Sort by
Sort by

Kakao

Geöffnete Kakaofrucht mit Kakaobohnen im Inneren

Kakao ist eine wichtige Zutat für unsere Süsswaren, insbesondere für Schokolade. Der Anbau ist jedoch mit zahlreichen Herausforderungen verbunden, wie der Abholzung von Wäldern, dem Risiko von Kinderarbeit und einem nicht existenzsichernden Einkommen für die anbauenden Haushalte.

Der Nestlé Cocoa Plan und die Rainforest Alliance-Zertifizierung ermöglichen es uns, diese sozialen und ökologischen Probleme anzugehen und eine verantwortungsvolle Kakaoversorgungskette aufzubauen. Wir haben uns verpflichtet, bis 2025 100% unseres Kakaos über den Nestlé Cocoa Plan zu beziehen.

Unser Weg zur nachhaltigen Kakaoproduktion

50.6 %
152.236
1.038.900

Stand 2021

So soll nachhaltige Beschaffung aussehen

Der Nestlé Cocoa Plan zeigt, wie wir eine verantwortungsvollere Versorgungskette für die Kakaoproduktion aufbauen. Wir arbeiten mit Farmer:innen, Gemeinschaften sowie lokalen und internationalen Organisationen zusammen, um Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Unsere Arbeit besteht aus drei Säulen:

  • Bessere Bewirtschaftung
    Bereitstellung von Schulungen und Ressourcen, um Landwirt:innen zu helfen, ihre Ernten zu steigern, ihr Einkommen zu erhöhen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern.
    Kakaobauern bei der Ernte
  • Besseres Leben
    Bekämpfung der Kinderarbeit, Stärkung der Rolle der Frauen und Verbesserung der Bildung, damit Gemeinschaften sich nachhaltig entwickeln können.
    Afrikanischer Junge in der Schule
  • Besserer Kakao
    Mehr Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette und Bekämpfung von Entwaldung.
    Hand sortiert Kakaobohnen Hand sortiert Kakaobohnen

Im Einklang mit dem Nestlé Cocoa Plan zielt unser Einkommens-Förderprogramm darauf ab, viele der Probleme von Kakaofamilien zu lösen und die Farmer:innen beim Übergang zu einem nachhaltigeren Kakaoanbau zu unterstützen. In unserem Einkommens-Förderprogramm erhalten die Familien Bargeldprämien, wenn sie ihre Kinder einschulen, auf nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und Agroforstwirtschaft setzen und die gerechtere Verteilung von Einkommen fördern.

Mit dem Nestlé Cocoa Plan tragen wir dazu bei, die Kakaoversorgungsketten über Nestlé hinaus zu verändern. Denn wir stellen sicher, dass auch unsere Kakaolieferant:innen unseren Standard für verantwortungsbewusste Beschaffung einhalten. Ausserdem haben wir ein Überwachungs- und Abhilfesystem für Kinderarbeit (Child Labor Monitoring and Remediation System – CLMRS) eingeführt, das inzwischen von vielen Unternehmen als führendes Instrument zur Bekämpfung von Kinderarbeitsrisiken übernommen wurde.

Mit Transparenz gegen Entwaldung

Seit 2020 veröffentlichen wir jährlich einen Bericht über unsere Fortschritte bei der Bekämpfung von Entwaldung (pdf, 10,3 MB).

Der Bericht beschreibt unseren Kampf gegen Abholzung und die Förderung regenerativer Praktiken beim Kakaoanbau in Côte d'Ivoire und Ghana. Ausserdem ist er Teil unseres Engagements innerhalb der Cocoa & Forests Initiative.

Zu den erfolgreichsten Massnahmen gehören das Pflanzen von mehr als einer halben Million Bäume an Kakaofeldern sowie die umfassende Kartierung von Ackerland, die zum Schutz vor Entwaldung durchgeführt wurde.

