Beschaffung von Palmöl
Palmöl ist ein vielseitiges und weit verbreitetes Pflanzenöl. Wenn es verantwortungsvoll beschafft wird, kann es die Lebensgrundlage von Millionen Menschen unterstützen und dazu beitragen, den Druck auf Wälder und empfindliche Ökosysteme zu verringern.
Unser Weg zu nachhaltigem Palmöl
* Im Jahr 2025 stammten 100 % des Rohpalmöls (CPO) und des Palmkernöls (PKO) von Nestlé entweder aus RSPO-zertifizierten Quellen oder wurden durch Gutschriften im Rahmen des Programms für zertifiziertes nachhaltiges Palmöl (CSPO) und zertifiziertes nachhaltiges Palmkernöl (CSPKO) abgedeckt.
Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt «Environmental Disclosures» unseres Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB) sowie unter Supply chains – Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO).
Verantwortungsvolle Beschaffung
Für Nestlé bedeutet verantwortungsvolle Beschaffung, die Lieferketten unserer Rohstoffe kontinuierlich zu verbessern und zu überwachen, unter welchen Bedingungen sie produziert werden. Dazu gehört die Anwendung unserer Umwelt‑ und Menschenrechtsanforderungen auf die verschiedenen Stufen unserer Lieferkette, wie sie in unseren Responsible Sourcing Core Requirements (PDF in englischer Sprache, 2 MB) festgelegt sind. Zu diesen Anforderungen zählt unter anderem, dass die Land‑ und Nutzungsrechte indigener Völker sowie lokaler Gemeinschaften respektiert werden und dass es in unserer Lieferkette weder zu Entwaldung noch zur Umwandlung von Wäldern oder anderen Ökosystemen kommt. Erfahren Sie mehr über verantwortungsvolle Beschaffung.
Unser Ansatz für die verantwortungsvolle Beschaffung von Palmöl
Wir verwenden Palmöl – ein essbares pflanzliches Öl aus den Früchten der Ölpalme – in einer Reihe unserer Produkte. Es ist ein vielseitiger und hocheffizienter Rohstoff, der für seine Produktion weniger Fläche benötigt als andere Ölsaaten wie Soja, Sonnenblumen, Raps oder Kokosnuss. Die Nutzung von Palmöl bringt sowohl zahlreiche Vorteile als auch Herausforderungen mit sich. Daher konzentrieren sich unsere Aktivitäten im Bereich verantwortungsvolle Beschaffung darauf, die Herkunft unseres Palmöls nachzuvollziehen und unter welchen Bedingungen es produziert wird.
Rund drei Viertel unseres Palmöls beziehen wir aus Malaysia und Indonesien, kleinere Mengen aus Lateinamerika und Westafrika. Unsere Responsible Sourcing Core Requirements (PDF in englischer Sprache, 2 MB) sind in unseren Beschaffungsprozess integriert und definieren die Mindestanforderungen an Umwelt‑, Sozial‑ und Governance‑Standards, die für unsere Lieferketten gelten.
Werden wir auf Vorwürfe im Zusammenhang mit einer Palmölmühle oder ‑plantage aufmerksam, aus der wir unsere Rohstoffe beziehen, prüfen wir diese zunächst sorgfältig und treten in den Dialog mit unseren direkten Lieferanten. Ziel ist es, die Situation rasch zu klären und bei Bedarf einen Aktionsplan zu entwickeln.
Wir setzen auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, um gemeinsam mit unseren Lieferanten eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung zu fördern. Sollten schwerwiegende Verstösse gegen unsere Responsible Sourcing Core Requirements trotz entsprechender Massnahmen nicht behoben werden, kann dies zur Aussetzung der Geschäftsbeziehung führen. Eine Liste der vorgelagerten Unternehmen, mit denen wir nicht länger zusammenarbeiten, veröffentlichen wir hier:
Jahr der Mitteilung | Unternehmen | ||
|---|---|---|---|
2018 - 2020 | Cilandri Anky Abadi | DTK Opportunity | Indonusa |
| Korindo Group | Noble | PACIFIC INTER-LINK(HSA) | |
| Posco Daewoo | PT. Indo Sawit Perkasa | PTT Green Plc | |
| Salim Group/Indofood | PT. AGRO NUSA ABADI | PT. LESTARI TANA TELADAN | |
| PT. MAMUANG | PT. Kallista Alam | PT. Laot Bangko | |
| PT. Surya Panen Subur | Samling | ||
2021 - 2025 | Jhonlin | Sulaidy | Rimbunan Hijau |
| Grupo Ochosur | Corporacion Dinant | Industria Chiquibul | |
| PT. Global Sawit Semesta | PT. Aceh Trumon Anugerah Kita | PT. Dewa Rencana Perangin Agin | |
| Borneo Citra Persada Jaya | First Borneo Group | ||
Weder die Liste noch die oben beschriebenen Entscheidungen stellen einen Vorwurf eines rechtlichen Fehlverhaltens dar.
