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Das Risiko der Kinderarbeit

Kinderarbeit ist bestürzend und kann nicht hingenommen werden. Kinder haben das Recht zu lernen, sicher und gesund aufzuwachsen und glücklich zu sein. Unternehmen wie Nestlé spielen dabei eine wichtige Rolle, ganz besonders in Gegenden, wo Armut weit verbreitet ist und die Mittel knapp sind.

Die Herausforderung

Leider ist Kinderarbeit in vielen Ländern noch Realität, ganz besonders in ländlichen Gebieten. Dort gibt es Kinderarbeit meist in der Form, dass Kinder ihren Eltern in der Landwirtschaft helfen. Obwohl jeder Fall einzeln betrachtet werden muss, lassen sich meistens gemeinsame Ursachen und Anzeichen beobachten: Armut, fehlender oder eingeschränkter Zugang zu Bildungsmöglichkeiten und zu grundlegenden Dingen wie sauberem Wasser und guter Ernährung. Ausserdem besteht oft kaum ausreichendes Wissen über die Risiken, die für Kinder durch das Tragen schwerer Lasten und andere schwierige Aufgaben entstehen.

 

Wir bekämpfen diese Grundursachen mit unserem Nachhaltigkeitsprogramm für Kakao, dem Nestlé Cocoa Plan. Wir haben uns dazu verpflichtet, unseren gesamten Kakao bis 2025 unter diesen Richtlinien zu beziehen.

Was wir unternehmen

Ein radikales System

Sobald Kinderarbeit oder potenzielle Probleme erkannt sind, ergreifen wir Gegenmassnahmen. Wir versuchen die Grundursachen zu verstehen und schnell mit der Familie und/oder der Gemeinde zu kooperieren, um eine gute Lösung zu finden. Wenn beispielsweise ein Kind nicht zur Schule geht, weil es keine Geburtsurkunde hat, was in manchen ländlichen Gegenden in Westafrika nicht ungewöhnlich ist, helfen wir den Eltern bei der Beschaffung des Dokuments.

Über den Nestlé Cocoa Plan halten wir Kontakt zu den Familien von mehr als 86’000 Kindern in Côte d’Ivoire. Das funktioniert mithilfe von 1640 Kontaktpersonen in den Gemeinden – Ortsansässige, die selber aus Gegenden stammen, in denen Kakao angebaut wird.

Wir führen auch eine Nachbeobachtung durch: Wir besuchen die Familien noch mindestens zweimal, um uns zu vergewissern, dass unsere Massnahmen wirken und dass die betroffenen Kinder nicht wieder arbeiten müssen. Dank unseren Massnahmen konnten seit 2012 bereits rund 128’000 Kinder vor Kinderarbeit geschützt werden.

Mehr als 40’000 Kinder haben jetzt einen besseren Zugang zu einer Schulbildung. Das ist ein guter Anfang. Aber solange Kinderarbeit noch existiert, bleibt auch für uns noch viel zu tun.

Eine stabile Wirtschaft und eine gut funktionierende Gesellschaft sind die Grundvoraussetzungen, um Armut zu überwinden.

Armut ist eine der Grundursachen für Kinderarbeit. Deshalb ist es wichtig, dass Bäuerinnen und Bauern genug verdienen, um sich und ihren Familien ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Wir steigern das Einkommen der Farmer:innen beispielsweise, indem wir sie in guten landwirtschaftlichen Praktiken für mehr Produktivität und Qualität schulen oder indem wir die Diversifizierung in mehrere Einkommensquellen unterstützen. So verringern wir die Abhängigkeit der Familien von einem einzigen Erntegut. Auch haben wir Spar- und Kreditvereinigungen vor Ort ins Leben gerufen. Zusätzlich zu den Massnahmen örtlicher Regierungen zahlen wir eine Prämie für hochwertigen Kakao, um das Einkommen der Bäuer:innen anzuheben.

In Côte d'Ivoire haben wir ausserdem einen Pilotversuch mit finanziellen Anreizen gestartet. Das soll die Landwirt:innen dazu bewegen, die Wälder zu schützen, die ihre Felder umgeben, Schattenbäume zwischen ihre Kakao-Bäume zu pflanzen, um Biodiversität zu fördern, und ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Schulbildung ist eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft von Kindern

Wir wissen, dass ein klarer Zusammenhang zwischen einer besseren Schulbildung und dem Rückgang der Kinderarbeit besteht.

In Zusammenarbeit mit der Jacobs Foundation haben wir 131 Brückenkurse eingerichtet, um jenen Kindern zu helfen, welche die Schulzeit versäumt haben und aufholen müssen. Diese Schulen vermitteln in nur neun Monaten in kleinen Klassen den Stoff, der in herkömmlichen Schulen innert zweier Jahre durchgenommen wird.

«Schule bedeutet Erfolg», sagt Paul, ein 54-jähriger Kakao-Farmer aus dem Süden von Côte d'Ivoire. «Ich möchte, dass meine Kinder Erfolg haben, und deshalb schicke ich sie in die Schule.»

Gemeinsam mehr bewirken

In Anbetracht des Ausmasses und der Vielschichtigkeit des Kinderarbeitsproblems sind weitreichende Veränderungen in der Gesellschaft, Industrie und Regierungspolitik erforderlich. Wir arbeiten mit nationalen Regierungen, örtlichen Behörden, Nichtregierungsorganisationen und anderen Unternehmen, die Kakao in den betreffenden Ländern beziehen, zusammen.

Es sollte grösstmögliche Transparenz gefördert werden. Nur indem wir dem Problem offen ins Auge blicken, können wir das nötige Bewusstsein für Veränderungen schaffen und mit Partner:innen an weiteren wirksamen Lösungen arbeiten.

Unser zweiter Bericht über die Bekämpfung von Kinderarbeit in unserer Kakao-Lieferkette zeigte ebenfalls, wie unser Programm der Gefahr der Kinderarbeit begegnet.

Unabhängige Drittorganisationen wie die Rainforest Alliance oder die Fair Labor Association führen regelmässig Prüfungen durch, die zu kontinuierlichen Verbesserungen beitragen.

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Bereits erzielte Fortschritte

128’000
Kinder wurden seit 2012 vor den Risiken der Kinderarbeit geschützt.
86’000
Familien sind mit uns in Kontakt, um Kinderarbeit auch in Zukunft zu verhindern.
40’000
Kinder haben die Möglichkeit erhalten, zur Schule zu gehen.