Im Juni 2021 haben wir unsere Forest Positive-Strategie ins Leben gerufen. Sie besagt, dass wir in unserer Lieferkette nicht nur Abholzung verhindern, sondern aktiv zum Erhalt und der Wiederherstellung von Ökosystemen beitragen.

So verfolgen wir auch komplexe Kakaolieferketten bis zum Ursprung

Unser Kakao wird grösstenteils von Kleinbauern und -bäuerinnen angepflanzt. Darum arbeiten wir mit Kooperativen zusammen, die gemeinsam die Rückverfolgbarkeit und die Aufzeichnung aller Einkäufe von den einzelnen Farmer:innen sicherstellen.

Unsere direkten Lieferant:innen kümmern sich um die Geschäftsbeziehungen mit diesen Kooperativen und um die meisten Nachhaltigkeitsaktivitäten, einschliesslich ggf. der Rainforest Alliance-Zertifizierung.

Einige Aspekte betreut das Nestlé Team auch direkt, darunter die Überwachung von Schattenbaumschulen, Gender-Schulungen für Kooperativen sowie die Entwicklung von Videoschulungen und anderen neuen Ideen, die unsere Lieferant:innen dann in grösserem Umfang umsetzen können. Wir möchten immer langfristige Beziehungen zu den Kooperativen aufbauen und freuen uns daher sehr, dass einige von ihnen schon seit über acht Jahren mit uns zusammenarbeiten.

Beziehungspflege mit Kooperativen vor Ort

Schatten schützt und bietet viele Vorteile

Kakaopflanzen wachsen besser und bringen grössere Ernten hervor, wenn sie im Schatten stehen.

Auf dem Weg zur „Grünen Null“ und mithilfe unseres Einkommens-Förderprogramms ermutigen wir Farmer:innen dazu, mehr schattenspendende Bäume zu pflanzen. So schützen sie ihre Ernten vor Hitze und übermässigen Regenfällen. Unser Ziel ist es, bis Ende 2022 mehr als 2,8 Millionen Schattenspender zu pflanzen.

Diese Bäume werden auch dazu beitragen, das Wassermanagement, die lokale Artenvielfalt, die organische Substanz im Boden und die Kohlenstoffbindung zu verbessern, und gleichzeitig eine zusätzliche Einkommensquelle für die Landwirte darstellen.

Schutz der Menschenrechte und der Lebensgrundlage von Arbeitenden und Kindern

Das Risiko der Kinderarbeit ist ein komplexes und schwieriges Thema, das von vielen Faktoren beeinflusst wird, wie z. B. Armut, Demografie, Bildung, Infrastruktur und lokale Kultur. Gemeinsam mit unseren Partner:innen in der Lieferkette und den lokalen Gemeinschaften in Westafrika möchten wir Kinderarbeit verhindern.

Ein Schlüsselelement unserer Arbeit ist seit 2012 unser System zur Überwachung und Beseitigung von Kinderarbeit (Child Labor Monitoring and Remediation System – CLMRS), das es uns ermöglicht, gefährdete Kinder zu identifizieren und sie und ihre Familien zu unterstützen.

So haben wir dazu beigetragen, dass Kinder nachweislich keine gefährlichen Arbeiten mehr ausführen mussten. Da Armut eine Ursache für Kinderarbeit ist, gehört die Sicherung der Lebensgrundlagen von Kakaoanbaugemeinschaften ebenfalls zu unserer Strategie.

Weitere Einblicke in die Erfolge und Herausforderungen des CLMRS in Côte d'Ivoire finden Sie in unserem Creating Shared Value and Sustainability Report 2021.

Viele Landwirt:innen stehen vor extremen Herausforderungen, um sich und ihren Familien ein existenzsicherndes Einkommen zu erwirtschaften. Dies kann sie dazu bringen, nicht nachhaltige Entscheidungen zu treffen, wie etwa das Fällen von Bäumen, um mehr Land für den Kakaoanbau zu gewinnen.