Wie wir unser Palmöl beschaffen
Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Lieferkette
Wir verpflichten alle unsere Palmöllieferanten zu vollständiger Transparenz ihrer Lieferketten. Im Jahr 2025 waren 99,8 % des von uns beschafften Palmöls bis zur Mühle rückverfolgbar. Um die Bedingungen vor Ort noch besser überwachen zu können, legen wir zudem einen klaren Fokus auf den Ausbau der Rückverfolgbarkeit bis auf die Ebene einzelner Plantagen. 2025 haben wir eine Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage von 85,8 % erreicht.
Auf unserer globalen Website veröffentlichen wir eine Liste unserer Tier‑1‑Palmöllieferanten (PDF in englischer Sprache, 3 MB), die detaillierte Angaben zum Herkunftsland sowie zu den Mühlen in unserer Lieferkette enthält.
* Diese Kennzahl unterscheidet sich von der zuvor veröffentlichten Kennzahl aufgrund einer Änderung der Methodik im ersten Halbjahr 2026. Neu berücksichtigen wir die Mengen der Zutaten, die auf ihren ursprünglichen Frischzustand zurückgerechnet wurden, statt ihrer verarbeiteten Form.
Zertifizierung durch Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO)
Unser Engagement für die RSPO-Zertifizierung trägt insbesondere dazu bei, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern beim Erwerb einer Zertifizierung zu unterstützen, ihre landwirtschaftlichen Praktiken weiterzuentwickeln und ihnen den Zugang zu Märkten mit höherer Wertschöpfung zu ermöglichen.
Ab 2026 streben wir an, weiterhin 100 % unseres Palmöls aus zertifizierten Quellen (RSPO) zu beziehen.
Entwaldungsfrei
Gesunde Wälder sind entscheidend für widerstandsfähige Lebensmittelsysteme und die Beschaffung hochwertiger Zutaten. Sie tragen zudem zu unserem Ziel bei, spätestens bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen, sowie zu den Zielen unserer integrierten Klima- und Naturstrategie und unseres Übergangsplans Roots of Net Zero (PDF in englischer Sprache, 14 MB).
Im Jahr 2025 wurden 96,3 % des gesamten von Nestlé beschafften Palmölvolumens als entwaldungsfrei bewertet. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt «Environmental Disclosures» unseres «Non-Financial Statement 2025» (PDF in englischer Sprache, 16 MB).
Was bedeutet «entwaldungsfreies Palmöl»?
Dies bedeutet, dass das betreffende Palmöl als von Flächen stammend bewertet wurde, die nach dem für diesen Rohstoff geltenden Stichtag – spätestens jedoch nach dem 31. Dezember 2020 – weder entwaldet noch umgewandelt wurden. Für Palmöl verwendet Nestlé zudem die Methodik «Deforestation & Conversion Free (DCF)» der Earthworm Foundation (PDF in englischer Sprache, 3 MB), die uns bei der Überwachung unserer Palmöl-Lieferketten unterstützt.
Um kontinuierliche Verbesserungen voranzutreiben und positive Veränderungen zu belohnen, umfasst unsere Methodik für entwaldungsfreie Lieferketten auch Wiedereingliederungspläne (Recovery Plan). Die Mindestanforderungen für die Wiederaufnahme wurden in Zusammenarbeit mit der Earthworm Foundation entwickelt und schaffen einen transparenten Pfad für Unternehmen, bei denen es zu Beanstandungen gekommen ist und die entsprechende Korrekturmassnahmen umgesetzt haben, um wieder Teil der Lieferkette von Nestlé zu werden. Ausführliche Informationen finden Sie in den Leitlinien zu den Mindestanforderungen für die Wiederaufnahme (PDF in englischer Sprache, 155 KB).
