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Unsere Verpackungsstrategie

waste packaging

In unserer Vision muss keine unserer Verpackungen auf Deponien entsorgt werden oder in der Umwelt landen.

Unsere Arbeit umfasst die Reduktion unseres Einsatzes von Neuplastik, die Erprobung von Wiederverwendungs und Nachfüllsystemen sowie die Unterstützung effizient funktionierender Sammel, Sortier und Recyclingsysteme in allen Ländern, in denen wir tätig sind. Wir wissen, dass die globale Infrastrukturlücke beträchtlich ist und nicht in unserem unmittelbaren Einflussbereich liegt. Dennoch arbeiten wir aktiv mit Partnern auf der ganzen Welt daran, erfolgreiche Sammel- und Verwertungssysteme zu entwickeln.

Dabei ist es wichtig, dass alle mitmachen: Als Mitglied der Initiative New Plastics Economy der Ellen MacArthur Foundation haben wir uns verpflichtet, eine aktive Rolle bei der Entwicklung gut funktionierender Sammel-, Sortier- und Recyclingsysteme in den Ländern zu spielen, in denen wir tätig sind.

Wir begrüssen zudem die Einführung neuer Gesetze und Vorschriften, die darauf abzielen, die Umweltbilanz von Verpackungen zu verbessern und den Aufbau der notwendigen Infrastruktur für das Sammeln, Sortieren und Recyceln von Materialien zu beschleunigen.

Wir setzen uns aktiv für eine harmonisierte und bessere Regulierung von Post-Verbraucher-Ressourcen ein und fordern die Regierungen auf, die Entwicklung der Infrastruktur zu beschleunigen. Wir setzen uns für ein rechtsverbindliches UN-Abkommen zur Plastikverschmutzung ein, das hoffentlich zu neuen, harmonisierten nationalen Vorschriften führen wird.

Wie wir unseren Verpackungsmüll reduzieren

Title
Anteil an recycelbaren, wiederverwendbaren oder kompostierbaren Verpackungen

Subtitle
Prozentsatz

Title
Anteil an Verpackungen aus recycelten und/oder erneuerbaren Materialien

Subtitle
Prozentsatz
.86 Millionen Tonnen

1 Gemäss Ellen MacArthur Foundation: «New Plastics Economy Commitment - Verpflichtungen, Visionen und Definitionen» (Feb. 2020)

2 Gemäss dem Sustainability Accounting Standards Board Process Foods Standard FB-PF-410a.1.

3Recycelbar: Gemäss den Definitionen der Ellen MacArthur Foundation gilt eine Verpackung oder ein Verpackungsbestandteil als recycelbar, wenn sie oder er nach dem Gebrauch durch Verbraucher:innen gesammelt, sortiert und wiederverwertet werden kann und dabei eine Recyclingquote von mindestens 30 % in mehreren Regionen erreicht, die zusammen mehr als 400 Millionen Menschen umfassen.

Wiederverwendbar: Nach ISO 18603 beschreibt wiederverwendbar die Eigenschaft eines Produkts oder einer Verpackung, so konzipiert und gestaltet zu sein, dass es oder sie innerhalb seines Lebenszyklus mehrfach für denselben Zweck eingesetzt werden kann. Das Gewicht wiederverwendbarer Verpackungen wird berechnet, indem das Gesamtgewicht durch die Anzahl der erwarteten Wiederverwendungen über die gesamte Lebensdauer geteilt wird.

Kompostierbar: Gemäss ISO 18606 gilt ein Material als kompostierbar, wenn seine biologisch abbaubaren Bestandteile durch mikrobiologische Prozesse zu Kompost sowie zu natürlich vorkommenden Gasen und Wasser zerfallen können. Dies gilt sowohl unter aeroben als auch unter anaeroben Bedingungen und unabhängig davon, ob die Kompostierung zu Hause oder industriell erfolgt.

Weitere Informationen erhalten Sie im «Environmental Disclosures»-Abschnitt unseres Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB).

Unsere Fünf-Säulen-Verpackungsstrategie

Unsere Verpackungsstrategie ist wissenschaftlich fundiert und profitiert von der branchenführenden Arbeit des Nestlé Institute of Packaging Science, dem einzigen Forschungsinstitut seiner Art in der Lebensmittelindustrie. Es wurde 2019 gegründet und beschäftigt rund 50 Verpackungsexpert:innen, die sich der Entwicklung der nächsten Generation nachhaltiger Verpackungsmaterialien widmen.

Das Institut trägt dazu bei, die Art und Weise der Verpackungsgestaltung weiterzuentwickeln. Es werden wiederbefüllbare oder wiederverwendbare Verpackungssysteme entworfen, vereinfachte oder recycelte Verpackungsmaterialien konzipiert und hochleistungsfähige Barrierepapiere sowie bio-basierte, kompostierbare und biologisch abbaubare Materialien entwickelt.
Unsere Strategie stützt sich auf fünf Säulen:

Pillar 1   

Weniger Verpackung: Reduzieren!

