Regenerative Landwirtschaft
Berechnungen zeigen deutlich, dass fast zwei Drittel der Treibhausgasemissionen nicht etwa aus Werken oder Büros stammen, sondern aus der Beschaffung von Lebensmittelzutaten.
Für die Bekämpfung dieser Emissionen müssen wir also auf den Wiesen und Feldern, beim Anbau unserer Rohstoffe, beginnen. Eine der bedeutendsten Massnahmen: die Förderung einer regenerativen Landwirtschaft. Denn ihr wohnt ein unglaublich grosses Potenzial inne, den Klimawandel zu bekämpfen und gleichzeitig Gemeinden zu unterstützen sowie natürliche Ressourcen zu schützen, zu erhalten und wiederherzustellen.
Auf dem Weg zu mehr regenerativer Landwirtschaft
*Der Umfang dieses KPI umfasst die folgenden Zutatenkategorien: Milchprodukte (z. B. Frischmilch und Milchderivate), Kaffee, Getreide und Körner, Soja, Gemüse, Kakao, Palmöl, Zucker, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch, Geflügel und Eier.
Weitere Informationen erhalten Sie im «Environmental Disclosures»-Abschnitt unseres Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 18 MB).
Regenerative Landwirtschaft – was bedeutet das eigentlich?
Eine hohe Biodiversität von Pflanzen und Tieren über und unter der Erde liegt uns am Herzen. Also pflanzen wir z. B. Blühstreifen für Insekten und bis 2030 rund 200 Millionen Bäume als aktive CO2e-Speicher und natürliche Schattenspender.
Die Wiederherstellung der Bodengesundheit trägt dazu bei, dass mehr CO2 aus der Atmosphäre in Böden und Pflanzen gebunden wird. Gesündere Böden sind auch widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels und können die Produktivität von Nutzpflanzen steigern, was zur Verbesserung der Lebensgrundlage der Farmer:innen und zur Erhöhung der Ernährungssicherheit beiträgt.
Wir ersetzen Chemie soweit wie möglich durch biologische Dünger oder biologische Schädlingsbekämpfung und steigen auf sparsame Bewässerung um. Zudem haben wir uns verpflichtet, Wasserkreisläufen mehr Wasser zuzuführen als zu entnehmen.
Wir setzen auf Waldweiden, gemischte Landwirtschaft mit Viehhaltung und Ackerbau, Deckfrüchte zum Schutz des Bodens und verbessertes Dungmanagement. All das bietet Vorteile wie Erosionsschutz, organische Düngung, verbessertes Wassermanagement, Lebensräume für Insekten und Vögel sowie zusätzliche Einkommensquellen.
Regenerative Landwirtschaftspraktiken können ganze Landschaften einbeziehen, um gefährdete natürliche Ressourcen zu schützen, z. B. durch die Regelung der Nutzung von Gemeindeland oder regionale Aufforstungsprojekte. Die Vorteile kommen ganzen Gemeinden in Form von Wohlstand, Rentabilität und geringeren Emissionen zugute.
Regenerative Landwirtschaft bei Nestlé
Wir wissen, dass regenerative Landwirtschaft (pdf, 1MB) eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Bodengesundheit, der Wiederherstellung des Wasserkreislaufs und der Erhöhung der Artenvielfalt spielt. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für nachhaltige Nahrungsmittelsysteme und tragen dazu bei, unsere ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Aus diesem Grund investiert Nestlé bis 2025 CHF 1,2 Milliarden, um die regenerative Landwirtschaft in unserer gesamten Versorgungskette zu fördern.
Im Jahr 2022 haben wir das „Nestlé Regenerative Agriculture Framework“ entwickelt, das sich an agrarökologischen Prinzipien und Praktiken orientiert. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Modell, das gesunde, organisch reiche Böden als einen Knotenpunkt zum Schutz und zur Wiederherstellung von Land betrachtet.
Unsere Strategie beginnt mit Pilotstudien in landwirtschaftlichen Betrieben, um neue Technologien und naturbasierte Lösungen zu erproben. Wenn sich diese ersten Projekte als erfolgreich erweisen, expandieren wir zu Referenz betrieben von „Agripreneuren“ oder unternehmerisch denkenden Landwirten in verschiedenen Ländern und Regionen, da sich die Anforderungen an Böden und Klima unterscheiden. Von den Referenzbetrieben aus wollen wir den Ansatz auf die grössere Gemeinschaft der Agripreneure ausweiten und ihnen helfen, ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und zu verbessern. Wir planen, diesen Ansatz über unser Programm Farmer Connect in grossem Massstab einzuführen.