Überwachung durch Satelliten
In Zusammenarbeit mit Airbus und der Earthworm Foundation nutzen wir Starling, einen satellitenbasierten Monitoring‑Service zur Überwachung von 100 % unserer globalen Palmöl‑Lieferketten. Starling liefert detaillierte optische und Radar‑Satellitenbilder von Landflächen über grosse geografische Gebiete hinweg. Wir überwachen mehr als 72 033 betriebliche Grenzen sowie die Umgebung von über 1 700 Mühlen, um zu beurteilen, ob Gebiete nachweislich entwaldungsfrei sind oder ein weitergehender Dialog mit Lieferanten sowie Untersuchungen erforderlich sind.
Seit 2017 nutzen wir Starling, um Satellitendaten auf diese Weise auszuwerten und entwaldungsfreies Palmöl zu überprüfen.
Menschenrechte
Der Übergangsplan Roots of Net Zero integriert Ziele zu sozialen Schutzmassnahmen und zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in unseren Ansatz zum Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten, auch für Palmöl. Unser Human Rights Framework and Roadmap (PDF in englischer Sprache, 5 MB)* bildet die Grundlage für unseren Ansatz zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht bei tatsächlichen und potenziellen Menschenrechtsrisiken, die direkt oder indirekt aus unseren eigenen Aktivitäten oder Geschäftsbeziehungen entstehen. Unsere direkten Lieferanten, auch im Palmölbereich, müssen alle lokalen Gesetze, internationalen Standards und geltenden Vorschriften vollständig einhalten und unsere Responsible Sourcing Core Requirements erfüllen.
Im Februar 2023 haben wir spezifische Aktionspläne (PDF in englischer Sprache, 14 MB) veröffentlicht, um die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht entlang unserer Lieferkette weiter zu stärken, insbesondere in Schwerpunktländern, in denen wir tätig sind und/oder aus denen wir Rohstoffe beziehen. Über unsere Fortschritte in diesem Arbeitsfeld berichten wir in unserer Publikation Creating Shared Value (PDF in englischer Sprache, 6 MB) sowie im Non-Financial Statement (PDF in englischer Sprache, 16 MB).
* Wir arbeiten derzeit an unserer Menschenrechtsstrategie für den Zeitraum 2026–2030.
Aktionspläne für Menschenrechte im Bereich Palmöl
Auf der Grundlage unseres Sorgfaltspflichtenprozesses setzen wir in den wichtigsten Beschaffungsländern für Palmöl spezifische Aktionspläne zu Menschenrechten um. In den Schwerpunktländern verfolgen wir einen kombinierten Ansatz («Smart Mix»), der darauf abzielt, die bedeutendsten Menschenrechtsrisiken durch eine Kombination aus Massnahmen in der Lieferkette und kollektiven Aktionen anzugehen. Im Jahr 2025 wurde dieser Ansatz in Malaysia, Indonesien und Kolumbien umgesetzt.
Sorgfaltspflicht für Menschenrechte und Umwelt
Im Rahmen der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflicht (Human Rights and Environmental Due Diligence, HREDD) arbeitet Nestlé gemeinsam mit seinem technischen Partner Proforest gezielt mit strategischen Tier-1-Palmöllieferanten zusammen, die 80 % unseres Volumens repräsentieren. Ziel ist es sicherzustellen, dass diese Lieferanten über einen angemessenen HREDD-Reifegrad verfügen. Auf dieser Grundlage werden Bewertungen mit konkreten Verbesserungsempfehlungen erstellt. Anschliessend werden die Lieferanten aufgefordert, mit Unterstützung spezifischer Leitlinien und Massnahmen zum Kapazitätsaufbau Aktionspläne zur Schliessung der identifizierten Lücken auszuarbeiten. Die Umsetzung und die Fortschritte dieser Aktionspläne werden regelmässig überwacht und jährlich bewertet, um eine kontinuierliche Verbesserung zu gewährleisten. Darüber hinaus arbeiten wir mit ausgewählten strategischen Lieferanten an Aktionsplänen für bestimmte Raffinerien in den Herkunftsländern, um Risiken und Herausforderungen wirksam an der Quelle anzugehen.
Der Nestlé Palm Oil Human Rights Fund
Nestlé arbeitet mit der gemeinnützigen Organisation Winrock International zusammen, um den Nestlé Palmöl-Menschenrechts-Fonds (Nestlé Palm Oil Human Rights Fund) zu verwalten. Über diesen Fonds stellt Nestlé direkten Palmöl-Lieferanten gezielte Kofinanzierung zur Verfügung, um konkrete Menschenrechtsprojekte in Südostasien, Westafrika und Lateinamerika umzusetzen. Der Fonds unterstützt den HREDD-Prozess, da Lieferanten Mittel aus dem Fonds beantragen können, um festgestellte Lücken gezielt zu schliessen.
