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Leben Milchkühe länger, stossen sie pro Liter Milch weniger Methan aus und belasten somit das Klima weniger. Nestlé Schweiz will in seinen Produkten langfristig nur noch klimafreundliche Milch verarbeiten.
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Erdumrundungen mit dem Auto entspricht die Gesamteinsparung von CO2 im ersten Jahr des Projekts «Klimafreundliche Milch»

Daniel Imhof ist Leiter Agricultural Affairs von Nestlé Schweiz. Er ist stolz darauf, dass Nestlé mit 118 000 Tonnen pro Jahr einer der grössten Einkäufer von Schweizer Milch ist. Sie wird für Säuglingsprodukte, Dessertcrème, Schokolade und Glacé benötigt. Weil Kühe Methan ausstossen und so zur Erwärmung des Klimas beitragen, will Nestlé mit dem Projekt «Klima-freundliche Milch» einen proaktiven Beitrag zu einer nachhaltigeren Schweizer Milchwirtschaft leisten.

Gelingt es, die Klimabilanz der Milch zu verbessern, reduziert sich indirekt zudem der ökologische Fussabdruck vieler Nestlé-Produkte

sagt Daniel Imhof.

Das passt gut zu den Umweltzielen von Nestlé Schweiz: Von 2010 bis 2020 sollen die CO2-Emissionen der Produktionsstätten halbiert werden. Das Projekt «Klimafreundliche Milch» geht nun noch einen Schritt weiter und setzt direkt beim Rohstoff Milch an.

Lang lebe die Schweizer Milchkuh

Bis 2020 will das Projekt mit 4 Entwicklungszielen rund 50 Gramm CO2-Äquivalente (CO2e) pro Kilo Milch einsparen, was einer Reduktion von 10% pro Kilo Milch entspricht. Die zwei wichtigsten Entwicklungsziele sind die Verlängerung der Nutzungsdauer der Milchkühe und damit verbunden die Erhöhung ihrer sogenannten Lebtagleistung. Milchkühe sollen also länger leben dürfen, und damit fallen die Kosten und die Treibhausgasemissionen während der Aufzuchtphase gemessen pro Kilo Milch weniger ins Gewicht.

Nicht jede Rasse eignet sich gleich gut für die klimafreundliche Milchproduktion. Geeignet ist zum Beispiel das Schweizer Fleckvieh, eine milchbetonte Zweinutzungsrasse. Diese entsteht durch das Einkreuzen von Red-Holstein-Stieren in die Simmental Rasse. Das ergibt Kühe, die sich fast nur von Weidegras ernähren und wenig Zusatzfütterung wie Kraftfutter benötigen.

Tiefere Kosten kompensieren geringere Leistung

Einer von 46 Pilotbetrieben des Projekts «Klimafreundliche Milch» von Nestlé Schweiz ist der Gysihof in Gysenstein BE.

Ich will zu 100 Prozent hinter meiner Milchproduktion stehen können, und dieses Projekt geht in die richtige Richtung

sagte Rahel Joss in einem Artikel in der Zeitung «Bund».

Zusammen mit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) der Berner Fachhochschule BFH prüft das Programm auch Futtermittel und Futterzusätze, die dazu beitragen, den Methanausstoss zu reduzieren. Mit diesen Massnahmen will «Klimafreundliche Milch» bis 2030 die CO2-Emissionen pro Kilo Milch um insgesamt 20% verringern.

Passend zum CO2-Engagement von Nestlé Schweiz

Mit dem Projekt fördern Nestlé Schweiz und die aaremilch AG eine klimaschonende und ressourceneffiziente Milchproduktion. Der erste Tatbeweis ist bereits erbracht: Im ersten Jahr gelang es, den 46 Pilotbetrieben den CO2-Ausstoss um 123 Tonnen zu senken.

Das entspricht den Emissionen, die auf 20 Erdumrundungen mit dem Auto entstehen.

Die Vision des Projekts ist eine nachhaltige Schweizer Milchwirtschaft mit globaler Vorbildfunktion.

Für Daniel Imhof geht es dabei auch darum, den guten Ruf der Schweizer Milch zu bewahren, denn naturnah und standortgerecht produzierte Schweizer Milch sei als Hauptzutat ein Imageträger vieler Nestlé Produkte.

 

Wir als Nestlé haben grosses Interesse daran, Mehrwerte für die Schweizer Milch zu schaffen

sagt Daniel Imhof, Leiter Agricultural Affairs Nestlé Schweiz.

Bild von links: Donat Schneider, Geschäftsführer aaremilch AG, Adrian Aebi, Vizedirektor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) und Daniel Imhof, Leiter Agricultural Affairs Nestlé Schweiz