Ausserdem fördern wir die Abstimmung der Branche auf gemeinsame Rahmenbedingungen und Messgrössen für die regenerative Landwirtschaft.
Ein gerechter Übergang
Regenerative Lebensmittelsysteme stellen die Menschen in den Mittelpunkt und unterstützen Lösungen, die für ihre Regionen und Kulturen geeignet sind. Ziel ist es, belastbare und faire Lebensgrundlagen und menschenwürdige Arbeit zu schaffen, die es Menschen auf der ganzen Welt ermöglichen, sich und ihre Familien zu ernähren.
Der Übergang zu einer regenerativen Landwirtschaft ist ein langfristiger Prozess. Deshalb unterstützen wir die Landwirt:innen weiterhin durch Investitionen, die Honorierung guter Praktiken und durch technische und wissenschaftliche Beratung. Zusammen mit der Achtung und Förderung der Menschenrechte wird dies zu einem gerechten Übergang zu regenerativen Lebensmittelsystemen beitragen.
Wir arbeiten hart daran, Landwirt:innen beim Übergang zu einem regenerativen Lebensmittelsystem zu unterstützen, indem wir:
- Menschenrechte schützen und fördern
- Modernste Wissenschaft und technische Hilfebereitstellen
- Investitionshilfen anbieten
- Prämien für Produkte aus regenerativer Landwirtschaft zahlen
Unser Einkommensförderungsprogramm für Kakaofarmer:innen und unser Pilotprojekt zur finanziellen Unterstützung von Kaffeebauern in Mexiko, Côte d'Ivoire und Indonesien sind gute Beispiele dafür.
Ein harmonisierter Ansatz
2023 schloss sich Nestlé mit Branchenführern, Bauernverbänden und Gemeinschaften zusammen, um einen neuen harmonisierten und ergebnisorientierten Ansatz für eine regenerative Landwirtschaft zu entwickeln.
Die von der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) Platform ins Leben gerufene Initiative „Regenerating Together“ umfasst einen ganzheitlichen Ansatz für die Landwirtschaft, der sich an agrarökologischen Prinzipien orientiert. Er unterstützt die drei wichtigsten landwirtschaftlichen Ressourcen – Boden, Wasser und biologische Vielfalt – und zielt darauf ab, bäuerliche Gemeinschaften zu unterstützen.
AgroImpact: das umfassendste und zukunftsweisendste Klimaschutzprojekt in der schweizerischen Landwirtschaft.
Als Mitinitiantin und Vorstandsmitglied von AgroImpact setzt sich Nestlé Schweiz zusammen mit verschiedenen Partnern, wie den Landwirtschaftskammern, dem WWF und der EPFL für einen agrarökologischen Wandel in der Schweiz ein.
Nestlé hat einen wichtigen Beitrag zum Start des Projekts geleistet, indem sie die Teilnahme für die Landwirtschaftsbetriebe entlang ihrer Wertschöpfungskette ermöglicht. Das Unternehmen zahlt den jeweiligen Landwirt:innen eine Klimaprämie, deren Höhe sich nach der erreichten CO2-Reduktion und der Art der gelieferten Produkte bemisst. Mittelfristig möchten wir in der Schweiz Schritt für Schritt alle landwirtschaftlichen Lieferant:innen von Nestlé in das Projekt integrieren und werden ihnen jährlich 2.3 Millionen Franken als Kompensation für ihre Anstrengungen zur CO2-Reduktion zahlen.
Das Projekt trifft auf fruchtbaren Boden, denn unser Ansatz sich schnell herumgespricht: Schon mehrere Hundert landwirtschaftliche Betriebe haben sich angeschlossen, und immer mehr Unternehmen und Organisationen wollen mitmachen.
Für weitere Informationen : CO2-Fussabdruck mit Unterstützung von Nestlé | Nestlé

Der Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung und Schulung von Lieferanten und der Ausweitung von Initiativen. All dies ist Teil unserer Bemühungen, die regenerative Landwirtschaft in die richtige Richtung zu lenken.

