Beschaffung von Milchprodukten

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Gute Milch beginnt lange bevor sie in Ihr Glas kommt. Sie beginnt bei Bäuerinnen und Bauern, denen etwas wichtig ist – die Gesundheit ihrer Böden, ihrer Kühe und der Gemeinschaften in ihrer Umgebung. Menschen, die wissen, dass bessere landwirtschaftliche Praktiken nicht nur möglich sind, sondern sich auch lohnen.

Genau diesen Weg gehen wir gemeinsam mit dem Nestlé Dairy Plan (PDF, 13 MB). Wir teilen Wissen und wissenschaftliche Erkenntnisse und bieten praktische Unterstützung. Damit wollen wir dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit von Landwirtschaftsbetrieben zu stärken, die Haltung und Versorgung der Kühe zu verbessern und zu gesunden und vielfältigen Landschaften beizutragen. Denn wenn Landwirtschaft richtig betrieben wird – zum Wohl der Bäuerinnen und Bauern, der Tiere und der Natur – kann sich vieles verbessern.

Unsere Fortschritte

Milchprodukte sind in jeder Lebensphase ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Sie liefern wichtige Nährstoffe, die Wachstum und Entwicklung unterstützen und zu einem gesunden Leben bis ins hohe Alter beitragen. Milchbestandteile werden in vielen Bereichen unseres Portfolios eingesetzt, unter anderem in Milch- und Säuglingsnahrungsprodukten sowie in Glace, Getränken und Süsswaren.

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1 Die Netto-Reduktion (%) der THG-Emissionen gegenüber dem Ausgangswert von 2018 umfasst auch Entnahmen innerhalb der Wertschöpfungsketten und Beschaffungsregionen von Nestlé. Dies gilt vorbehaltlich der Veröffentlichung der SBTi-Leitlinien zur Neutralisierung.

Weitere Informationen finden Sie im Dairy Plan Report (PDF, 13 MB) sowie im Abschnitt «Umweltinformationen» unseres Non-Financial Statement 2025 (PDF, 16 MB).

Unsere Milchprodukt-Lieferkette

Wir beziehen Milchprodukte aus über 40 Ländern auf zwei Arten:  

  1. Milchbestandteile wie Milchpulver, Molke oder Laktose werden von Milchgenossenschaften oder Lieferanten bezogen.
  2. Frische Milch wird direkt bei Produzenten eingekauft und anschliessend von Nestlé verarbeitet. Wir arbeiten direkt mit über 130 000 Milchproduzenten in 25 Ländern zusammen. 

Unsere gesamte Milchstrategie basiert auf unserem Dairy Plan (PDF, 13 MB) und unseren Responsible Sourcing Core Requirements (PDF, 2 MB). Diese Initiativen spielen eine zentrale Rolle dabei, wie wir nährstoffreiche Milchbestandteile beschaffen und produzieren – als Teil unseres Wegs zu Netto-Null. 

Die wichtigsten Begriffe erklärt 

Netto-Null 
2019 haben wir uns das Ziel gesetzt, spätestens bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. 2026 haben wir unseren zeitgebundenen Plan, die Nestlé Roots of Net Zero (PDF, 14 MB), aktualisiert. Er bildet die Grundlage für die Klimastrategie der Nestlé Gruppe und und dient als Transformationsplan, der auf einen 1,5‑Grad‑Pfad ausgerichtet ist und von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert wurde. 
Verbleibende Emissionen werden wir durch hochwertige naturbasierte Lösungen ausgleichen, beispielsweise durch Agroforstwirtschaft, die Kombination von Bäumen mit Viehhaltung sowie die Wiederherstellung von Wäldern und Mooren. Erfahren Sie mehr über Netto-Null.  

Verantwortungsvolle Beschaffung 
Für Nestlé bedeutet verantwortungsvolle Beschaffung, die Lieferketten unserer Rohstoffe kontinuierlich zu verbessern und zu überwachen, unter welchen Bedingungen sie produziert werden. Dazu gehört die Anwendung unserer Umwelt‑ und Menschenrechtsanforderungen auf die verschiedenen Stufen unserer Lieferkette, wie sie in unseren Responsible Sourcing Core Requirements (PDF in englischer Sprache, 2 MB) festgelegt sind. Zu diesen Anforderungen zählt unter anderem, dass die Land‑ und Nutzungsrechte indigener Völker sowie lokaler Gemeinschaften respektiert werden und dass es in unserer Lieferkette weder zu Entwaldung noch zur Umwandlung von Wäldern oder anderen Ökosystemen kommt. Erfahren Sie mehr über verantwortungsvolle Beschaffung. 
 
