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Beschaffung von Palmöl

Palmölfrüchte

Palmöl ist das kostengünstigste, vielseitigste und meistproduzierte Pflanzenöl. Wenn es verantwortungsbewusst produziert wird, kann es Millionen von Menschen eine Lebensgrundlage bieten und den Druck auf Wälder und empfindliche Ökosysteme reduzieren.

 

Unser Weg zu nachhaltigem Palmöl 

Title
Zertifizierte Beschaffung von Palmöl (RSPO oder gleichwertig)*

Subtitle
Prozentsatz
96.3 %

* Im Jahr 2025 stammten 100 % des Rohpalmöls (CPO) und des Palmkernöls (PKO) von Nestlé entweder aus RSPO-zertifizierten Quellen oder wurden durch Gutschriften im Rahmen des Programms für zertifiziertes nachhaltiges Palmöl (CSPO) und zertifiziertes nachhaltiges Palmkernöl (CSPKO) abgedeckt.

Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt «Environmental Disclosures» unseres Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB).

Die wichtigsten Begriffe erklärt 

Verantwortungsvolle Beschaffung 
Für Nestlé bedeutet verantwortungsvolle Beschaffung, die Lieferketten unserer Rohstoffe kontinuierlich zu verbessern und zu überwachen, unter welchen Bedingungen sie produziert werden. Dazu gehört die Anwendung unserer Umwelt‑ und Menschenrechtsanforderungen auf die verschiedenen Stufen unserer Lieferkette, wie sie in unseren Responsible Sourcing Core Requirements (PDF in englischer Sprache, 2 MB) festgelegt sind. Zu diesen Anforderungen zählt unter anderem, dass die Land‑ und Nutzungsrechte indigener Völker sowie lokaler Gemeinschaften respektiert werden und dass es in unserer Lieferkette weder zu Entwaldung noch zur Umwandlung von Wäldern oder anderen Ökosystemen kommt. Erfahren Sie mehr über verantwortungsvolle Beschaffung. 

Entwaldungsfrei 
Entwaldungsfrei bedeutet, dass Rohstoffe auf Flächen produziert wurden, die nach einem festgelegten Stichtag nicht entwaldet oder in eine andere Landnutzungsform umgewandelt wurden. Dieser Stichtag variiert je nach Rohstoff, ist jedoch spätestens der 31. Dezember 2020. Weitere Informationen zum Thema entwaldungsfrei finden Sie hier

Unser Ansatz für nachhaltiges Palmöl 

Wir verwenden Palmöl – ein essbares pflanzliches Öl aus den Früchten der Ölpalme – in einer Reihe unserer Produkte. Es ist ein vielseitiger und hocheffizienter Rohstoff, der für seine Produktion weniger Fläche benötigt als andere Ölsaaten wie Soja, Sonnenblumen, Raps oder Kokosnuss. Die Nutzung von Palmöl bringt sowohl zahlreiche Vorteile als auch Herausforderungen mit sich. Daher konzentrieren sich unsere Aktivitäten im Bereich verantwortungsvolle Beschaffung darauf, die Herkunft unseres Palmöls nachzuvollziehen und unter welchen Bedingungen es produziert wird.

Rund drei Viertel unseres Palmöls beziehen wir aus Malaysia und Indonesien, kleinere Mengen aus Lateinamerika und Westafrika. Unsere Responsible Sourcing Core Requirements (PDF in englischer Sprache, 2 MB) sind in unseren Beschaffungsprozess integriert und definieren die Mindestanforderungen an Umwelt‑, Sozial‑ und Governance‑Standards, die für unsere Lieferketten gelten.

Werden wir auf Vorwürfe im Zusammenhang mit einer Palmölmühle oder ‑plantage aufmerksam, aus der wir unsere Rohstoffe beziehen, prüfen wir diese zunächst sorgfältig und treten in den Dialog mit unseren direkten Lieferanten. Ziel ist es, die Situation rasch zu klären und bei Bedarf einen Aktionsplan zu entwickeln.

