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Zur verantwortungsvollen Beschaffung von Zucker

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Zucker ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Lebensmittel und Getränke, die wir herstellen.

Wir beziehen sowohl Zuckerrohr als auch Zuckerrüben von mehr als 200 Lieferant:innen aus 60 Ländern. Gerade die Ernte von Zuckerrohr ist allerdings oft gefährlich und kann schwierige Arbeitsbedingungen mit sich bringen. Daher haben wir uns dazu verpflichtet, in Kooperation mit unseren Lieferant:innen für die Einhaltung der Arbeitsrechte, faire Löhne und Produktionsbedingungen sowie gegen Kinderarbeit zu kämpfen. Ausserdem kann die Zuckerproduktion auch mit dem Risiko der Abholzung von Wäldern verbunden sein – eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen.

Wie wir unsere Zuckerlieferkette verbessern – unser Fortschritt

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98 %

Unser Weg zur nachhaltigen Zuckerproduktion

Wir wollen sicherstellen, dass unser Zucker von Mühlen bezogen wird, deren Betriebsabläufe den lokalen Gesetzen und Vorschriften sowie unserem Responsible Sourcing Standard entsprechen. Das gilt auch für die Farmen und Plantagen, von denen sie beliefert werden.

In manchen Ländern, aus denen wir Zucker importieren, haben wir eine Reihe von Risiken festgestellt, darunter Kinderarbeit, schwierige Arbeits- und Lebensbedingungen für Zuckerrohrarbeiter:innen und Umweltprobleme wie Abholzung und Einsatz von Agrochemikalien. Gemeinsam mit unseren Lieferant:innen und Partnern wie Proforest arbeiten wir aktiv daran, diese Probleme anzugehen.

Um unsere Lieferant:innen und uns selbst in die Pflicht zu nehmen und die Transparenz in der gesamten Branche zu fördern, haben wir die Liste unserer Tier-1-Zuckerlieferant:innen und die Liste der Mühlen in unserer Lieferkette zusammen mit ihren Herkunftsländern veröffentlicht.

Die Erfassung und Bewertung unserer Lieferant:innen

Wir arbeiten mit Proforest zusammen, um unsere Zuckerlieferkette zu dokumentieren und unsere Lieferant:innen zu bewerten. Wir haben die Beschaffungskette zurück zu den Zuckermühlen in mehreren Ländern und Regionen kartiert, darunter Brasilien, Mexiko, Indien, Australien, Thailand, die Philippinen, China und Mittelamerika.

Der Bewertungsprozess umfasst unter anderem Besuche vor Ort sowie die Analyse von Rückverfolgbarkeits- und Beschäftigungsdaten. Die Ergebnisse fliessen in die Entwicklung von Strategien ein, mit denen die Mühlen ihre Praktiken verbessern, Neuerungen einführen und geeignete Schulungen für ihre Zuliefer:innen anbieten können.

Klares Nein zu Abholzung von Wäldern

Im Jahr 2010 haben wir uns verpflichtet, entlang der Lieferketten unserer fünf wichtigsten Inhaltsstoffe, darunter auch Zucker, keine Wälder zu zerstören. Um sicherzustellen, dass dies nicht geschieht, bedienen wir uns verschiedener Massnahmen wie der Lieferkettenerfassung, der Überprüfung vor Ort und der Analyse des geografischen Informationssystems (GIS).

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Unterstützung von Kleinbauernhöfen in Thailand

In Thailand unterstützen die Zuckerkäufer:innen die Landwirt:innen dabei, ihre Betriebe nach nachhaltigen Beschaffungsstandards wie dem Bonsucro-Standard auszurichten. Doch die Einführung skalierbarer Verfahren für Tausende von Kleinbetrieben ist eine echte Herausforderung.

Verifik8, eine innovative Technologielösung, wurde von Fairagora Asia entwickelt, um Landwirt:innen bei der direkten Weitergabe von Informationen an die Mühlen zu unterstützen. Die Daten der Farmen werden über eine mobile App gesammelt, bevor sie analysiert und mit den Berater:innen und Kontrolleur:innen der Mühlen zur Überprüfung geteilt werden. Das Tool ist vollständig auf den Bonsucro-Standard abgestimmt, sodass es für Kleinbauern und -innen einfacher ist, Verbesserungen umzusetzen, die dem Standard entsprechen.

Seit 2017 unterstützen wir in Zusammenarbeit mit FairAgora Asia und dem führenden Zuckerhersteller Mitr Phol ein Programm zugunsten einer kontinuierlichen Verbesserung im thailändischen Zuckerrohrsektor. Im Rahmen dieses Programms werden die Landwirt:innen hinsichtlich bewährter Anbaumethoden geschult und weitergebildet.

