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Beschaffung von Milchprodukten

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Milchprodukte sind volumenmässig unser wichtigster Rohstoff. Milch und aus Milch gewonnene Zutaten werden in vielen unserer Produkte verwendet, natürlich in Milch- und Säuglingsnahrungsprodukten sowie in Eiscreme, Getränken oder Süsswaren. Milch ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung, da sie grosse Mengen an erstklassigem Protein, wichtigen Vitaminen und Spurenelementen enthält. Zudem ist sie eine bedeutende Quelle von Energie, Kalzium, Magnesium und Phosphor.

Die wichtigsten Herausforderungen, die sich in den Lieferketten für Milchprodukte ergeben, betreffen die Treibhausgasemissionen – einschliesslich Methan – und den Tierschutz. Themen, die wir in Zusammenarbeit mit Landwirt:innen und Lieferanten angehen wollen.

Zu unseren Milchprodukten gehören auch die, die von Molkereigenossenschaften gekauft werden, wie Milchpulver, Molke oder Laktose. Frischmilch wird direkt von den Bäuer:innen bezogen, bevor sie in den Nestlé Fabriken verarbeitet wird.

Unsere Milchprodukt-Lieferkette

Wir beschaffen Milch auf zwei Wegen.  

  1. Milchbestandteile wie Milchpulver, Molke oder Laktose werden von Milchgenossenschaften oder Lieferanten bezogen.
  2. Frische Milch wird direkt bei Produzenten eingekauft und anschliessend von Nestlé verarbeitet. Wir arbeiten direkt mit über 130 000 Milchproduzenten in 25 Ländern zusammen. 

Unsere übergeordnete Milchstrategie basiert auf dem Nestlé Dairy Plan sowie auf unserem «Responsible Sourcing Standard». Diese Initiativen spielen eine zentrale Rolle bei der verantwortungsvollen Beschaffung und Produktion nährstoffreicher Milchzutaten und unterstützen unseren Weg zur «Netto-Null». 

Unser Dairy Plan ist ein integraler Bestandteil unserer Net Zero Roadmap. Er verfolgt einen ganzheitlichen, auf die Landwirt:innen ausgerichteten Ansatz, mit dem die Umweltwirkung von Milchzutaten reduziert werden soll – durch die Senkung von Treibhausgasemissionen und die Förderung regenerativer Landwirtschaft sowie durch die Unterstützung zentraler Ökosysteme entlang der Lieferkette. 

Die wichtigsten Begriffe erklärt 

Netto-Null 
Nestlé hat sich verpflichtet, spätestens bis 2050 Netto‑Null‑Treibhausgasemissionen (THG) zu erreichen. Im Jahr 2020 haben wir unseren zeitlich definierten Plan, die Nestlé Net Zero Roadmap (PDF in englischer Sprache, 16 MB), veröffentlicht. Sie bildet die Grundlage unserer konzernweiten Klimastrategie und dient als Transformationsplan, der auf einen 1,5‑Grad‑Pfad ausgerichtet ist und von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert wurde. Verbleibende Emissionen werden wir durch natürliche Klimaschutzlösungen ausgleichen. 

Verantwortungsvolle Beschaffung 
Für Nestlé bedeutet verantwortungsvolle Beschaffung, die Lieferketten unserer Rohstoffe kontinuierlich zu verbessern und zu überwachen, unter welchen Bedingungen sie produziert werden. Dazu gehört die Anwendung unserer Umwelt‑ und Menschenrechtsanforderungen auf die verschiedenen Stufen unserer Lieferkette, wie sie in unseren Responsible Sourcing Core Requirements (PDF in englischer Sprache, 2 MB) festgelegt sind. Zu diesen Anforderungen zählt unter anderem, dass die Land‑ und Nutzungsrechte indigener Völker sowie lokaler Gemeinschaften respektiert werden und dass es in unserer Lieferkette weder zu Entwaldung noch zur Umwandlung von Wäldern oder anderen Ökosystemen kommt. Erfahren Sie mehr über verantwortungsvolle Beschaffung

Unser Ansatz beinhaltet:

  • Qualität
    Rückverfolgbarkeit der Milch und Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit.
    Arbeiter in einem Molkereibetrieb
  • Klima
    Im Einklang mit unserer Net Zero Roadmap arbeiten wir an der Reduktion von Treibhausgasemissionen in der Milchwirtschaft im grossen Massstab. Dazu adressieren wir die wichtigsten Emissionsquellen und treiben Lösungen für CO₂‑arme Futtermittel, ein verbessertes Gülle‑ und Mistmanagement sowie Kreislaufwirtschaftsmodelle gezielt voran.
    Kühe grasen
  • Landwirtschaft
    Zusammenarbeit mit unseren Milchproduzenten, um sie bei der kontinuierlichen Verbesserung der Effizienz ihrer Betriebe zu unterstützen – durch den gezielten Ausbau ihrer Kompetenzen sowohl in technischen Fragen als auch in finanzieller Betriebsführung.
    Landwirtschaftlicher Betrieb
  • Natur
    Übergang zu regenerativen Milchwirtschaftssystemen unter Berücksichtigung des CO₂‑Fussabdrucks, einer verantwortungsvollen Wasserbewirtschaftung, der Bodengesundheit und der Biodiversität entlang unserer Milch‑Wertschöpfungskette sowie durch den Einsatz von recycelbaren oder wiederverwendbaren Verpackungen.
    Fluss zwischen Wiesen und Feldern
  • Tierwohl
    Unsere Responsible Sourcing Standards definieren die Beschaffungsanforderungen, die wir an unsere Lieferanten stellen.
    Kühe auf dem Weg in den Stall
Die wichtigsten Begriffe erklärt 

Regenerative Landwirtschaft 
In Anlehnung an die Sustainable Agriculture Initiative Platform definiert Nestlé die regenerative Landwirtschaft als einen landwirtschaftlichen Ansatz, der darauf abzielt, natürliche Ressourcen zu erhalten und wiederherzustellen, insbesondere bei Boden, Wasser und Biodiversität. Gleichzeitig trägt dieser Ansatz zur Kohlenstoffbindung im Boden und in der pflanzlichen Biomasse bei und stärkt die Lebensgrundlagen der Landwirt:innen. Typische Massnahmen umfassen unter anderem eine Reduktion der Bodenbearbeitung oder den Einsatz von Agroforstsystemen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Nestlé Agriculture Framework (PDF in englischer Sprache, 19 MB). Erfahren Sie mehr über regenerative Landwirtschaft

Entwaldungsfrei 
Entwaldungsfrei bedeutet, dass Rohstoffe auf Flächen produziert wurden, die nach einem festgelegten Stichtag nicht entwaldet oder in eine andere Landnutzungsform umgewandelt wurden. Dieser Stichtag variiert je nach Rohstoff, ist jedoch spätestens der 31. Dezember 2020. Weitere Informationen zum Thema entwaldungsfrei finden Sie hier in englischer Sprache

Unsere Heimat als Vorreiterin

Bereits seit 2017 arbeitet unsere Traditionsmarke Cailler mit IP-Suisse zusammen, nach deren Richtlinien 44 Betriebe aus der Region die gesamte Milch für die älteste existierende Schokoladenmarke der Schweiz produzieren. Im Fokus stehen dabei naturnahe und umweltschonende Praktiken sowie die Förderung der Biodiversität.

Im Jahr 2017 startete das Pilotprojekt Klimafreundliche Milch, in dem sich Nestlé Schweiz zusammen mit 46 Landwirtschaftsbetrieben (2019 um 100 weitere Betriebe erweitert) und der aaremilch AG für eine nachhaltige Schweizer Milchwirtschaft einsetzt. 

Auch basierend auf diesen Erfahrungen entstand 2022 das umfassende Klimaschutz- und Ressourcenprojekt «KlimaStaR Milch», für das sich mit Emmi, aaremilch und den Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) drei Schwergewichte der Schweizer Milchbranche mit uns zusammengetan haben. Gemeinsam mit rund 300 landwirtschaftlichen Betrieben sollen Massnahmen getestet und weiterentwickelt werden, um bis 2027 die CO2-Emissionen pro Kilo Milch um insgesamt 20 % zu reduzieren. Die vier zentralen Ansatzpunkte hierfür sind: Fütterung, Herdenmanagement, Energie und Hofdünger. Darüber hinaus sollen die Forschung und die gemachten Erfahrungen als globales Vorbild für eine nachhaltige und klimaschonende Milchproduktion dienen – und auch in anderen Märkten davon profitiert werden können.

Über den Tellerrand

Bei einem wichtigen Thema wie Klimaschutz ziehen alle Bereiche und Marken von Nestlé an einem Strang. So liefert auch das ECO-Broye-Programm aus der Region um die Henniez-Quellen seit 2009 immer wieder hilfreiche Erkenntnisse zu den Themen Bodengesundheit, Biodiversität und erneuerbare Energie.