Wir setzen auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, um gemeinsam mit unseren Lieferanten eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung zu fördern. Sollten schwerwiegende Verstösse gegen unsere Responsible Sourcing Core Requirements trotz entsprechender Massnahmen nicht behoben werden, kann dies zur Aussetzung der Geschäftsbeziehung führen. Eine Liste der vorgelagerten Unternehmen, mit denen wir nicht länger zusammenarbeiten, veröffentlichen wir hier:

Jahr der Mitteilung 

Unternehmen

2018 - 2020 

Cilandri Anky Abadi  DTK Opportunity  Indonusa 
Korindo Group  Noble  PACIFIC INTER-LINK(HSA)  
Posco Daewoo  PT. Indo Sawit Perkasa   PTT Green Plc  
Salim Group/Indofood  PT. AGRO NUSA ABADI  PT. LESTARI TANA TELADAN  
PT. MAMUANG PT. Kallista Alam  PT. Laot Bangko   
PT. Surya Panen Subur   Samling    

2021 - 2025 

Jhonlin  Sulaidy  Rimbunan Hijau  
Grupo Ochosur  Corporacion Dinant  Industria Chiquibul  
PT. Global Sawit Semesta  PT. Aceh Trumon Anugerah Kita PT. Dewa Rencana Perangin Agin 
Borneo Citra Persada Jaya  First Borneo Group 

Weder die Liste noch die oben beschriebenen Entscheidungen stellen einen Vorwurf eines rechtlichen Fehlverhaltens dar.

Wie wir nachhaltiges Palmöl einkaufen 

Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Lieferkette 

Wir verpflichten alle unsere Palmöllieferanten zu vollständiger Transparenz ihrer Lieferketten. Im Jahr 2025 waren 99,8 % des von uns beschafften Palmöls bis zur Mühle rückverfolgbar. Um die Bedingungen vor Ort noch besser überwachen zu können, legen wir zudem einen klaren Fokus auf den Ausbau der Rückverfolgbarkeit bis auf die Ebene einzelner Plantagen. 2025 haben wir eine Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage von 85,9 % erreicht.

Auf unserer globalen Website veröffentlichen wir eine Liste unserer Tier‑1‑Palmöllieferanten (PDF in englischer Sprache, 3 MB), die detaillierte Angaben zum Herkunftsland sowie zu den Mühlen in unserer Lieferkette enthält.

Zertifizierung durch Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO)  

Unser Bekenntnis zur RSPO-Zertifizierung bringt uns spürbare Vorteile: Wir unterstützen Kleinbauern dabei, die Zertifizierung zu erlangen, verbessern landwirtschaftliche Praktiken und ermöglichen den Zugang zu Premium-Märkten. 

Entwaldungsfrei 

Gesunde Wälder sind ein Schlüssel zu resilienten Nahrungssystemen und liefern hochwertige Rohstoffe. Gleichzeitig sind sie entscheidend, um die ehrgeizigen Ziele unserer Net Zero Roadmap zu erreichen. 

Im Jahr 2025 wurden 96,3 % des gesamten von uns beschafften Palmöls als entwaldungsfrei bewertet. Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt «Environmental Disclosures» unseres Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB)

Was bedeutet «entwaldungsfreies Palmöl»? 

Entwaldungsfrei bedeutet, dass das Palmöl als auf Flächen produziert bewertet wurde, die seit dem festgelegten Stichtag vom 31. Dezember 2015 weder entwaldet noch in eine andere Landnutzungsform umgewandelt wurden. Gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen entlang der Lieferkette nutzen wir die Deforestation & Conversion Free (DCF)‑Methodik der Earthworm Foundation (PDF in englischer Sprache, 3 MB), die uns bei der Überwachung unserer Palmöl‑Lieferketten unterstützt. 

Um kontinuierliche Verbesserungen voranzutreiben und positive Veränderungen zu belohnen, umfasst unsere Methodik für entwaldungsfreie Lieferketten auch Wiedereingliederungspläne (Recovery Plan). Die Mindestanforderungen für die Wiederaufnahme wurden in Zusammenarbeit mit der Earthworm Foundation entwickelt und schaffen einen transparenten Pfad für Unternehmen, bei denen es zu Beanstandungen gekommen ist und die entsprechende Korrekturmassnahmen umgesetzt haben, um wieder Teil der Lieferkette von Nestlé zu werden. Ausführliche Informationen finden Sie in den Leitlinien zu den Mindestanforderungen für die Wiederaufnahme (PDF in englischer Sprache, 155 KB)

Überwachung durch Satelliten

In Zusammenarbeit mit Airbus und der Earthworm Foundation nutzen wir Starling, einen satellitenbasierten Monitoring‑Service zur Überwachung von 100 % unserer globalen Palmöl‑Lieferketten. Starling liefert detaillierte optische und Radar‑Satellitenbilder von Landflächen über grosse geografische Gebiete hinweg. Wir überwachen mehr als 72 033 betriebliche Grenzen sowie die Umgebung von über 1 700 Mühlen, um zu beurteilen, ob Gebiete nachweislich entwaldungsfrei sind oder ein weitergehender Dialog mit Lieferanten sowie Untersuchungen erforderlich sind. 

