-Pandemie hat der Druck nachgelassen 

Während man vielleicht erwartet hätte, dass frischgebackene Eltern während der Corona-Krise mehr Druck verspüren, zeigt eine Analyse, die die USA, Spanien und China zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Pandemie im Juli 2020 betrachtet, dass Eltern mit kleinen Babys aussagten, in dieser Zeit weniger gesellschaftlichem Druck in Bezug auf die Kindererziehung ausgesetzt gewesen zu sein. Stattdessen berichteten die jungen Eltern, dass sie in dieser Zeit mehr gegenseitige Unterstützung verspürt hätten - einschliesslich eines stärkeren sozialen Zusammenhalts und eines Zusammengehörigkeitsgefühls.  

Thierry Philardeau, Leiter von Nestlé Nutrition, sagt: „Wir haben die Nestlé Parenting Initiative gegründet, um Eltern das Leben zu erleichtern - um sie bei den Entscheidungen, die sie in den ersten wichtigen 1.000 Tagen im Leben ihres Kindes treffen, besser unterstützen zu können. Dies hilft uns bei der Einlösung unseres Versprechens aus dem Jahr 2016, bis 2030 50 Millionen Kindern zu einem gesünderen und glücklicheren Leben zu verhelfen. Der Parenting Index ist ein wichtiger erster Schritt, um unser Verständnis für die Komplexität der heutigen Elternschaft zu erweitern - und ein Verständnis dafür zu bekommen, wie wir uns dafür einsetzen können.

„Mit der Geburt eines Kindes wird immer auch ein Elternpaar geboren. Und wir wissen, dass Elternschaft trotz aller Freuden nicht immer einfach ist. Wir sind der Meinung, dass sich alle Mütter und Väter bei den Entscheidungen, die sie für sich und ihre Babys treffen, gut informiert, respektiert und unterstützt fühlen sollten. Mit dem Parenting Index können wir einen Fahrplan für Veränderungen erarbeiten und diese zum ersten Mal auch messen - jetzt und in den kommenden Jahren. Wir haben diesen Weg bereits eingeschlagen, indem wir unsere globale Richtlinie zur Unterstützung der Elternschaft aktualisiert und Nestlé Baby & me - unseren pädagogischen Online-Service für Mütter und Väter - erweitert haben, um sicherzustellen, dass wir die Ergebnisse unserer Studie berücksichtigen und Eltern eine umfassendere Unterstützung bieten. Aber wir können nicht im Alleingang messbare Veränderungen schaffen, wir müssen zusammenarbeiten, die Dinge gemeinsam angehen. Deshalb rufen wir alle auf, die unsere Vision teilen, sich uns anzuschliessen, um diese Welt für Eltern zu einem einfacheren Ort zu machen und gesündere, glücklichere zukünftige Generationen aufzuziehen.“   

Nestlé wird den Parenting Index alle zwei bis drei Jahre in Auftrag geben, um die Landschaft des Elternseins zu reflektieren und zu analysieren. Als Teil des Ziels, mit anderen zusammenzuarbeiten, um das Leben von Eltern zu erleichtern, plant Nestlé auch, mit gleichgesinnten Partnern zu kooperieren und Rundtischgespräche zu veranstalten, um eine umsetzbare Roadmap zur Bewältigung der universellen Herausforderungen der Elternschaft im 21. Jahrhundert zu erstellen, die sich aus den Erkenntnissen des Index ergeben.

Wenn Sie eine Kopie des Berichts herunterladen möchten klicken Sie hier oder besuchen Sie die Webseite: www.theparentingindex.com

Über den Parenting Index  

Der Parenting Index wurde von Nestlé im Rahmen seines Engagements zur Unterstützung von Familien in den ersten 1.000 Lebenstagen ihrer Kinder in Auftrag gegeben. Die Methodik wurde von Kantar entwickelt und durchgeführt. Der Parenting Index ermöglicht es, besser zu verstehen, was es heute weltweit bedeutet, Eltern zu sein.

Die erste Ausgabe des Index basiert auf Daten aus einer Umfrage, die Kantar im Januar und Februar 2020 durchgeführt hat. Dazu wurde in 16 Ländern eine repräsentative Auswahl von Müttern und Vätern von Babys im Alter von 0–12 Monaten befragt. Die erste Erhebung umfasste 8.045 Befragungen. Die zweite Erhebung umfasste 900 Befragungen (jeweils 300 in China, Spanien und den USA). Das Ziel bestand darin, bereits früh die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Index abzuschätzen und wurde im Juli 2020 durchgeführt.

Die 11 Faktoren, aus denen sich der Parenting Index zusammensetzt, sind:

  1. Kein (interner oder externer) Druck (trägt 22,6 % zum Index-Ranking bei): der interne und aussere Druck, dem sich Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder ausgesetzt sehen. Geringerer Druck erleichtert das Elternsein. 
  2. Finanzielle Sicherheit (16,7 %): der Grad der Stabilität der Familienfinanzen. Höhere Widerstandsfähigkeit bedeutet, dass die Auswirkungen auf die Finanzen als geringer wahrgenommen werden.
  3. Unterstützung im Arbeitsleben (15,6 %):Gesetzlich festgelegter Beschäftigungsschutz sowie Kinderbetreuungsangebote, die den Eltern erlauben, entweder zu Hause zu bleiben oder arbeiten zu gehen.
  4. Pflegeleichtes Baby (10,1 %): Eine Erkenntnis so alt wie die Elternschaft selbst: die Wahrnehmung, ein pflegeleichtes Baby zu haben, macht die Elternschaft leichter 
  5. Zugang zu Ressourcen für Gesundheit und Wohlbefinden (9,0 %): Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung und vertrauenswürdigen Informationen für Eltern.
  6. Unterstützendes Umfeld (8,0 %): Ein Umfeld, das es Eltern ermöglicht, ohne Hindernisse die Dinge zu tun, die sie wollen. Eltern- und babyfreundlich.
  7. Elterliche Arbeitsteilung (5,8 %):Einbindung von Partnern und gemeinsame Übernahme der Verantwortung.
  8. Selbstvertrauen in der Elternrolle (2,7 %): Wie Eltern über sich selbst denken; ihr Selbstvertrauen, ihre Zufriedenheit und ihre Belastbarkeit.
  9. Dauer des Mutterschaftsurlaubs: Gesetzlicher Mutterschutz während der Schwangerschaft, vor und nach der Geburt.
  10. BIP (KKP) pro Kopf: Ein Mass für die Preise in verschiedenen Ländern auf Grundlage der Preise spezifischer Waren, um die absolute Kaufkraft in den jeweiligen Ländern zu vergleichen.
  11. Umgekehrter Gini-Index: Ein statistisches Mass, dass die Einkommens- oder Vermögensverteilung eines Landes repräsentiert.