Aus diesem Grund haben wir unser Einkommens-Förderprogramm ins Leben gerufen. Durch finanzielle Anreize fördern wir Verhaltensänderungen, die den Kakaofamilien ein nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen.

Zu den geförderten Massnahmen gehören die Anwendung guter landwirtschaftlicher Praktiken, die Einführung zusätzlicher Einkommensquellen, der Schulbesuch der Kinder und das Pflanzen von Schattenbäumen.

Viele Menschen, Gemeinden und Dörfer in Kakaoanbaugebieten haben Schwierigkeiten, Geld zu sparen. Wir unterstützen ihre Bemühungen durch einen gemeinschaftlichen Ansatz.

Das System der Village Savings and Loans Association (VSLA) sorgt dafür, dass jeder sehen kann, wie viel Geld in ein sicheres Depot eingezahlt wird und wie viel ausgezahlt wird, wenn jemand Hilfe braucht. Am Ende des Jahres werden die angesammelten Ersparnisse mit Zinsen an die Mitglieder zurückgegeben.

Dies zeigt, dass Gemeinschaften sparen und Einzelpersonen bei Bedarf unterstützen können. So entsteht Vertrauen und die Gemeinschaft wächst zusammen. Ausserdem ermöglicht es den Menschen, für grössere Anschaffungen zu sparen oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Sobald die Gemeinschaften geschult sind, können sie die Fonds selbst verwalten, so dass das ganze Dorf widerstandsfähiger gegen Krisen wird.

Jean Marie Koffi Kouadio begann 2013 auf der Farm seines Vaters zu arbeiten und übernahm sie drei Jahre später nach dessen Tod. Im Jahr 2015 wurde er eingeladen, am Nestlé Elite-Farmer-Programm teilzunehmen.

Die angebotene Schulung ermöglichte es ihm, sein Farmmanagement und seine unternehmerischen Fähigkeiten zu optimieren:

  • Er verbesserte die Planung und Verwaltung von Cashflow, Margen, Krediten, Ersparnissen, Diversifizierung und Haushaltsführung.
  • Er verjüngte die Farm durch Diversifizierung und Erweiterung der angebauten Kakaosorten.
  • Er wurde zum Vorbild und gab seine Denkweise und sein Wissen an andere Landwirt:innen weiter.
  • Er nahm an mehreren internationalen Konferenzen teil, um andere zu inspirieren.

Gemeinsam für einen besseren Kakaoanbau

Wir setzen uns für die Verbesserung der Sozial- und Nachhaltigkeitsstandards in unserer gesamten Kakaolieferkette ein. Aus diesem Grund sind wir seit ihrer Gründung ein engagiertes Mitglied der Cocoa & Forests Initiative.

Ausserdem sind wir im April 2020 der Child Learning and Education Facility Coalition beigetreten. Über diese Organisation unterstützen wir die Entwicklung von Bildungseinrichtungen in ländlichen Gemeinden in Côte d'Ivoire. Die Koalition wurde von der Jacobs Foundation ins Leben gerufen, mit der Nestlé bereits im Programm „Transforming Education in Cocoa Communities“ zusammenarbeitet, um Schulungen für junge Menschen zu entwickeln.

Darüber hinaus kooperieren wir mit Partner:innen aus der Industrie, um eine bessere Politik zu fördern. Zusammen mit verschiedenen Kakao- und Schokoladenhersteller:innen sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen haben wir ein gemeinsames Positionspapier zum politischen und regulatorischen Ansatz der Europäischen Union in Bezug auf Kakao veröffentlicht. Darin fordern wir die Einführung einer verbindlichen Sorgfaltspflicht für Menschenrechte und Umwelt sowie stärkere Partnerschaften mit den Regierungen der Erzeugerländer, um nachhaltigen Kakao zu gewährleisten.

Kakaobauern diskutieren über bewährte Praktiken
CSV