Seit 2017 sind wir Vorreiter beim Einsatz von Starling. Inzwischen ist es in der Konsumgüterindustrie gängige Praxis geworden, Satellitendaten auf diese Weise zu nutzen. Zudem haben wir ein Transparenz‑Dashboard für Palmöl (Seite in englischer Sprache) entwickelt, um Stakeholder regelmässig über unsere Fortschritte bei der Bewertung von entwaldungsfreiem Palmöl zu informieren und unsere Erkenntnisse zu teilen. 

Menschenrechte 

Die Grundlage für unseren Ansatz zum Thema Menschenrechtsrisiken, die direkt oder indirekt aus unserer eigenen Geschäftstätigkeit oder aus unseren Geschäftsbeziehungen entstehen, ist unser «Human Rights Framework and Roadmap» (PDF in englischer Sprache, 5 MB). Unsere direkten Lieferanten – einschliesslich derjenigen für Palmöl – sind verpflichtet, sämtliche lokalen Gesetze, internationalen Standards sowie einschlägigen regulatorischen Vorgaben vollständig einzuhalten und unsere Kernanforderungen für verantwortungsbewusste Beschaffung (Responsible Sourcing Core Requirements) zu erfüllen. 

Im Februar 2023 haben wir spezifische Aktionspläne (PDF in englischer Sprache, 14 MB) veröffentlicht, um die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht entlang unserer Lieferkette weiter zu stärken, insbesondere in Schwerpunktländern, in denen wir tätig sind und/oder aus denen wir Rohstoffe beziehen. Über unsere Fortschritte in diesem Arbeitsfeld berichten wir in unserer Publikation Creating Shared Value (PDF in englischer Sprache, 6 MB) sowie im Non-Financial Statement (PDF in englischer Sprache, 16 MB)

Aktionspläne für Menschenrechte bei Palmöl

Wir setzen in wichtigen Beschaffungsländern spezifische Aktionspläne zu Menschenrechten im Bereich Palmöl um, die auf unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht basieren. In Schwerpunktländern verfolgen wir dabei einen Smart‑Mix‑Ansatz, der darauf abzielt, die wesentlichsten Menschenrechtsrisiken durch eine Kombination aus Massnahmen in der Lieferkette und kollektiven Initiativen anzugehen. Diese Massnahmen erfolgen sowohl auf Ebene der direkten Lieferanten als auch darüber hinaus (das heisst weiter vorgelagert in unserer Lieferkette) durch kooperative Aktivitäten auf nationaler Ebene, beispielsweise im Rahmen von landschaftsbezogenen oder sektorspezifischen Initiativen. Im Jahr 2025 haben wir mit der schrittweisen Umsetzung dieses Ansatzes in Malaysia, Indonesien und Kolumbien begonnen. 

Sorgfaltspflicht für Menschenrechte und Umwelt

Im Bereich der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflicht (Human Rights and Environmental Due Diligence, HREDD) arbeitet Nestlé gemeinsam mit unserem technischen Partner Proforest gezielt mit wichtigen Tier‑1‑Palmöllieferanten zusammen, die 80 % unseres Palmölvolumens abdecken. Ziel ist es sicherzustellen, dass diese Lieferanten über ein angemessenes Niveau in der Umsetzung von HREDD verfügen. Darauf aufbauend werden Zeugnisse mit konkreten Empfehlungen zur Verbesserung entwickelt. Die Lieferanten sind anschliessend aufgefordert, Aktionspläne zur Schliessung identifizierter Lücken auszuarbeiten. Dabei werden sie durch gezielte Leitlinien sowie Massnahmen zum Kapazitätsaufbau unterstützt. Die Umsetzung und der Fortschritt dieser Aktionspläne werden regelmässig überwacht und jährlich ausgewertet, um eine kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen. Darüber hinaus arbeiten wir mit ausgewählten strategischen Lieferanten an Aktionsplänen für ausgewählte Raffinerien in den Herkunftsländern, um Risiken und Herausforderungen an der Quelle anzugehen. 

