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Essen macht am meisten Spass, wenn es gut schmeckt. Deshalb sind unsere Lieblingsgerichte in erster Linie lecker. Ob sie auch gesund sind, steht auf einem anderen Blatt. Nehmen wir zum Beispiel Pizza – alleine in den USA werden pro Jahr 3 Milliarden Pizzas gegessen (bitte verlinken). Das sind 350 Stücke pro Sekunde.

Also wäre gesündere Pizza die Lösung. Aber geht das überhaupt?

Einige Hersteller arbeiten an der Entwicklung gesünderer Alternativen (bitte verlinken). Doch das ist nicht ganz ohne Risiko. Wenn man mit den Zutaten herumspielt, kann sich der Geschmack verändern. Das will man bei einem beliebten Klassiker natürlich vermeiden. Vor allem aber unterliegt unser Essen strengen Richtlinien. In den USA gelten für einige Nahrungsmittel zusätzlich sogenannte „Standards of Identity".

Diese „Standards of Identity" sind Vorgaben der US-Zulassungsbehörde FDA oder des Landwirtschaftsministeriums. Sie legen fest, welche Inhaltsstoffe in welches Gericht gehören. Die „Standards of Identity" wurden in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts eingeführt, um Etikettenschwindel zu verhindern. Denn anders als heute gab es damals noch keine Bestimmungen zur Kennzeichnung von Inhaltsstoffen und Nährwerten.

 

Doch zurück zu unserer „gesunden" Pizza. Auf jede Pizza gehört Käse – ein Lebensmittel, das bestimmte „Standards of Identity" erfüllen muss. Abhängig von der Käsesorte bestehen unterschiedliche Vorgaben. Nur wer sie erfüllt, darf diesen Käse auf der Verpackung angeben.

„Gesunde" Pizza ist möglich – in gewissen Grenzen

Mit weniger Salz und Fett wäre Pizza schon viel gesünder. Wenn man den Fettgehalt des Käses reduzieren würde, wäre das also ein Schritt in die richtige Richtung. Doch Achtung, man darf es nicht übertreiben.

Fett ist ein natürlicher Bestandteil von Milch – und damit auch von Käse. Und hier kommen wieder die „Standards of Identity" ins Spiel. Enthält der Käse nämlich zu wenig Fett, entspricht er ihnen nicht mehr, weil sie einen Mindestgehalt an Milchfett vorgeben. Sobald man diesen Wert unterschreitet, muss das in der Zutatenliste stehen. Statt „Käse" müsste man „fettarmes Milchprodukt" auf die Verpackung schreiben – und das klingt nicht mehr ganz so verlockend.

Wenn man also den Fettgehalt des Käses nicht mehr weiter reduzieren kann, ohne den Namen zu verändern, muss man sich die anderen Zutaten vornehmen. Wer weiss – vielleicht ist ja bei der Salami, der Tomatensauce oder dem Teig noch was zu holen. Generell gilt, dass man gewisse Grenzen beachten muss, um den individuellen Charakter eines Gerichts nicht aufs Spiel zu setzen.

 

Bekannte Marken wie DiGiorno, TombStone, Jack’s und California Pizza Kitchen planen, künstliche Aromen zu streichen und weniger Salz zu verwenden (bitte verlinken). Gleichzeitig suchen Nahrungsmittelforscher nach innovativen Wegen, ungesunde Zutaten zu reduzieren, ohne die „Identity Standards" zu verletzen oder Abstriche beim Geschmack zu machen.

Wer will schon Pizza ohne Käse?

Hersteller wie Nestlé unterstützen die neuen Richtlinien der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zur Verringerung von Natrium im Essen (bitte verlinken). Die Ziele sind ehrgeizig: Innerhalb von zehn Jahren wollen Ernährungswissenschaftler Lösungen mit weniger Salz anbieten – bei gleichem Geschmack. Eine spannende Herausforderung.

Das Ziel dieser „Reformulierung“ von Produkten: Gesündere Lebensmittel, die genau so schmecken, wie wir sie am liebsten haben. Schliesslich wünschen wir uns zwar alle Pizza, die wir mit gutem Gewissen essen können. Aber nur, wenn Käse auch Käse bleibt.