Sort by
Sort by

Unsere Mission: Kinderarbeit bekämpfen und Bildung stärken

Kinder in der Schule

Kinderarbeitsrisiken zu eliminieren ist ein entscheidender Bestandteil eines gerechten Übergangs zu einem faireren und gerechteren Lebensmittelsystem.

Für uns steht fest: Jedes Kind hat das Recht, in einer sicheren und gesunden Umgebung zu lernen und sich zu entwickeln – ohne Arbeiten verrichten zu müssen, die gefährlich sind oder Bildung im Weg stehen.

Mit unserem innovativen Einkommensbeschleunigungsprogramm «Income Accelerator» wollen wir das Risiko von Kinderarbeit in Kakaobauernfamilien verringern, indem wir dabei helfen, die Lebensbedingungen dieser Familien zu verbessern.

Im Jahr 2024 hat das Programm weitere wichtige Fortschritte erzielt. So wurden mehr Kinder in Schulen eingeschrieben, insgesamt 88 %. Auch nachhaltige Anbaumethoden haben sich weiterverbreitet: 70 % der Betriebe setzen auf hochwertige Schnitttechniken und 71 % der Farmen verfügen über Schattenbäume im Rahmen von Agroforstwirtschaft.

Gleichzeitig hat sich die Widerstandsfähigkeit und das Wohlbefinden von Kakaoanbaufamilien deutlich verbessert. Das zeigt sich unter anderem beim Zugang zu Finanzangeboten über Spar- und Kreditgruppen (VSLA), bei denen sich die Ersparnisse um 105 % erhöht haben. Auch die Ernährungssicherheit ist besser geworden. Zudem wurden Frauen gezielt gestärkt – der entsprechende Index ist um 18 % gestiegen. Mehr zu diesen Fortschritten lesen Sie in unserem  Progress Report Summary von Juni 2025 (PDF in englischer Sprache, 800 KB).

Die wichtigsten Begriffe erklärt

Was «gerechter Übergang» bedeutet

«Gerechter Übergang» beschreibt einen Ansatz, der den Wandel hin zu einem regenerativen Lebensmittelsystem möglichst fair und inklusiv gestalten soll. Ziel ist es, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und negative Auswirkungen auf Landwirt:innen, Arbeitskräfte und Gemeinschaften so gering wie möglich zu halten.

Dazu gehört eine Vielzahl von Massnahmen, die soziale und wirtschaftliche Folgen von Klima- und Landwirtschaftsmassnahmen abfedern und gleichzeitig den Nutzen für alle Beteiligten erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei diejenigen, die am vulnerabelsten sind, etwa Landwirt:innen, Frauen oder migrantische Arbeitskräfte. Das geschieht zum Beispiel, indem ihre Widerstandsfähigkeit gestärkt, Lebensgrundlagen verbessert und Menschenrechte gefördert werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Unsere Fortschritte

96.2 %

1 Gilt nur für Côte d’Ivoire und Ghana. Einschliesslich Massenbilanz

Weitere Informationen erhalten Sie im «Social Disclosures»-Abschnitt des Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB).

Wir setzen Standards für unsere Lieferketten

Als erstes Unternehmen hat Nestlé in Côte d’Ivoire ein System zur Überwachung und Bekämpfung von Kinderarbeit (CLMRS) im Kakaosektor eingeführt. Dieses System erkennt gefährdete Kinder in Kakaoanbauregionen, bietet Hilfsmassnahmen und überwacht ihre Situation, um Kinderarbeit zu verhindern. Lokale Ansprechpartner:innen, die selbst aus den Gemeinden stammen, kennen die Bedürfnisse vor Ort und zeigen uns, wie wir konkret unterstützen können. So bauen und renovieren wir beispielsweise Schulen und arbeiten mit der Jacobs Foundation zusammen, um Förderkurse anzubieten, die Kindern helfen, den versäumten Schulstoff aufzuholen. Wir unterstützen Eltern auch dabei, Geburtsurkunden zu erhalten, damit sie ihre Kinder in der Schule anmelden können.

Das System ist in unserer Kakaolieferkette in der Côte d’Ivoire und Ghana aktiv. Seit 2023 nutzen wir es auch in unserer ivorischen Kaffeelieferkette.