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Förderung eines nachhaltigen Zuckersektors in Nigeria

In Nigeria konzentriert sich die Regierung zunehmend auf die Weiterentwicklung des Zuckersektors. Nestlé arbeitet mit den wichtigsten Interessengruppen zusammen, um sicherzustellen, dass dies auf nachhaltige Weise geschieht.

Die Sunti Golden Sugar Estate (SGSE) ist einer der grössten Zuckerproduzenten des Landes und beliefert auch Nestlé. Wie bei anderen Zuliefernden hat Proforest auch bei SGSE die Einhaltung unseres Responsible Sourcing Standards geprüft, einschliesslich der Untersuchung von Landrechten mithilfe des LandAssess-Tools von Landesa.

Darüber hinaus wurden die Fähigkeiten der Mitarbeitenden in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt bewertet. Dabei festgestellte Probleme sollen mithilfe eines Aktionsplans behoben werden.

Dieselbe Standortbewertung erfolgte kurz darauf bei der Savannah Sugar Company Limited von Dangote in Numan im nigerianischen Bundesstaat Adamawa. Nestlé, Proforest und beide Lieferant:innen arbeiteten gemeinsam an der Entwicklung von Aktionsplänen zur Beseitigung der festgestellten Lücken in Bezug auf unseren Responsible Sourcing Standard.

Ein Gabelstapler mit Zuckersäcken

Wie wir Land in Côte d'Ivoire schützen

Unter Berücksichtigung des Responsible Sourcing Standard von Nestlé hat eine Standortbewertung der Sucrivoire-Betriebe in Zuénoula und Borotou-Koro, Côte d'Ivoire, stattgefunden. Das Ergebnis: die Aufdeckung einiger Umweltprobleme. So waren beispielsweise Flächen mit hohem Naturschutzwert (HCV) und hohem Kohlenstoffbestand (HCS) bebaut worden. Und das wahrscheinlich für den Anbau von Zucker.

Bei der Bewertung zeigte sich, dass die Mitarbeitenden nicht wussten, wie man HCV- und HCS-Gebiete identifiziert, verwaltet und überwacht. Die Betriebe hatten jedoch ein grosses Interesse daran, sich in diesem Bereich weiterzubilden, und so organisierten wir gemeinsam mit Proforest eine spezielle Schulung.

Im Anschluss an die Fortbildung wurde vereinbart, dass vor allen künftigen Umnutzungen von Flächen für den Zuckeranbau eine HCV/HCS-Bewertung durchgeführt wird. Nestlé und Proforest werden die Bewertungsergebnisse weiterverfolgen und überprüfen.

Sicher ist sicher: Zum Schutz der Menschenrechte und Lebensgrundlagen

Während der Erntezeit leben und arbeiten in vielen Ländern wie Côte d'Ivoire, Mexiko und Thailand zahlreiche befristete Wanderarbeiter:innen in den Zuckerrohranbaugebieten. Diese Arbeitsmigration birgt viele soziale Risiken innerhalb der Lieferkette.

Dazu gehören unter anderem der eingeschränkte Zugang zu sanitären Einrichtungen und Trinkwasser sowie zu wenig Wohn- und Freiraum. Kinder gehen teilweise nicht zur Schule und werden stattdessen einem potenziell gefährlichen Umfeld ausgesetzt. Viele Arbeitnehmer:innen wissen zum Beispiel nicht, wie Chemikalien sicher verwendet, gelagert oder entsorgt werden.

Wir haben mehrere Massnahmen ergriffen, um diesen Risiken entgegenzuwirken, wobei wir uns speziell auf die Verbesserung der Bedingungen für Arbeiter:innen und Kinder in Mexiko konzentrieren.

Ein Arbeiter und Zuckerrohr

Das Risiko der Kinderarbeit in Mexiko ist gerade in den Zuckerrohrmühlen ein heikles Thema. Bestehende Verträge und der Druck der Unternehmer:innen hinter den Produktionsstätten auf jene, die Zuckerrohrschneider:innen einstellen, haben die Erstellung eines klaren Aktionsplans erschwert. Ein progressiverer Ansatz war und ist deshalb erforderlich.

Gemeinsam mit Proforest und seinem lokalen Partner ABC Mexico sind wir dieses Risiko bei unseren Zuliefernden, einschliesslich der Grupo Beta San Miguel (BSM), angegangen. Die Fabriken wurden zunächst bei der Entwicklung von Richtlinien sowie Umsetzungs- und Überwachungsplänen unterstützt, gefolgt von Schulungen und Sensibilisierungsmassnahmen vor Ort.