Der Nestlé Palm Oil Human Rights Fund 

Nestlé arbeitet mit der gemeinnützigen Organisation Winrock International zusammen, um den Nestlé Palmöl-Menschenrechts-Fonds (Nestlé Palm Oil Human Rights Fund) zu verwalten. Über diesen Fonds stellt Nestlé direkten Palmöl-Lieferanten gezielte Kofinanzierung zur Verfügung, um konkrete Menschenrechtsprojekte in Südostasien, Westafrika und Lateinamerika umzusetzen. Der Fonds unterstützt den HREDD-Prozess, da Lieferanten Mittel aus dem Fonds beantragen können, um festgestellte Lücken gezielt zu schliessen. 

Ein Beispiel dafür, wie der Fonds Lieferanten unterstützt, ist das «Labour Transformation Program» (LTP) der Earthworm Foundation. Das Programm ermöglicht die Vor‑Ort‑Zusammenarbeit mit Mühlen und Plantagen in der Palmöl‑Lieferkette von Nestlé, um potenzielle Menschenrechtsrisiken zu identifizieren, zu bewerten und gezielt anzugehen. 

Die Earthworm Foundation führt umfassende Dokumentenprüfungen sowie Befragungen von Management und Mitarbeiter:innen durch, um die Einhaltung lokaler, nationaler und internationaler Menschenrechtsstandards und ‑gesetze zu bewerten – einschliesslich jener in Bezug auf: 

  • Löhne und Arbeitszeitmanagement (Lohnhöhe und Lohnabzüge, Lohntransparenz, Verwaltung von Lohnabrechnungen sowie Regelungen zu Arbeitszeiten, Überstunden und Ruhezeiten)
  • Unterkünfte (Lage, Bauweise und Grösse sowie Ausstattung und Sicherheitsmerkmale)
  • Gesundheit und Sicherheit
  • Beschwerdeverfahren
  • Arbeitsverträge
  • Bewegungsfreiheit (Zugang zu Identitätsdokumenten, um Bewegungsfreiheit ausserhalb von Mühle und Plantage zu ermöglichen) 

Jede Mühle und jede Plantage erhält einen massgeschneiderten Aktionsplan sowie entsprechende Ressourcen, um potenzielle Menschenrechtsrisiken zu adressieren. Die Earthworm Foundation überwacht die Umsetzung dieser Massnahmen und bewertet die erzielten Fortschritte bei Folgebesuchen.

Risiken von Kinderarbeit

Die Anwesenheit von Kindern auf Plantagen stellt insbesondere im malaysischen Bundesstaat Sabah ein erhöhtes Risiko dar. Tausende von Kindern leben dort möglicherweise auf Palmölplantagen, häufig ohne offizielle Registrierung und in bestimmten Fällen ohne Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Bildung und Schulunterricht.

Um die Umsetzung unserer Menschenrechts‑Aktionspläne im Bereich Palmöl zu unterstützen und Lieferanten bei der Schliessung von im Rahmen des HREDD‑Prozesses identifizierten Lücken zu begleiten, hat Nestlé ein von unserem Lieferanten Wilmar entwickeltes Programm zum Schutz von Kindern auf Plantagen unterstützt. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Business for Social Responsibility (BSR). 

Dazu gehörten mehrere Konsultationsworkshops zur Umsetzung der Kinderschutzrichtlinie von Wilmar (PDF in englischer Sprache, 3 MB) für indonesische Plantagenunternehmen sowie Vertreter*innen von Regierungen, Gewerkschaften und Branchenverbänden. Im Anschluss veröffentlichte Wilmar ein Handbuch zur Umsetzung der Kinderschutzrichtlinie, das derzeit überarbeitet wird, um es auch über den Kreis von Wilmar‑Lieferanten hinaus anwenden zu können. 

 

Landrechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften 

Die Land‑ und Nutzungsrechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften sind ein wesentliches Thema im Palmölsektor in Brasilien, Kolumbien und Indonesien. Daher setzen wir gezielte Massnahmen entlang der Lieferkette sowie kollektive Initiativen um. Im Rahmen unseres Engagements mit Tier‑1‑Lieferanten in Indonesien erwarten wir von allen Lieferanten, dass sie Umsetzungsverfahren sowie einen Überwachungsrahmen für Erwerb, Pacht und Nutzung von Land in Übereinstimmung mit den FPIC‑Prinzipien (Free, Prior and Informed Consent) etablieren. Bestehen solche Verfahren nicht, wird dies als Lücke identifiziert, die im Rahmen eines zeitgebundenen Aktionsplans zu schliessen ist. Darüber hinaus haben wir einen unserer Lieferanten bei der Entwicklung eines technischen Leitfadens (PDF in englischer Sprache, 2 MB) zur Umsetzung von freier, vorheriger und informierter Zustimmung (FPIC) durch Palmölplantagen in deren Lieferketten unterstützt. 