Dabei geht es darum, den Einsatz von neuem Verpackungsmaterial konsequent zu senken. 

Wir haben eine umfassende Roadmap entwickelt, die verschiedene strategische Ansätze bündelt, um unseren Einsatz von neuem Kunststoff zu reduzieren. Bereits seit 2018 verfolgen wir dazu öffentlich kommunizierte, freiwillige Ziele. Indem wir Verpackungen neu gestalten und kontinuierlich weiterentwickeln, vermeiden wir unnötigen Kunststoff.

Gleichzeitig verringern wir unsere Abhängigkeit von neuem Kunststoff, indem wir den Anteil an recyceltem Material in unseren Verpackungen erhöhen. So fördern wir eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, schonen natürliche Ressourcen und unterstützen den Aufbau von Märkten für Recyclingmaterialien. Zudem treiben wir den Umstieg von Kunststoff auf alternative Materialien wie Papier voran, insbesondere bei schwer recycelbaren Verpackungen wie flexiblen Folien.

Auch in der Schweiz setzen wir das konkret um: NESCAFÉ Dolce Gusto hat seine Kapseln weiterentwickelt und den Kunststoffanteil reduziert. HENNIEZ erhöht den Einsatz von recyceltem Material, während SMARTIES heute in vollständig papierbasierten Verpackungen erhältlich sind. Auch NESQUIK nutzt in der bekannten gelben Box recycelten Kunststoff. Und THOMY setzt auf vollständig recycelbare Aluminiumtuben.

Einsatz von recycelten Materialien ausbauen

Nestlé baut den Einsatz von recyceltem Material in Verpackungen gezielt aus. Dabei halten wir uns an gesetzliche Vorgaben und stellen sicher, dass alle Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit erfüllt sind. Unser Ziel ist eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Deshalb beziehen wir recycelte Materialien in alle Verpackungsstufen ein, von der Produktverpackung bis zur Transportverpackung. Zum Einsatz kommen verschiedene Materialien wie Papierfasern, Metalle, Glas und Kunststoffe. Ende 2025 lag der Anteil an recyceltem Material über alle Verpackungen hinweg bei 40,8 Prozent gemessen am Gewicht.  Diesen Anteil wollen wir weiter steigern und recycelte Materialien überall dort einsetzen, wo es sinnvoll und sicher möglich ist.

Recyceltes Material vs. neues Material im Jahr 2025

Prozentsatz 
  • 40.8% Recyceltes Material
  • 59.2% Neues material

Pillar 2   

Weniger Verpackung: Wiederverwenden und nachfüllen!

Um den Bedarf an Einwegverpackungen zu reduzieren, prüfen wir den Einsatz innovativer, wiederverwendbarer und nachfüllbarer Verpackungssysteme dort, wo dies aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist und gleichzeitig die Bedürfnisse der Konsument:innen erfüllt. Eine breite Einführung dieser Systeme erfordert eine enge Zusammenarbeit innerhalb der Branche sowie unterstützende gesetzliche Rahmenbedingungen.

Alternative Bereitstellungssysteme (Alternative Delivery Systems, ADS) können entweder von Konsument:innen nachgefüllt und wiederverwendet oder nach der Nutzung an den Hersteller zurückgegeben werden. Dort werden sie gereinigt, neu etikettiert und mehrfach wiederverwendet, bevor sie schliesslich recycelt werden. Nach Definition der Ellen MacArthur Foundation lassen sich diese Systeme grundsätzlich in zwei übergeordnete Kategorien einteilen: Refill (Nachfüllen) und Return (Rückgabe).

Beim Return‑Modell wird die leere Verpackung nach dem Verbrauch des Produkts an einer Sammelstelle zurückgegeben oder zu Hause abgeholt. Sie ist dafür konzipiert, mehrfach und ohne wesentliche Veränderung oder Funktionsverlust wiederverwendet zu werden. Bei einem Refill‑Modell füllen Nutzer:innen ihre wiederverwendbaren Behälter entweder zu Hause oder unterwegs erneut auf.

Innovationen bei unseren Transportverpackungen haben dazu beigetragen, Kunststoff‑Stretchfolien auf Paletten zu ersetzen sowie wiederverwendbare Versandboxen und Grossgebinde (Big Bags) für den werkübergreifenden Einsatz einzuführen. Wir sind uns bewusst, dass viel getan werden muss. Deshalb arbeiten wir mit Einzelhandelspartnern zusammen, um die Wiederverwendungs- und Nachfüllsysteme zu verbessern und auszuweiten.  Erfahren Sie mehr über unsere Massnahmen gegen Plastikmüll. 

Pillar 2   

Bessere Verpackungen: Neu entwickeln! 

