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Unsere Strategie zum Schutz von Menschenrechten

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Ein gerechter Übergang zu einem regenerativen Lebensmittelsystem muss die Menschen in den Mittelpunkt stellen und ihre Rechte schützen. Unser Human Rights Framework bildet die Grundlage dafür.

Die Sorgfaltspflicht ist das Herzstück unserer neuen Strategie mit detaillierten Aktionsplänen für jedes einzelne unserer zehn wichtigsten Menschenrechtsthemen.

Alle Aktionen müssen sich auf unsere eigenen Betriebe und unsere gesamten Lieferketten erstrecken – wo immer wir tätig sind. Mit dieser Strategie sowie mithilfe globaler und lokaler Partnerschaften können wir konkrete Ziele erreichen und positive Effekte über mehrere Regionen ausweiten.

Menschenrechtsverletzungen erkennen und beheben

20 +

Expert:innen in der Nestle Human Rights Community

2475

Verstösse, die durch das Programm „Speak Up“ im Jahr 2021 gemeldet wurden

Unser Human Rights Framework

Unser neues Human Rights Framework stellt die Sorgfaltspflicht in den Mittelpunkt und soll sich spürbar auf den Schutz und die Einhaltung der Menschenrechte auswirken. Dazu gibt es detaillierte Aktionspläne für jedes einzelne unserer zehn wichtigsten Menschenrechtsthemen. Sie stützen sich auf fünf wichtige Faktoren, die uns dabei helfen, positive Auswirkungen zu erzielen und unsere Fortschritte zu verfolgen. Diese sind Governance und Anreize, Richtlinien und Kontrollsysteme, Engagement und Advocacy, strategische Partnerschaften sowie Transparenz und Berichterstattung.

Wir verpflichten uns:

  • die Menschenrechte in unseren Betrieben und in unserer Versorgungskette zu respektieren und zu fördern
  • Massnahmen zum Schutz der Menschen zu ergreifen
  • langfristige systemische Veränderungen zu erreichen
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So haben wir die wichtigsten Themen definiert

Wir möchten die Menschenrechte schützen, die durch unser Geschäft am stärksten gefährdet sind.

Sie stützen sich auf zwischen 2009 und 2017 durchgeführte Prüfungen (Human Rights Impact Assessments, HRIAs) und die von uns im Laufe der Jahre 2020 und 2021 entwickelte Methode zur Bewertung von Menschenrechtsrisiken (Human Rights Risk Assessment, HRRA) sowie auf unsere erweiterten Prüfungs-, Überwachungs- und Speak-Up-Beschwerdeverfahren.

Unsere 10 wichtigsten Herausforderungen

Existenzsichernde Einkommen und Löhne
Verantwortungsvolles Recruitment und Schutz vor Zwangsarbeit
Zugang zu Bildung und Verhinderung von Kinderarbeit
Arbeitssicherheit und Gesundheit
Gleichbehandlung und Bekämpfung von Diskriminierung
Recht auf Wasser und sanitäre Anlagen
Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen
Landrechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften
Datenschutz und Privatsphäre
Recht auf Ernährung und Zugang zu nahrhafter, erschwinglicher und angemessener Lebensmittel

Fünf wichtige Faktoren

Alle Massnahmen und Aktionen für die Achtung und Förderung der Menschenrechte stützen sich auf fünf wichtige Faktoren, die alle Bereiche unseres Geschäfts umfassen.

1 Governance und Anreize

Wir haben das Thema Menschenrechte auf allen Ebenen unserer Corporate-Governance-Struktur fest verankert. Wesentliche Strukturen sind die Human Rights Community und das Environmental, Social and Governance (ESG) & Sustainability Council. Beide sind eng mit dem Verwaltungsrat sowie dem Vorstand verbunden und beraten diese. Dadurch stellen wir sicher, dass das Thema Menschenrechte die notwendige Priorität im Unternehmen erhält, klare Verantwortlichkeiten für die Umsetzung festgelegt sind und die Fortschritte kontinuierlich überwacht werden können.

2 Richtlinien und Kontrollsysteme

Um das Bewusstsein für das Thema Menschenrechte in allen Geschäftsbereichen und Funktionen zu integrieren, haben wir die Menschenrechte in unseren Richtlinien, Standards und Verfahren eingebettet. Bisher haben wir das Thema in 22 globalen Unternehmensrichtlinien integriert und im Jahr 2021 rund 58.000 Mitarbeiter:innen dazu geschult. Auch in unseren Risikomanagement-, Compliance-, Prüfungs- und Kommunikationssystemen berücksichtigen wir die Menschenrechte. Zusätzlich haben wir unseren Beschwerdemechanismus „SpeakUp“ weiterentwickelt, um auf Hinweise zu Verstößen gegen unsere Unternehmensgrundsätze noch besser reagieren zu können.

