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«Ich arbeite seit ich 16 bin auf dem Hof. Jetzt bin ich 55», sagt Christian Boeuf. In seinen blauen Augen und seinem breiten Lächeln widerspiegelt sich der Stolz über vier Jahrzehnte solider Arbeit.
«Davor gehörte er meinem Vater. Es ist also eine Familientradition. Aber was soll in Zukunft werden?» Er verstummt und schüttelt fragend den Kopf. «Ich weiss nicht, ob die junge Generation weitermachen wird. Die Situation ist schwierig.»

Der Schweizer Milchbauer Christian Boeuf beliefert die Biogasanlage mit Kuhdung.
Christian Boeuf, ein Schweizer Milchbauer, liefert Kuhmist an die Biogas-Anlage

Im Voraus zu planen ist für Christian ein wichtiger Aspekt seiner Tätigkeit. Auch wenn er Zweifel hegt, ob sein Neffe den Hof übernehmen wird, so will er doch sicherstellen, dass der Boden wie bisher gesund und fruchtbar bleibt.

Als sich ihm die Chance der Mitwirkung an einem neuen Projekt bot, bei dem Kuhmist in grüne Energie und Dünger verwandelt wird, zögerte er keinen Augenblick.

Seine Kühe tun, was sie immer getan haben. Aber ihr Mist kommt jetzt in eine hochmoderne Anlage zur Gewinnung von erneuerbarer Energie.

Der Beitrag des Kaffees

Die Idee entstand, als Nestlé Waters im Gebiet der Quelle des Henniez Mineralwassers in der Schweiz eine Studie zu möglichen Risiken der Landwirtschaft durchführte.

Grosse Mengen landwirtschaftlicher Abfälle und die Risiken einer gefährlich hohen Ammoniakanreicherung zwangen zu einem Umdenken. So wurde in Zusammenarbeit mit der E Greenwatt Gruppe eine Anlage zur Herstellung von erneuerbarer Energie unmittelbar neben der Flaschenabfüllfabrik von Nestlé gebaut.

Das Projekt erzielt schon jetzt eine positive Wirkung. Ein Dünger, der weniger schädlich ist, ist viel wert. Wir erzielen bessere Ernten. Und ausserdem sparen wir Strom und Gas. Christian Bœuf, Landwirt

Jährlich liefern 27 Schweizer Milchbauern 25 000 Tonnen Kuhmist an die Anlage. Dieser wird zusammen mit den Kaffeerückständen aus den Nespresso undNescafé Fabriken gemischt, ehe die Ladung an die Biogas-Fabrik geht. Bei der Kompostierung wird natürliches Gas erzeugt, welches dann durch Verbrennung zu Elektrizität wird.

Daraus wird nicht nur der Bedarf der Flaschenabfüllfabrik gedeckt, sondern ein Teil wird in das Schweizer Stromnetz eingespeist.

Seit Inbetriebnahme der Biogas-Anlage konnte Henniez seine CO2-Emissionen auf die Hälfte reduzieren.

Quid pro quo

Was nach der Zersetzung des Materials übrig bleibt, ist ein begehrter Dünger, organisch und extrem reich an Nährstoffen. Dieser geht zurück an die Bauern für ihre Äcker und reduziert so die Menge an chemischen Düngemitteln, die sie einkaufen müssten.

Dieser natürliche Dünger wird von den Nutzpflanzen sehr gut absorbiert und erzeugt viel weniger Ammoniak-Emissionen, ist also umweltschonend. Christian Boeuf hat auch festgestellt, dass er wegen der organischen Zusammensetzung des Düngers keine Pilzbekämpfungsmittel mehr braucht.

25.000 Tonnen
Kuhmist wird jedes Jahr in grüne Energie und Dünger verwandelt

Dieser Tauschhandel ist kostenneutral und hilft, den Boden nachhaltig zu bewirtschaften, weil wertvolle Nährstoffe, die sonst verloren gehen würden, erhalten bleiben.

Christian beschreibt die Partnerschaft mit Nestlé Waters als lohnend, da er weiss, dass aus dem Dünger grüne Energie gewonnen wird.

«Das Projekt hat schon jetzt eine sehr positive Wirkung. Ein Dünger, der weniger schädlich ist, ist eine gute Sache. Wir können damit bessere Ernten erzielen. Und ausserdem sparen wir Strom und Gas.»

Eine Win-Win-Situation


Der Schweizer Landwirt Laurent Gentil schaut gemeinsam mit seinem Sohn nach seinem Vieh.
Laurent Gentil, ein lokaler Milchbauer, und sein Sohn schauen nach ihrer Herde.

Ein anderer lokaler Kuhmist-Lieferant ist Laurent Gentil, der seinen Boden seit 30 Jahren bewirtschaftet.

Er sagt, er sei stolz, an einem kooperativen Projekt mitzuwirken, das seine Ernte verbessert und etwas zum Erhalt der Artenvielfalt leistet.

«Damit entfällt für uns das Problem, unsere Jauchegruben schnell zu leeren, denn das alles wird in die Biogas-Anlage gebracht», sagt er.

Die Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft mithilfe dieses Ökoprojekts ist eine gute Sache für die Bauern, für die Umwelt und zum Erhalt der Reinheit des Quellgebiets des Henniez-Mineralwassers. Sie sorgt auch für den Zusammenhalt der lokalen Gemeinschaft und ist zu ihrer aller Nutzen.

«Am Anfang war es nicht leicht…», so Michel Marchuard, Henniez Sustainability Manger.

…wir mussten erst einmal das Vertrauen der Bauern gewinnen und sie davon überzeugen, dass wir ihren Lebensunterhalt nicht gefährden. Aber inzwischen ist es eine grossartige Partnerschaft – eine echte Win-Win-Situation.»