Ein Beispiel dafür, wie der Fonds Lieferanten unterstützt, ist das «Labour Transformation Program» (LTP) der Earthworm Foundation. Das Programm ermöglicht die Vor‑Ort‑Zusammenarbeit mit Mühlen und Plantagen in der Palmöl‑Lieferkette von Nestlé, um potenzielle Menschenrechtsrisiken zu identifizieren, zu bewerten und gezielt anzugehen.
Die Earthworm Foundation führt umfassende Dokumentenprüfungen sowie Befragungen von Management und Mitarbeiter:innen durch, um die Einhaltung lokaler, nationaler und internationaler Menschenrechtsstandards und ‑gesetze zu bewerten – einschliesslich jener in Bezug auf:
- Löhne und Arbeitszeitmanagement (Lohnhöhe und Lohnabzüge, Lohntransparenz, Verwaltung von Lohnabrechnungen sowie Regelungen zu Arbeitszeiten, Überstunden und Ruhezeiten)
- Unterkünfte (Lage, Bauweise und Grösse sowie Ausstattung und Sicherheitsmerkmale)
- Gesundheit und Sicherheit
- Beschwerdeverfahren
- Arbeitsverträge
- Bewegungsfreiheit (Zugang zu Identitätsdokumenten, um Bewegungsfreiheit ausserhalb von Mühle und Plantage zu ermöglichen)
Jede Mühle und jede Plantage erhält einen massgeschneiderten Aktionsplan sowie entsprechende Ressourcen, um potenzielle Menschenrechtsrisiken zu adressieren. Die Earthworm Foundation überwacht die Umsetzung dieser Massnahmen und bewertet die erzielten Fortschritte bei Folgebesuchen.
Risiken von Kinderarbeit
Die Anwesenheit von Kindern auf Plantagen stellt insbesondere im malaysischen Bundesstaat Sabah ein erhöhtes Risiko dar. Tausende von Kindern leben dort möglicherweise auf Palmölplantagen, häufig ohne offizielle Registrierung und in bestimmten Fällen ohne Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Bildung und Schulunterricht.
Um die Umsetzung unserer Menschenrechts‑Aktionspläne im Bereich Palmöl zu unterstützen und Lieferanten bei der Schliessung von im Rahmen des HREDD‑Prozesses identifizierten Lücken zu begleiten, hat Nestlé ein von unserem Lieferanten Wilmar entwickeltes Programm zum Schutz von Kindern auf Plantagen unterstützt. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Business for Social Responsibility (BSR).
Dazu gehörten mehrere Konsultationsworkshops zur Umsetzung der Kinderschutzrichtlinie von Wilmar (PDF in englischer Sprache, 3 MB) für indonesische Plantagenunternehmen sowie Vertreter*innen von Regierungen, Gewerkschaften und Branchenverbänden. Im Anschluss veröffentlichte Wilmar ein Handbuch zur Umsetzung der Kinderschutzrichtlinie, das derzeit überarbeitet wird, um es auch über den Kreis von Wilmar‑Lieferanten hinaus anwenden zu können.
Landrechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften
Die Land‑ und Nutzungsrechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften sind ein wesentliches Thema im Palmölsektor in Brasilien, Kolumbien und Indonesien. Daher setzen wir gezielte Massnahmen entlang der Lieferkette sowie kollektive Initiativen um. Im Rahmen unseres Engagements mit Tier‑1‑Lieferanten in Indonesien erwarten wir von allen Lieferanten, dass sie Umsetzungsverfahren sowie einen Überwachungsrahmen für Erwerb, Pacht und Nutzung von Land in Übereinstimmung mit den FPIC‑Prinzipien (Free, Prior and Informed Consent) etablieren. Bestehen solche Verfahren nicht, wird dies als Lücke identifiziert, die im Rahmen eines zeitgebundenen Aktionsplans zu schliessen ist. Darüber hinaus haben wir einen unserer Lieferanten bei der Entwicklung eines technischen Leitfadens (PDF in englischer Sprache, 2 MB) zur Umsetzung von freier, vorheriger und informierter Zustimmung (FPIC) durch Palmölplantagen in deren Lieferketten unterstützt.