Kinder in einem Klassenraum

Unsere wichtigsten Erfolge

  • Im Jahr 2022 haben wir unser Income Accelerator Programm gestartet. Ziel ist es, Kakaoanbaufamilien dabei zu unterstützen, die Lücke zu einem existenzsichernden Einkommen zu schliessen, eine der Hauptursachen für das Risiko von Kinderarbeit.
  • Im Jahr 2023 haben wir unsere Strategie Nescafé Plan 2030 (PDF in englischer Sprache, 125 KB) entwickelt. Sie setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit Landwirt:innen, um die Lebensbedingungen in den Gemeinden zu verbessern, unter anderem durch Einkommensdiversifizierung, den Schutz der Menschenrechte und den Schutz von Kindern. Lesen Sie dazu unseren aktuellen Fortschrittsbericht (PDF in englischer Sprache, 14 MB).
  • Bis Ende 2025 wurden 96,2 % der Kakaomenge durch ein Sorgfaltspflichtsystem für Kinderarbeitsrisiken (Child Labour Monitoring and Remediation System, CLMRS) oder andere spezifische Systeme erfasst, einschliesslich Massenbilanz. Weitere Informationen zu unseren Fortschritten mit CLMRS, auch für Kakao aus Côte d’Ivoire und Ghana, finden Sie in unserem Non-Financial Statement 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB)
  • Wir haben unsere Auditprotokolle im Rahmen des Sedex Members Ethical Trade Audit (SMETA) überprüft, um Risiken im Zusammenhang mit Kinderarbeit in den Vereinigten Staaten gezielt zu adressieren. SMETA ist eine weithin anerkannte Auditmethodik, mit der Arbeitsstandards, Gesundheit und Sicherheit, Umweltpraktiken sowie Geschäftsethik innerhalb der Lieferkette eines Unternehmens bewertet werden.
  • Seit 2025 setzen wir unser «Train-the-Trainer»-Programm zur Sensibilisierung für Kinderarbeitsrisiken in den für uns wichtigsten Märkten um, die wir im Rahmen unseres Aktionsplans zu Kinderarbeit und Bildung festgelegt haben.

Die Wurzeln der Kinderarbeit angehen

Um Kinderarbeit wirksam zu bekämpfen, packt Nestlé die Ursachen an der Wurzel: die Armut in ländlichen Gebieten. Wir wollen das Leben von Kakaobauernfamilien verbessern. Das erreichen wir, indem wir ihnen helfen, genug zu verdienen, Frauen zu stärken und sich breiter aufzustellen. Zum Beispiel, indem sie neben Kakao auch andere Feldfrüchte anbauen. So können sie ihr Einkommen aufbessern und sind nicht mehr darauf angewiesen, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken. Hier erfahren Sie mehr über unseren Einsatz zur Einkommenssteigerung in Kakaoanbaugemeinschaften.

Unser Einkommensbeschleunigungsprogramm «Income Accelerator» hat in Côte d’Ivoire und Ghana eine Testphase im grossen Massstab erreicht und damit 30 000 Kakaobauernfamilien. Das Programm belohnt Familien mit finanziellen Anreizen, wenn sie ihre Kinder in der Schule behalten und gute landwirtschaftliche Praktiken anwenden, Wald- und Obstbäume pflanzen und ihre Einkommen diversifizieren. Das Programm soll bis 2030 weltweit 160 000 Kakaobauernfamilien erreichen.

Nestlés System zur Überwachung und Behebung hilft, Risiken der Kinderarbeit zu bekämpfen

Wir arbeiten mit Hunderten von lokalen Vertrauenspersonen zusammen, die regelmässig mit zehntausenden Familien in den Kakaodörfern sprechen. Diese Vertrauenspersonen kommen selbst aus diesen Gemeinden und kennen die Sorgen der Bauern und ihrer Familien. Sie klären über die Risiken der Kinderarbeit auf und schauen wiederholt nach den Kindern, indem sie die Dörfer und Farmen besuchen. Ausserdem geben sie uns wichtige Hinweise, welche Massnahmen vor Ort am besten helfen, die Armut zu bekämpfen und den Zugang zu Bildung zu verbessern.

Strategische Partnerschaften fördern

Da Menschenrechtsfragen weltweit so umfangreich und kompliziert sind – auch das Thema Kinderarbeit – setzen wir auf Kollaborationen und Partnerschaften, um wirklich etwas zu bewegen. Nestlé arbeitet eng mit verschiedenen Organisationen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungswege zu finden. Im Kampf gegen Kinderarbeit kooperieren wir unter anderem mit der der International Cocoa Initiative und der Child Labour Platform der Internationalen Arbeitsorganisation.

Verpassten Unterricht nachholen

Wir wissen, dass gute Bildung und ein geringeres Risiko für Kinderarbeit direkt zusammenhängen. Deshalb ist es für Nestlé besonders wichtig, den Zugang zu Schulen zu ermöglichen. Gemeinsam mit der Jacobs Foundation haben wir über hundert sogenannte «Brückenschulen» ins Leben gerufen. Sie helfen Kindern, die Unterricht verpasst haben, weil sie arbeiten mussten. In diesen speziellen Kursen wird der Lernstoff von zwei Schuljahren in kleinen Gruppen innerhalb von nur neun Monaten vermittelt.

Junge Kaffeefarmer:innen gezielt fördern

In Honduras hat Nescafé ein Trainingsprogramm gestartet, das die Fähigkeiten und die Führungsqualitäten junger Kaffeefarmer:innen stärkt. In Zusammenarbeit mit den gemeinnützigen Organisationen Swisscontact und der CoHonducafé Foundation haben lokale Teams vor Ort 5000 «Jóvenes Caficultores» (junge Kaffeebauern) erreicht. Das Programm umfasst zudem die Förderung von Führungskompetenzen bei Studierenden der Agroforstwirtschaft.