Regenerative Landwirtschaft
In Anlehnung an die Sustainable Agriculture Initiative Platform definiert Nestlé die regenerative Landwirtschaft als einen landwirtschaftlichen Ansatz, der darauf abzielt, natürliche Ressourcen zu erhalten und wiederherzustellen, insbesondere bei Boden, Wasser und Biodiversität. Gleichzeitig trägt dieser Ansatz zur Kohlenstoffbindung im Boden und in der pflanzlichen Biomasse bei und stärkt die Lebensgrundlagen der Landwirt:innen. Typische Massnahmen umfassen unter anderem eine Reduktion der Bodenbearbeitung oder den Einsatz von Agroforstsystemen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Nestlé Agriculture Framework (PDF in englischer Sprache, 19 MB). Erfahren Sie mehr über regenerative Landwirtschaft.  
 
Gesunde Böden 
Bodengesundheit bezeichnet die Fähigkeit eines Bodens, dauerhaft als lebendiges Ökosystem zu funktionieren und Pflanzen, Tiere und Menschen zu unterstützen. Gesunde Böden tragen zu sauberer Luft und sauberem Wasser, ertragreichen Feldern und Wäldern, produktiven Weideflächen, einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt sowie attraktiven Landschaften bei.  

Was ist der Nestlé Dairy Plan?

Der Nestlé Dairy Plan ist eine ganzheitliche Initiative, bei der die Bäuerinnen und Bauern im Mittelpunkt stehen. Sie soll eine widerstandsfähige Milchproduktion und die Beschaffung hochwertiger Milchbestandteile unterstützen. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, regenerative Landwirtschaft weiter auszubauen, die Lebensgrundlagen der Bäuerinnen und Bauern sowie das Tierwohl zu fördern und wichtige Ökosysteme entlang der Milch-Lieferkette von Nestlé zu erhalten und wiederherzustellen.

Der Dairy Plan ist ein zentraler Bestandteil unserer integrierten Klima- und Naturstrategie und unseres Übergangsplans Roots of Net Zero (PDF, 14 MB). Er umfasst fünf sich überschneidende und miteinander verbundene Säulen. 

Unser Ansatz beinhaltet:

  • Qualität
    Wir sind überzeugt, dass Qualität lange beginnt, bevor Milch in unsere Produkte gelangt – nämlich auf dem Bauernhof, bei gesunden Kühen und intakten Landschaften. Wir unterstützen landwirtschaftliche Praktiken und Kontrollen in der Milchproduktion, die dazu beitragen, die hochwertigen Zutaten zu erhalten, die wir für unsere Produkte benötigen.
    Arbeiter in einem Molkereibetrieb
  • Lebensgrundlagen der Bäuerinnen und Bauern
    Wir möchten die Milchproduktion durch finanzielle Instrumente, praktische Unterstützung und langfristige Begleitung attraktiver machen. So helfen wir Bäuerinnen und Bauern dabei, ihre Betriebe nachhaltig und langfristig erfolgreich zu führen.
    Milchfarm
  • Klima
    Im Einklang mit unserer Net Zero Roadmap arbeiten wir an der Reduktion von Treibhausgasemissionen in der Milchwirtschaft im grossen Massstab. Dazu adressieren wir die wichtigsten Emissionsquellen und treiben Lösungen für CO₂‑arme Futtermittel, ein verbessertes Gülle‑ und Mistmanagement sowie Kreislaufwirtschaftsmodelle gezielt voran.
    Kühe grasen
  • Tierwohl
    Durch Schulungen und den Aufbau von Fachwissen unterstützen wir Bäuerinnen und Bauern dabei, die Praktiken in der Milchproduktion zu verbessern. Dabei geht es unter anderem um eine ausgewogene Ernährung, die Gesundheit der Tiere und das Management während Übergangsphasen sowie um eine möglichst stressarme Umgebung für die Kühe.
    Kühe auf dem Weg in den Stall
  • Natur
    Wir unterstützen den Übergang zu regenerativen landwirtschaftlichen Praktiken mit mehreren Zielen: die Bodengesundheit verbessern, die Biodiversität fördern, einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser stärken, die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten erhöhen und die Lebensgrundlagen der Bäuerinnen und Bauern unterstützen.
    Fluss zwischen Wiesen und Feldern
Regenerative Landwirtschaft 
In Anlehnung an die Sustainable Agriculture Initiative Platform definiert Nestlé die regenerative Landwirtschaft als einen landwirtschaftlichen Ansatz, der darauf abzielt, natürliche Ressourcen zu erhalten und wiederherzustellen, insbesondere bei Boden, Wasser und Biodiversität. Gleichzeitig trägt dieser Ansatz zur Kohlenstoffbindung im Boden und in der pflanzlichen Biomasse bei und stärkt die Lebensgrundlagen der Landwirt:innen. Typische Massnahmen umfassen unter anderem eine Reduktion der Bodenbearbeitung oder den Einsatz von Agroforstsystemen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Nestlé Agriculture Framework (PDF in englischer Sprache, 19 MB). Erfahren Sie mehr über regenerative Landwirtschaft.