Wir arbeiten mit verschiedenen Industriepartnern zusammen, um neue Verpackungsmaterialien und -lösungen zu entwerfen. Bessere Verpackungen bedeutet: einfachere, besser recycelbare und innovative Materialien zu entwickeln, die Produkte schützen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Verpackungen für bestehende Recyclingsysteme geeignet sind. 

Wir überprüfen kontinuierlich unsere Materialien, testen Alternativen und führen diese schrittweise ein – damit sie am Ende ihres Lebenszyklus sachgerecht verarbeitet werden können. Das kann dazu beitragen, Abfälle auf Deponien zu reduzieren und den CO₂-Fussabdruck zu senken. 

Bis Ende 2025 waren 87,5 % unserer Kunststoffverpackungen für das Recycling gestaltet. Wir haben die Recyclingfähigkeit unserer Kunststoffverpackungen weiter verbessert und werden diese Anstrengungen fortsetzen – unter anderem durch die Unterstützung beim Ausbau von Sammel‑ und Recyclinginfrastrukturen. Erfahren Sie mehr dazu im Kapitel «Environmental Disclosures» in unserem Non-Financial Statement 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB). 

Pillar 2   

Besseres System: Recyceln!

Weiterhin engagieren wir uns weltweit dafür, dass keine Kunststoffabfälle mehr in die Umwelt gelangen.

Wir unterstützen den Aufbau und die Weiterentwicklung von Sammel‑, Sortier‑ und Recyclinginfrastrukturen in den Ländern, in denen unsere Produkte verkauft werden. Unsere umfassenden Rückgewinnungs‑ und Recyclinginitiativen werden insbesondere in Ländern mit sich entwickelnden Abfallsystemen skaliert, in denen unsere Partnerschaften und Investitionen den grössten Beitrag zu Fortschritten auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft leisten können. 

In der Schweiz ist Nestlé Partner der Plattform für Kreislaufwirtschaft von Swiss Recycling. In diesem Rahmen unterstützen wir insbesondere das Projekt  Sammlung 2025  und sind eines der Gründungsmitglieder von RecyPac,  einer Branchenorganisation, die ein harmonisiertes Recyclingsystem für Kunststoffverpackungen und Getränkekartons in der ganzen Schweiz aufbauen wird. Das Ziel dieser neuen Infrastruktur ist es, bis 2030 Recyclingquoten von mindestens 55 % für Kunststoffe und 70 % für Getränkekartons zu erreichen. Ausserdem sind wir Teil von Prisma.

Wann immer es möglich ist, beteiligen wir uns am Recycling unserer Verpackungen, wie etwa dem unserer STARBUCKS und Nespresso Alukapseln über SACR.  Dieses System wurde übrigens vor 30 Jahren von Nespresso ins Leben gerufen.

Pillar 5   

Besseres System: Verhalten überdenken!

Die Bewältigung des Plastikmüllproblems erfordert von uns allen, also von Nestlé, Einzelhandelspartnern, Lieferanten und Verbraucher:innen, eine grundlegende Verhaltensänderung.

Wir führen weltweit Schulungen durch, um die Nachhaltigkeitsstrategie für Verpackungen von Nestlé sowie unsere Roadmap für weniger und bessere Verpackungen sowie optimierte Systeme voranzutreiben und gleichzeitig die Kompetenzen unserer Mitarbeiter:innen im Bereich Verpackungskreislaufwirtschaft zu stärken.

Wir arbeiten daran, die Informationen auf der Verpackungsrückseite weltweit für alle Produkte zu standardisieren. Ziel ist es, Konsumentinnen und Konsumenten klar und einheitlich darüber zu informieren, wie Verpackungen korrekt entsorgt werden können. Diese Initiative wurde 2023 gestartet und wird im Zuge jeder Verpackungsneugestaltung fortlaufend weitergeführt. Dies umfasst insbesondere: a) Umweltbezogene Angaben (Aussagen, Symbole oder Grafiken) auf der Verpackung, die auf einen Umweltaspekt der Verpackung oder einer Verpackungskomponente hinweisen (z. B. Anteil an recyceltem Material); b) Angaben zur Materialzusammensetzung der Verpackung zur Unterstützung der korrekten Sortierung durch Konsumentinnen und Konsumenten; c) Entsorgungshinweise; d) Informationen zum Lebensende der Verpackung (z. B. recycelbar, wiederverwendbar), einschliesslich Logos zu Verpackungsabfall‑Managementprogrammen, die in Zusammenarbeit mit Drittpartnern etabliert wurden.

Wir glauben auch, dass es von grundlegender Bedeutung ist, unseren Konsument:innen entsprechende Informationen zu übermitteln, wenn wir über dieses Thema sprechen. So verwenden wir zum Beispiel die Swiss Recycling Piktogramme zur Kennzeichnung von Produkten und Verpackungen. Wir haben in der Schweiz auch seit vielen Jahren verschiedene Möglichkeiten, Nespresso Kapseln zu recyceln: Beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit der Post, die es den Menschen ermöglicht, ganz einfach von zu Hause aus zu recyceln.