Landschaftsprojekte
Nestlé betrachtet die landwirtschaftlichen Betriebe, Gemeinschaften und Verarbeitungsanlagen, die mit unserer Lieferkette verbunden sind, als integrierten Bestandteil eines umfassenderen Landschaftsansatzes. Wir unterstützen mehrere Landschaftsinitiativen und Kooperationsprojekte in unseren wichtigsten Palmöl‑Produktionsregionen, um positive ökologische und soziale Wirkungen über ein grösseres geografisches Gebiet hinweg zu fördern.
Dank unseres rund 15‑jährigen lokalen Engagements verfügt Nestlé über ein vertieftes Verständnis dafür, wo Landwirtschaft und Natur gemeinsam gedeihen können und wo landwirtschaftliche Aktivitäten den Druck auf natürliche Ökosysteme reduzieren müssen – unter gleichzeitiger Achtung der Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften.
Vor diesem Hintergrund ergreifen wir gezielte Massnahmen. Dazu gehört unter anderem die Prüfung einer Reduktion unseres Beschaffungsvolumens aus dem Leuser‑Ökosystem in Sumatra (Indonesien), indem wir darauf abzielen, Palmöl ausschliesslich aus RSPO‑zertifizierten Mühlen zu beziehen. Gleichzeitig unterstützen wir Nachhaltigkeitsmassnahmen in der Region durch Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengruppen. Wir haben diese Region als vorrangiges Ökosystem identifiziert. Entsprechend soll sie von verstärkten Naturschutzmassnahmen sowie von erhöhten sozialen und landrechtlichen Schutzmechanismen profitieren.
Aceh
Nestlé unterstützt zudem eine Initiative der Earthworm Foundation in der Landschaft Aceh in Indonesien, die im besonders artenreichen Leuser‑Ökosystem sowie im Rawa‑Singkil‑Reservat liegt. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer resilienten Landschaft, die eine ausgewogene Balance zwischen Rohstoffproduktion, Waldschutz, Existenzsicherung sowie sozialen und arbeitsbezogenen Praktiken im grösseren Massstab schafft.
Das Landschaftsprojekt zielt darauf ab, die verbliebenen Waldflächen durch partizipative Landnutzungsplanung gemeinsam mit Gemeinschaften und Unternehmen zu schützen sowie potenzielle Landkonflikte zu identifizieren und zu lösen.
Darüber hinaus beteiligt sich Nestlé an einem von Proforest in Aceh umgesetzten Projekt mit dem Ziel, zentrale Lösungsansätze zur Reduzierung von Konflikten zwischen Beschaffungsaktivitäten und indigenen Völkern sowie lokalen Gemeinschaften (IPLCs) zu identifizieren und Strukturen zur Prävention zukünftiger Konflikte zu etablieren.
Riau
Riau ist ein bedeutender Produzent von Palmöl und Papier, aber die Schutzgebiete der Region sind anfällig für Nutzung durch Industrieakteure und Kleinproduzenten. Trotz staatlicher Bemühungen ist eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure erforderlich, um die Nachhaltigkeit der Produktionspraktiken weiter zu verbessern. Die Earthworm Foundation spielt dabei eine wichtige Rolle, insbesondere durch kollektive Aktionsinitiativen.
Das Schwerpunktgebiet umfasst 1 215 000 Hektaren in den folgenden Distrikten: Bengkalis, Siak, Pelalawan, Indragiri Hulu und Kampar. Dies entspricht rund 25 % der Gesamtfläche dieser Distrikte.
Sungai‑Linau‑Landschaftsprogramm für Naturschutz und Lebensgrundlagen
Nestlé gehört zu den Unternehmen, die das Sungai‑Linau‑Landschaftsprogramm im indonesischen Bezirk Riau unterstützen. Das Programm wird zudem von der indonesischen Behörde für die Wiederherstellung von Torf‑ und Mangrovenökosystemen (BRGM) begleitet. Als öffentlich‑private Kooperation verfolgt das Programm das Ziel, eine gemeinschaftsbasierte Entwicklung der Landnutzung zu fördern und die Lebensgrundlagen von Kleinbäuer:innen und Dorfgemeinschaften zu stärken. Gleichzeitig trägt es zum Schutz der Wälder bei und unterstützt die Reduktion von Treibhausgasemissionen durch den Erhalt von Wald‑ und Torfökosystemen.