BSM hat eine Unternehmenspolitik zur Bekämpfung von Kinderarbeit in seiner Zulieferkette entwickelt und Programme umgesetzt, um die Ursachen ermitteln und zu bekämpfen. Ausserdem musste das Bewusstsein für die Rechte von Kindern auch bei den Erzeuger:innen, den Team-Leiter:innen und dem Mühlenpersonal geschärft werden.

Bei BSM konzentrieren wir uns auf verantwortungsvolle Anstellungen und haben ein Sorgfaltsprüfungsverfahren eingeführt, um das Alter der Arbeitenden zu überprüfen, sodass keine Kinder auf den Feldern tätig werden.

In Kooperation mit Proforest wollen wir unsere grossen Zuckerlieferant:innen in Mexiko bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Zuckerrohrschneider:innen unterstützen. Dazu gehören die Sicherstellung des Zugangs zu Trinkwasser, Hygienestandards und Notfallausrüstungen.

Wir unterstützen beispielsweise unseren Lieferanten La Gloria bei der Sanierung von Unterkünften für Zuckerrohrschneider:innen. Dabei geht es vor allem um Belüftung, Beleuchtung und eine möglichst effiziente Nutzung des vorhandenen Raums.
Daneben haben wir in La Gloria die Anschaffung und Verteilung von Materialien unterstützt, um die Verfügbarkeit von sauberem Wasser während der Erntezeit zu verbessern. Ausserdem haben die Mühleninspektor:innen und die Leiter:innen der Zuckerrohrschneider:innen-Teams Erste-Hilfe-Kästen erhalten, um Notfälle vor Ort besser behandeln zu können.
Mit Unterstützung von Proforest haben Nestlé und BSM ein Protokoll für die Verbesserung der Wohnverhältnisse für Wanderarbeiter:innen entwickelt.

Wir haben BSM auch bei der Umsetzung eines Programms zur Wasserversorgung in der Casasano-Mühle in Morelos geholfen. Das Programm kommt den Menschen in den dortigen Unterkünften zugute. Sie erhalten Wasserbehälter und Filter, damit sie sowohl mehr als auch hochwertiges Wasser gewinnen können.

Darüber hinaus gibt es neue Vorrichtungen und Verteilungssysteme, um den Zugang zu Trinkwasser auf dem Feld zu erleichtern. Während der heissesten Zeit der Erntesaison werden ausserdem isotonische Getränke bereitgestellt, um Fälle von Dehydrierung zu vermeiden.

Gemeinsam in eine nachhaltige Zukunft

Wir arbeiten mit Kleinbauern und -bäuerinnen auf den Philippinen zusammen

Wir haben ein laufendes Multi-Stakeholder:innen-Programm, das auf dem Rahmenwerk Responsible Sourcing from Smallholders (RSS) basiert und darauf abzielt, Nachhaltigkeitsrisiken anzugehen und den Lebensunterhalt von Zuckerrohr-Kleinbauern und -bäuerinnen in der grössten Zuckerproduktionsregion der Philippinen zu verbessern.

Die Bewertungen von Proforest haben verschiedene Nachhaltigkeitsrisiken ergeben. Darunter leider auch Kinderarbeit. Nestlé und Proforest kamen zu dem Schluss, dass das RSS-Rahmenwerk den Beteiligten helfen könnte, auf bestehenden Initiativen aufzubauen und eine klare Richtung vorzugeben. Seitdem haben wir aktiv an dem ermittelten Aktionsplan gearbeitet.

In Partnerschaft mit drei unabhängigen lokalen Mühlen, die jeweils von einem gemeinsamen Pool kleiner Zuckerrohrfarmer:innen beziehen, sind Massnahmen ergriffen worden, die zentrale Probleme wie Kinderarbeit, unzureichende Schutzausrüstung und die Verbrennung von Zuckerrohrrückständen angehen.

Zudem sollen die Farmer:innen besseren Zugang zu Betriebsmitteln, wichtigem Know-how und erschwinglichen Finanzmitteln erhalten. Auch bei der Sicherung des Lebensunterhalts (z. B. durch Gemüsegärten) und einer besseren Bodenbewirtschaftung und Bewässerung sollen sie unterstützt werden.

Die RSS hat darüber hinaus das Programm „Comprehensive Assistance to Small Holders (CASH) for Farm Productivity” eingerichtet. Das CASH-Programm erleichtert nicht nur die Durchführung von Bodenanalysen und Schulungen, sondern bietet allen teilnehmenden Landwirt:innen auch zusätzliche Unterstützung für ihren Lebensunterhalt sowie den Zugang zu ertragreichen Sorten und anderen Bodenfruchtbarkeitsinitiativen.

Zuckerrohrpflanze
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