Landschaftsprojekte

Nestlé betrachtet die landwirtschaftlichen Betriebe, Gemeinschaften und Verarbeitungsanlagen, die mit unserer Lieferkette verbunden sind, als integrierten Bestandteil eines umfassenderen Landschaftsansatzes. Wir unterstützen mehrere Landschaftsinitiativen und Kooperationsprojekte in unseren wichtigsten Palmöl‑Produktionsregionen, um positive ökologische und soziale Wirkungen über ein grösseres geografisches Gebiet hinweg zu fördern. 

Dank unseres rund 15‑jährigen lokalen Engagements verfügt Nestlé über ein vertieftes Verständnis dafür, wo Landwirtschaft und Natur gemeinsam gedeihen können und wo landwirtschaftliche Aktivitäten den Druck auf natürliche Ökosysteme reduzieren müssen – unter gleichzeitiger Achtung der Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften. 

Vor diesem Hintergrund ergreifen wir gezielte Massnahmen. Dazu gehört unter anderem die Prüfung einer Reduktion unseres Beschaffungsvolumens aus dem Leuser‑Ökosystem in Sumatra (Indonesien), indem wir darauf abzielen, Palmöl ausschliesslich aus RSPO‑zertifizierten Mühlen zu beziehen. Gleichzeitig unterstützen wir Nachhaltigkeitsmassnahmen in der Region durch Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengruppen. Wir haben diese Region als vorrangiges Ökosystem identifiziert. Entsprechend soll sie von verstärkten Naturschutzmassnahmen sowie von erhöhten sozialen und landrechtlichen Schutzmechanismen profitieren. 

Aceh 

Nestlé unterstützt zudem eine Initiative der Earthworm Foundation in der Landschaft Aceh in Indonesien, die im besonders artenreichen Leuser‑Ökosystem sowie im Rawa‑Singkil‑Reservat liegt. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer resilienten Landschaft, die eine ausgewogene Balance zwischen Rohstoffproduktion, Waldschutz, Existenzsicherung sowie sozialen und arbeitsbezogenen Praktiken im grösseren Massstab schafft. 
Das Landschaftsprojekt zielt darauf ab, die verbliebenen Waldflächen durch partizipative Landnutzungsplanung gemeinsam mit Gemeinschaften und Unternehmen zu schützen sowie potenzielle Landkonflikte zu identifizieren und zu lösen. 

Darüber hinaus beteiligt sich Nestlé an einem von Proforest in Aceh umgesetzten Projekt mit dem Ziel, zentrale Lösungsansätze zur Reduzierung von Konflikten zwischen Beschaffungsaktivitäten und indigenen Völkern sowie lokalen Gemeinschaften (IPLCs) zu identifizieren und Strukturen zur Prävention zukünftiger Konflikte zu etablieren. 

Riau  

Riau ist ein bedeutender Produzent von Palmöl und Papier, aber die Schutzgebiete der Region sind anfällig für Nutzung durch Industrieakteure und Kleinproduzenten. Trotz staatlicher Bemühungen ist eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure erforderlich, um die Nachhaltigkeit der Produktionspraktiken weiter zu verbessern. Die Earthworm Foundation spielt dabei eine wichtige Rolle, insbesondere durch kollektive Aktionsinitiativen. 

Das Schwerpunktgebiet umfasst 1 215 000 Hektaren in den folgenden Distrikten: Bengkalis, Siak, Pelalawan, Indragiri Hulu und Kampar. Dies entspricht rund 25 % der Gesamtfläche dieser Distrikte. 

Sungai‑Linau‑Landschaftsprogramm für Naturschutz und Lebensgrundlagen 

Nestlé gehört zu den Unternehmen, die das Sungai‑Linau‑Landschaftsprogramm im indonesischen Bezirk Riau unterstützen. Das Programm wird zudem von der indonesischen Behörde für die Wiederherstellung von Torf‑ und Mangrovenökosystemen (BRGM) begleitet. Als öffentlich‑private Kooperation verfolgt das Programm das Ziel, eine gemeinschaftsbasierte Entwicklung der Landnutzung zu fördern und die Lebensgrundlagen von Kleinbäuer:innen und Dorfgemeinschaften zu stärken. Gleichzeitig trägt es zum Schutz der Wälder bei und unterstützt die Reduktion von Treibhausgasemissionen durch den Erhalt von Wald‑ und Torfökosystemen. 