Unsere Heimat als Vorreiterin

Bereits seit 2017 arbeitet unsere Traditionsmarke Cailler mit IP-Suisse zusammen, nach deren Richtlinien 44 Betriebe aus der Region die gesamte Milch für die älteste existierende Schokoladenmarke der Schweiz produzieren. Im Fokus stehen dabei naturnahe und umweltschonende Praktiken sowie die Förderung der Biodiversität.

Im Jahr 2017 startete das Pilotprojekt Klimafreundliche Milch, in dem sich Nestlé Schweiz zusammen mit 46 Landwirtschaftsbetrieben (2019 um 100 weitere Betriebe erweitert) und der aaremilch AG für eine nachhaltige Schweizer Milchwirtschaft einsetzt. 

Auch basierend auf diesen Erfahrungen entstand 2022 das umfassende Klimaschutz- und Ressourcenprojekt «KlimaStaR Milch», für das sich mit Emmi, aaremilch und den Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) drei Schwergewichte der Schweizer Milchbranche mit uns zusammengetan haben. Gemeinsam mit rund 300 landwirtschaftlichen Betrieben sollen Massnahmen getestet und weiterentwickelt werden, um bis 2027 die CO2-Emissionen pro Kilo Milch um insgesamt 20 % zu reduzieren. Die vier zentralen Ansatzpunkte hierfür sind: Fütterung, Herdenmanagement, Energie und Hofdünger. Darüber hinaus sollen die Forschung und die gemachten Erfahrungen als globales Vorbild für eine nachhaltige und klimaschonende Milchproduktion dienen – und auch in anderen Märkten davon profitiert werden können.

AgroImpact: eine gemeinsame Vision für die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft 

AgroImpact wurde in der Schweiz gemeinsam mit Nestlé und dem WWF gegründet. Der WWF bringt dabei sein Fachwissen ein, um die Auswirkungen auf Biodiversität und Klima zu überprüfen. Unterstützt wird die Initiative zudem durch finanzielle Mittel des Kantons Waadt. Als Mitglied des Verwaltungsrats unterstützt Nestlé diese Vision mit einer finanziellen Beteiligung. Diese kommt den Bäuerinnen und Bauern in Form einer «Klimaprämie» zugute – einer gezielten Vergütung, die von AgroImpact auf Grundlage der überprüften Reduktion von Treibhausgasemissionen berechnet wird.

Erfahren Sie mehr auf der Website von AgroImpact. 

Über den Tellerrand

Bei einem wichtigen Thema wie Klimaschutz ziehen alle Bereiche und Marken von Nestlé an einem Strang. So liefert auch das ECO-Broye-Programm aus der Region um die Henniez Quellen seit 2009 immer wieder hilfreiche Erkenntnisse zu den Themen Bodengesundheit, Biodiversität und erneuerbare Energie.