Strategische Initiativen unseres Dairy Plans

Im Jahr 2025 führten Massnahmen im Bereich der Milchbeschaffung und Tierhaltung zu einer Nettoreduktion unserer Treibhausgasemissionen von rund 17,7 % gegenüber dem Referenzjahr 2018. Seit 2018 konnten wir die Methanemissionen um 20,1 % senken.1

1 Die Emissionsreduktionen werden im Vergleich zu einem Referenzjahr bewertet, das vor dem Start eines Projekts liegt. Diese Projekte leisten einen Beitrag zu den Klima‑KPIs von Nestlé, werden jedoch separat berechnet und sind daher nicht direkt miteinander vergleichbar. Sie werden von Nestlé finanziert oder gemeinsam mit Lieferanten kofinanziert und auf landwirtschaftlichen Betrieben sowie in den Beschaffungsregionen umgesetzt, aus denen Nestlé seine landwirtschaftlichen Rohstoffe bezieht. Die Projekte führen in der Regel zu Veränderungen in landwirtschaftlichen Praktiken und/oder zu Investitionen in Infrastruktur. In einer begrenzten Anzahl von Fällen umfassen sie zudem eine bevorzugte Beschaffung bei Betrieben mit geringem CO₂‑Fussabdruck, wobei Prämien an Produzenten gezahlt werden, um bereits umgesetzte Verbesserungen anzuerkennen. 

Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt «Environmental Disclosures» unseres Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB)

Unser Dairy Plan wird vom Nestlé Institute of Agricultural Sciences und externen Partnern unterstützt, um neue, wissenschaftlich fundierte Lösungen zu identifizieren, die dazu beitragen können, die Dekarbonisierung der Milchwirtschaft künftig weiter zu beschleunigen. Dabei bauen wir unsere Expertise insbesondere in den Bereichen Pflanzenwissenschaften, landwirtschaftliche Systeme und Milchviehhaltung kontinuierlich aus. 

Die vielversprechendsten Lösungen werden zunächst auf Versuchsfarmen getestet, bevor sie in grösserem Umfang ausgerollt werden. Das Institut arbeitet dabei eng mit externen Partnern zusammen, darunter Landwirt:innen, Universitäten, Forschungsorganisationen, Start‑ups und Industriepartner. 

Unsere Teams prüfen ausserdem, wie sich diese Lösungen kombiniert mit weiteren Ansätzen einsetzen lassen, etwa im Bereich des Herdenmanagements oder effizienter Betriebsführung. 

Im Rahmen unseres Dairy Plans arbeiten wir eng mit Landwirt:innen zusammen, um praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Lösungen umzusetzen, die zur Reduktion von Emissionen beitragen und gleichzeitig die Resilienz der Betriebe stärken. 

Auf dem Weg zu verantwortungsvoller Beschaffung und Rückverfolgbarkeit 

Unabhängige Prüfer:innen führen Bewertungen der Milchproduzenten in unserer Lieferkette anhand unserer Responsible Sourcing Standards mit dem Fokus auf Tierwohl, Arbeitspraktiken sowie den Umweltauswirkungen durch. 

Im Jahr 2025 wurden 49,8 % unserer wichtigsten Zutaten verantwortungsvoll beschafft.¹ Insbesondere bei Milchprodukten und Rindfleisch (Teil unserer Kategorie Fleisch, Geflügel und Eier) erreichten wir im gleichen Zeitraum einen Anteil von 60,4 % verantwortungsvoller Beschaffung. 

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1Der Geltungsbereich dieses KPI umfasst die 14 Schlüsselrohstoffe von Nestlé: Getreide und Körner, Kakao, Kokosnüsse, Rohkaffee, Milchprodukte (Derivate und Frischmilch), Fisch und Meeresfrüchte, Haselnüsse, Fleisch, Geflügel und Eier, Palmöl, Zellstoff und Papier, Soja, Gewürze, Zucker sowie Gemüse. 

Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt «Environmental Disclosures» unseres Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB)

Um branchenweite Transparenz zu fördern, haben wir eine Liste unserer Lieferanten (PDF in englischer Sprache, 100 KB) innerhalb unserer Lieferkette einschliesslich ihrer Herkunftsländer veröffentlicht.  

Digitale Technologien könnten die Milchwirtschaft grundlegend transformieren. Wir haben die Rückverfolgbarkeit unserer Milch von der Farm bis zur Fabrik mithilfe des Tools Global Milk Solution digitalisiert. Dieses umfasst unter anderem GPS‑Tracking sowie Routenoptimierung, um Transparenz und Transporteffizienz zu verbessern. Derzeit testen wir zudem neue digitale Instrumente, um Treibhausgasemissionen pro Betrieb oder pro Liter Milch zu berechnen, Fortschritte messbar zu machen und eine kontinuierliche Verbesserung zu ermöglichen. Darüber hinaus überwachen wir die Umsetzung regenerativer landwirtschaftlicher Praktiken sowie Tierwohlstandards.