Gemeinsam mit vier weiteren Unternehmen unterstützt Nestlé Proforest im Rahmen der Initiative Sustain Kutim mit dem Ziel, die Bezirksregierung von East Kutai (Indonesien) gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften, Kleinbäuer:innen, Arbeitskräften sowie Plantagenunternehmen dabei zu unterstützen, den Bezirk im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu transformieren. Das Projekt soll eine landschaftsbasierte Bewirtschaftung etablieren, die zur Reduktion von Emissionen aus Forstwirtschaft und Landnutzung beiträgt und gleichzeitig Mehrwert für lokale Behörden, Gemeinschaften, Kleinproduzenten, produzierende Unternehmen sowie Plantagenarbeitskräfte schafft. 

In Malaysia unterstützt Nestlé eine Landschaftsinitiative in Sabah, einer Region mit einigen der artenreichsten Wälder der Welt. Hier sollen Palmölbäuer:innen, Mühlen und Plantagen eingebunden werden, um zentrale Themen wie die Resilienz von Kleinproduzenten, den Erhalt der Biodiversität sowie das Wohlergehen der Arbeitskräfte anzugehen. Das Sabah‑Landschaftsprogramm verfolgt das übergeordnete Ziel, wirtschaftliche Entwicklung, Waldschutz, menschenwürdige Arbeitsmöglichkeiten und die Lebensgrundlagen der Gemeinschaften in Einklang zu bringen. Grundlage dafür ist ein landwirtschaftlich fokussierter Landschaftsansatz, bei dem die Bedürfnisse der Produzenten im Zentrum stehen.

Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, das Wohlergehen der Arbeitskräfte und ihrer Familien, einschliesslich der Kinder, zu verbessern. Dies erfolgt durch die Umsetzung von Programmen zur Stärkung der Arbeitsrechte, zur Verbesserung von Arbeitssicherheit und Wohnbedingungen, darunter ein spezifisches Programm mit dem Titel „Kinder in Plantagen“. Dabei wird mit Lehrpersonen von Community Learning Centres zusammengearbeitet, um das Bewusstsein für das Programm zum Schutz von Kindern auf Plantagen zu stärken. Zudem werden Schulungen zu kindgerechten Beschwerde‑ und Abhilfeverfahren für Kinder, Gender‑Komitees, religiöse Führungspersonen sowie Führungskräfte durchgeführt.

 

Nestlé gehört zu den Unternehmen, die die Southern-Central-Forest-Spine‑Landschaftsinitiative in Westmalaysia unterstützen. Die Region zählt zu den bedeutendsten Beschaffungsgebieten für Palmöl in Malaysia, was historisch zu einem fragmentierten Waldökosystem geführt hat. Die Landschaftsinitiative zielt darauf ab, zentrale Herausforderungen in der Region zu adressieren. Dazu gehören Massnahmen zur Verbesserung des Wohlergehens der Arbeitskräfte und zur Stärkung der Resilienz von Landwirt:innen, der Aufbau von Kapazitäten bei Lieferanten zur Verbesserung ihrer NDPE‑Verpflichtungen (No Deforestation, No Peat, No Exploitation) sowie der Schutz von Wäldern und Biodiversität. Letzterer wird unter anderem durch ein Programm zur Koexistenz von Mensch und Elefant unterstützt.  

In Mexiko gehört Nestlé zu den Unternehmen, die gemeinsam mit Proforest und dem RSPO am kooperativen «Holistic Programme» mitwirken, um Nachhaltigkeit im Palmölsektor in Mexiko gezielt voranzubringen und gleichzeitig positive Wirkungen für Gemeinschaften zu erzielen – unter Achtung der Menschenrechte und der Biodiversität. Der Fokus liegt auf der Einbindung unabhängiger Kleinproduzenten, dem Aufbau von Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit sowie der Förderung widerstandsfähiger Gemeinschaften und gesunder Ökosysteme im mexikanischen Palmölsektor. Dies wird durch Zusammenarbeit und Dialog aller relevanten Anspruchsgruppen entlang der Lieferkette erreicht.