3 Engagement und Advocacy

Wir setzen uns aktiv für eine verpflichtende und angemessene Gesetzgebung ein, die Unternehmen Anreize gibt, die menschenrechtlichen Auswirkungen ihrer Aktivitäten zu adressieren. So kann ein Level-Playing-Field, also gleiche Bedingungen für alle Wirtschaftsakteure, geschaffen werden. Dafür treten wir in Interessensgruppen und Branchenverbänden in Deutschland und Europa ein, sowie in Ländern, aus denen wir unsere Rohstoffe beziehen. Beispielsweise engagieren wir uns in der 2019 von der Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik initiierten „Ruggie-Runde“ (in Anlehnung an John Ruggie, Autor der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte). Unter Beteiligung mittelständischer und großer Unternehmen sowie Nichtregierungsorganisationen wurden gemeinsame Kernanliegen an eine entsprechende Gesetzgebung formuliert. Seit Verabschiedung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes in Deutschland stehen der Austausch zu den Anforderungen und Handlungsmöglichkeiten des Gesetzes sowie mögliche Ableitungen für die geplante europäische Regulierung im Vordergrund.

4 Aufbau strategischer Partnerschaften

Die Herausforderungen im Bereich Menschenrechte sind so komplex, dass sie auch als großes Unternehmen kaum allein zu bewältigen sind. Deshalb setzen wir auf das gemeinsame Handeln aller relevanten Akteure sowie auf starke Partnerschaften. Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Organisationen zusammen: von Verbindungspersonen in den Gemeinschaften über die Sozialpartner:innen bis hin zu zivilgesellschaftlichen und internationalen Organisationen. Diese Partnerschaften sind entscheidend, wenn es darum geht, unser Verständnis der menschenrechtlichen Herausforderungen zu verbessern und Lösungen vor Ort zu entwickeln. Außerdem bringen wir uns in Multi-Stakeholder-Plattformen ein, um uns zu neuen Erkenntnissen auszutauschen und gemeinsame Ansätze zu entwickeln.

5 Transparenz und Berichterstattung

Wir sind davon überzeugt, dass ein transparenter Ansatz sowie der Austausch zu unseren Fortschritten und Erkenntnissen nötig sind, um die Ursachen von Menschenrechtsproblemen effektiv anzugehen. Seit 2008 berichten wir global im Rahmen unseres Creating Shared Value and Sustainability Berichts über unser menschenrechtliches Engagement. Und seit 2013 auch für den deutschen Markt mit unserem Fortschrittsbericht. Zusätzlich veröffentlichen wir kontinuierlich Berichte zu wesentlichen Menschenrechtsthemen. Beispielsweise zu Kinderarbeit in der Kakaolieferkette oder Arbeitsrechten im Palmölanbau. Die geplanten Aktionspläne werden unsere bisherige Berichterstattung für jedes priorisierte Menschenrechtsthema gezielt erweitern.

Aktionspläne mit Hand und Fuss

In unseren Aktionsplänen legen wir für jedes der zehn wichtigsten Menschenrechtsthemen Strategien für die Bewertung, Bewältigung und Berichterstattung fest. Sie definieren, was wir innerhalb unserer Versorgungsketten tun und welche kollektiven Massnahmen ergriffen werden müssen.

Durch klar definierte Erwartungen möchten wir die Stärken und Kapazitäten der einzelnen Nestlé Abteilungen nutzen. Diese interne Zusammenarbeit soll auch nach aussen wirken und Gleichgesinnte, die Zivilgesellschaft, Nichtregierungsorganisationen und Regierungen zur Teilhabe inspirieren. So können wir die Ursachen an der Wurzel packen und positive Effekte in grossem Massstab erzielen.

Wir werden bis Ende 2022 alle unsere Aktionspläne zu den wichtigsten Themen veröffentlichen und bis Ende 2025 über die Fortschritte bei den wichtigsten Leistungsindikatoren berichten.

 

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Menschenrechte für alle

Landwirt:in nen in unserer Lieferkette und ihre Familien
Arbeitende in unserer Lieferkette, auch auf der Ebene der landwirtschaft lichen Betriebe
Gemeinden in und um unsere Betriebe und Lieferketten, einschliessl ich Frauen und Kinder
Unsere Mitarbeiten den und Auftragneh mer vor Ort
Verbraucher:i nnen

Menschenrechte gehen uns alle an

Alle unsere Mitarbeitenden erhalten während ihrer Einführung eine Schulung zum Thema Menschenrechte – bis heute über 280.000 Personen. Darüber hinaus haben wir die Menschenrechte in 22 Richtlinien und Verfahren in unserem gesamten Unternehmen verankert, so dass alle Mitarbeitenden das Thema verstehen und darüber sprechen können. Für ein globales Unternehmen wie uns, ist dies besonders wichtig.

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