Strategische Initiativen unseres Dairy Plans

Im Jahr 2025 führten Massnahmen im Bereich der Milchbeschaffung und Tierhaltung zu einer Nettoreduktion unserer Treibhausgasemissionen von rund 17,7 % gegenüber dem Referenzjahr 2018. Seit 2018 konnten wir die Methanemissionen um 20,1 % senken.1

1 Die Emissionsreduktionen werden im Vergleich zu einem Referenzjahr bewertet, das vor dem Start eines Projekts liegt. Diese Projekte leisten einen Beitrag zu den Klima‑KPIs von Nestlé, werden jedoch separat berechnet und sind daher nicht direkt miteinander vergleichbar. Sie werden von Nestlé finanziert oder gemeinsam mit Lieferanten kofinanziert und auf landwirtschaftlichen Betrieben sowie in den Beschaffungsregionen umgesetzt, aus denen Nestlé seine landwirtschaftlichen Rohstoffe bezieht. Die Projekte führen in der Regel zu Veränderungen in landwirtschaftlichen Praktiken und/oder zu Investitionen in Infrastruktur. In einer begrenzten Anzahl von Fällen umfassen sie zudem eine bevorzugte Beschaffung bei Betrieben mit geringem CO₂‑Fussabdruck, wobei Prämien an Produzenten gezahlt werden, um bereits umgesetzte Verbesserungen anzuerkennen. 

Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt «Environmental Disclosures» unseres Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 16 MB). 

Unser Dairy Plan wird vom Nestlé Institute of Agricultural Sciences und externen Partnern unterstützt, um neue, wissenschaftlich fundierte Lösungen zu identifizieren, die dazu beitragen können, die Dekarbonisierung der Milchwirtschaft künftig weiter zu beschleunigen. Dabei bauen wir unsere Expertise insbesondere in den Bereichen Pflanzenwissenschaften, landwirtschaftliche Systeme und Milchviehhaltung kontinuierlich aus. 

Die vielversprechendsten Lösungen werden zunächst auf Versuchsfarmen getestet, bevor sie in grösserem Umfang ausgerollt werden. Das Institut arbeitet dabei eng mit externen Partnern zusammen, darunter Landwirt:innen, Universitäten, Forschungsorganisationen, Start‑ups und Industriepartner. 

Unsere Teams prüfen ausserdem, wie sich diese Lösungen kombiniert mit weiteren Ansätzen einsetzen lassen, etwa im Bereich des Herdenmanagements oder effizienter Betriebsführung. 

Im Rahmen unseres Dairy Plans arbeiten wir eng mit Landwirt:innen zusammen, um praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Lösungen umzusetzen, die zur Reduktion von Emissionen beitragen und gleichzeitig die Resilienz der Betriebe stärken. 

Auf dem Weg zu verantwortungsvoller Beschaffung und Rückverfolgbarkeit 

Unabhängige Prüfer:innen führen Bewertungen der Milchproduzenten in unserer Lieferkette anhand unserer Responsible Sourcing Standards mit dem Fokus auf Tierwohl, Arbeitspraktiken sowie den Umweltauswirkungen durch. 

Im Jahr 2025 wurden 60 % unserer Milchprodukte (Frischmilch und Milchderivate) verantwortungsvoll beschafft. Weitere Informationen finden Sie in unserem Nestlé Dairy Plan Report (PDF, 13 MB). 

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Um branchenweite Transparenz zu fördern, haben wir eine Liste unserer Lieferanten (PDF in englischer Sprache, 100 KB) innerhalb unserer Lieferkette einschliesslich ihrer Herkunftsländer veröffentlicht.  

Digitale Technologien könnten die Milchwirtschaft grundlegend transformieren. Wir haben die Rückverfolgbarkeit unserer Milch von der Farm bis zur Fabrik mithilfe des Tools Global Milk Solution digitalisiert. Dieses umfasst unter anderem GPS‑Tracking sowie Routenoptimierung, um Transparenz und Transporteffizienz zu verbessern. Derzeit testen wir zudem neue digitale Instrumente, um Treibhausgasemissionen pro Betrieb oder pro Liter Milch zu berechnen, Fortschritte messbar zu machen und eine kontinuierliche Verbesserung zu ermöglichen. Darüber hinaus überwachen wir die Umsetzung regenerativer landwirtschaftlicher Praktiken sowie Tierwohlstandards.