Gemeinsam mit vier weiteren Unternehmen unterstützt Nestlé Proforest im Rahmen der Initiative Sustain Kutim mit dem Ziel, die Bezirksregierung von East Kutai (Indonesien) gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften, Kleinbäuer:innen, Arbeitskräften sowie Plantagenunternehmen dabei zu unterstützen, den Bezirk im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu transformieren. Das Projekt soll eine landschaftsbasierte Bewirtschaftung etablieren, die zur Reduktion von Emissionen aus Forstwirtschaft und Landnutzung beiträgt und gleichzeitig Mehrwert für lokale Behörden, Gemeinschaften, Kleinproduzenten, produzierende Unternehmen sowie Plantagenarbeitskräfte schafft.
In Malaysia unterstützt Nestlé eine Landschaftsinitiative in Sabah, einer Region mit einigen der artenreichsten Wälder der Welt. Hier sollen Palmölbäuer:innen, Mühlen und Plantagen eingebunden werden, um zentrale Themen wie die Resilienz von Kleinproduzenten, den Erhalt der Biodiversität sowie das Wohlergehen der Arbeitskräfte anzugehen. Das Sabah‑Landschaftsprogramm verfolgt das übergeordnete Ziel, wirtschaftliche Entwicklung, Waldschutz, menschenwürdige Arbeitsmöglichkeiten und die Lebensgrundlagen der Gemeinschaften in Einklang zu bringen. Grundlage dafür ist ein landwirtschaftlich fokussierter Landschaftsansatz, bei dem die Bedürfnisse der Produzenten im Zentrum stehen.
Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, das Wohlergehen der Arbeitskräfte und ihrer Familien, einschliesslich der Kinder, zu verbessern. Dies erfolgt durch die Umsetzung von Programmen zur Stärkung der Arbeitsrechte, zur Verbesserung von Arbeitssicherheit und Wohnbedingungen, darunter ein spezifisches Programm mit dem Titel „Kinder in Plantagen“. Dabei wird mit Lehrpersonen von Community Learning Centres zusammengearbeitet, um das Bewusstsein für das Programm zum Schutz von Kindern auf Plantagen zu stärken. Zudem werden Schulungen zu kindgerechten Beschwerde‑ und Abhilfeverfahren für Kinder, Gender‑Komitees, religiöse Führungspersonen sowie Führungskräfte durchgeführt.
Nestlé gehört zu den Unternehmen, die die Southern-Central-Forest-Spine‑Landschaftsinitiative in Westmalaysia unterstützen. Die Region zählt zu den bedeutendsten Beschaffungsgebieten für Palmöl in Malaysia, was historisch zu einem fragmentierten Waldökosystem geführt hat. Die Landschaftsinitiative zielt darauf ab, zentrale Herausforderungen in der Region zu adressieren. Dazu gehören Massnahmen zur Verbesserung des Wohlergehens der Arbeitskräfte und zur Stärkung der Resilienz von Landwirt:innen, der Aufbau von Kapazitäten bei Lieferanten zur Verbesserung ihrer NDPE‑Verpflichtungen (No Deforestation, No Peat, No Exploitation) sowie der Schutz von Wäldern und Biodiversität. Letzterer wird unter anderem durch ein Programm zur Koexistenz von Mensch und Elefant unterstützt.
In Mexiko gehört Nestlé zu den Unternehmen, die gemeinsam mit Proforest und dem RSPO am kooperativen «Holistic Programme» mitwirken, um Nachhaltigkeit im Palmölsektor in Mexiko gezielt voranzubringen und gleichzeitig positive Wirkungen für Gemeinschaften zu erzielen – unter Achtung der Menschenrechte und der Biodiversität. Der Fokus liegt auf der Einbindung unabhängiger Kleinproduzenten, dem Aufbau von Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit sowie der Förderung widerstandsfähiger Gemeinschaften und gesunder Ökosysteme im mexikanischen Palmölsektor. Dies wird durch Zusammenarbeit und Dialog aller relevanten Anspruchsgruppen entlang der Lieferkette erreicht.
Landschaftsinitiative
Vor Ort umgesetzte Programme mit verschiedenen Anspruchsgruppen, die gemeinsame Ziele festlegen, gemeinsam handeln und dabei unterschiedliche Interessen miteinander in Einklang bringen. Gleichzeitig wird der Fortschritt bei der Verbesserung der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Ergebnisse auf Landschaftsebene überwacht – innerhalb des grösseren geografischen Gebiets rund um die landwirtschaftlichen Flächen, auf denen unsere landwirtschaftlichen Rohstoffe produziert werden.


