Was soll ich meinem Kind zum Znüni geben?

Selina Herzog, Ernährungsberaterin bei Nestlé Schweiz, gibt Antwort auf die „ewige Znüni-Frage“.

In der Hitliste der Fragen, die mir als Ernährungsberaterin von Freunden und Bekannten am häufigsten gestellt wird, steht die „Znüni-Frage“ ganz weit oben. Vermutlich auf Platz drei, direkt hinter „Wie kann ich am besten abnehmen?“ und „Ist Low Carb gut?“.

Und die Frage ist sehr gut nachvollziehbar, denn bei der ganzen Flut an Informationen rund um die Themen Zucker, Salz, Fett, Milchprodukte und Co. ist es wirklich schwierig, den Überblick, geschweige denn den Durchblick, zu behalten.

Es fängt schon bei der Grundsatzfrage an: Sollen Kinder überhaupt Zwischenmahlzeiten essen? Hier lautet die Antwort: Ja, es ist sinnvoll für Kinder die Zeit zwischen den Hauptmahlzeiten mit einem Znüni bzw. Zvieri zu überbrücken. Da sie in der Regel zu den Hauptmahlzeiten (noch) nicht so viel essen wie wir Grossen, wird diese sonst nämlich ganz schön lang für sie. Die Zwischenmahlzeiten helfen so Energietiefs zu vermindern und die Konzentration bestmöglich aufrecht zu erhalten. Eine „fixes“ Znüni und Zvieri verhindern ausserdem, dass die Kinder „planlos“ zwischendurch essen.

Damit wäre Grundsatzfrage also mal weitgehend geklärt. Doch WAS und WIE VIEL soll ich meinem Kind zum Znüni (mit-)geben? Hier fällt die Antwort schon etwas komplexer aus, denn das hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Hat ihr zum Beispiel Kind ausgiebig gefrühstückt und verspricht der Stundenplan einen eher „sitzlastigen“ Vormittag, dann ist ein kleines Znüni völlig ausreichend. Am besten eignen sich hier Obst und / oder Gemüse kombiniert mit einem ungesüssten Getränk wie Wasser oder ungezuckertem Kräuter- oder Früchtetee.

Ist ihr Kind hingegen ein Frühstücksmuffel und/oder steht ein bewegungsreicher Vormittag bevor, dann darf und soll es auch mal etwas mehr sein. In diesem Fall ergänzen Sie das Obst bzw. das Gemüse am besten mit einem Getreide- und/oder Milchprodukt sowie Nüssen.

Achten Sie dabei darauf, Produkte mit zugesetztem Zucker möglichst zu vermeiden. Auch Trockenfrüchte und Fruchtsäfte sollten wegen ihres hohen Zuckergehalts eine Ausnahme bleiben. Und wenn es also doch mal was davon sein soll, dann am besten den Mund danach gut mit Wasser spülen – den Zähnen zuliebe.

Fleischprodukte und Wurstwaren sollten ebenfalls nicht zum täglichen Standard-Znüni gehören, können aber von Zeit zu Zeit für etwas Abwechslung sorgen. Achten Sie dabei auf fettarme Varianten.

Das klingt jetzt wahrscheinlich alles noch ziemlich abstrakt. Aber keine Angst, wir haben konkrete Beispiele für Sie zusammengestellt. Bevor wir aber dazu kommen, bleibt noch die Frage der Menge zu klären. Im Falle von Früchten und Gemüse orientieren Sie sich am besten an der Grösse der Hände: Was in die Kinderhand passt, entspricht einer Portion. Und da die Hände ja mitwachsen mit zunehmendem Alter, wächst die Portion einfach mit.