Beschaffung von Kakao
Kakao ist eine wichtige Zutat in unseren Süsswaren und Snackprodukten.
Unser Ziel ist es, den Familien von Kakaobauern sowie ihrem Umfeld dabei zu helfen, die Herausforderungen und Risiken im Kakaoanbau zu bewältigen. Zu diesen Risiken gehören die niedrigen Einkommen der Haushalte von Kakaobauern, damit verbunden die Ausbeutung von Kindern und die Entwaldung.
Unsere Fortschritte
1 Der prozentuale Anteil des über den Nestlé Cocoa Plan bezogenen Kakaos umfasst Mengen an Rainforest Alliance-zertifiziertem Mass-Balance-Kakao. Er umfasst zudem verifizierte Mengen aus dem Nestlé Cocoa Plan sowie von Lieferanten bereitgestellte Daten zu den Anbaubetrieben.
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt «Umweltangaben» unserem 2025 Non-Financial Statement (PDF, 18MB).
Im Jahr 2009 haben wir den Nestlé Cocoa Plan ins Leben gerufen.
Im Januar 2022 haben wir das Nestlé Income Accelerator Program gestartet. Dieser innovative, familienorientierte Ansatz zielt darauf ab, die Lücke zu einem existenzsichernden Einkommen zu schliessen und die Risiken von Kinderarbeit zu verringern.
Unser Ansatz bei der Beschaffung von Kakao
Im Rahmen des Nestlé Cocoa Plan arbeiten wir mit Farmer:innen, Gemeinschaften sowie lokalen und internationalen Organisationen zusammen, um Lösungen für die Herausforderungen in Kakaoanbaugemeinden zu entwickeln und umzusetzen.
Neben der Zusammenarbeit mit den Bauerngemeinschaften müssen unsere Kakao-Lieferanten die Kernanforderungen für verantwortungsbewusste Beschaffung (PDF, 2 MB) erfüllen. Unsere Erfüllungsquote von 96,2 % Ende 2025 spiegelt die Massnahmen wider, die wir zur Stärkung unserer Prozesse ergriffen haben. Dies geschah vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der globalen Kakao-Lieferkette (verursacht durch erhöhte Marktvolatilität), Lieferengpässen und der Notwendigkeit, eine kontinuierliche Kakao-Versorgung für unsere Produkte sicherzustellen. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse entwickeln wir unsere Pläne für die kommenden Jahre kontinuierlich weiter. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt «Umweltangaben» unserer Nichtfinanziellen Erklärung 2025 (PDF, 18 MB).
Verantwortungsvolle Beschaffung
Für Nestlé bedeutet verantwortungsvolle Beschaffung, die Rückverfolgbarkeit unserer Zutaten zu verbessern und zu überwachen, wie sie produziert werden. Dazu gehört, unsere Umwelt- und Menschenrechtsanforderungen anzuwenden, die in unseren Responsible Sourcing Core Requirements (PDF in englischer Sprache, 2 MB) festgehalten sind, und zwar entlang aller Stufen unserer Lieferkette. Beispiele für diese Anforderungen sind, dass die Land- und Ressourcenrechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften respektiert werden und dass es in unserer Lieferkette weder zu Abholzung noch zur Umwandlung von Wäldern oder anderen Ökosystemen kommt. Mehr zu unseren Rohstoffen lesen Sie hier.
Unser Income Accelerator Programm
2022 startete das Nestlé Income Accelerator Program in der Elfenbeinküste, heute wird es auch in Ghana umgesetzt.
Dieser innovative, familienzentrierte Ansatz zielt darauf ab, die Lücke zu einem existenzsichernden Einkommen zu schliessen und das Risiko von Kinderarbeit zu verringern. Das Programm ist so konzipiert, dass es Veränderungen und Verbesserungen fördert, sowohl im Haushalt als auch in der Landwirtschaft. Der Schwerpunkt liegt auf vier Schlüsselbereichen: Produktivität der Kakaobetriebe, Einschulungsquote, Agro-Forstwirtschaft, zusätzliche Einkommensquellen.
Das Income Accelerator Program belohnt Familien im Kakaoanbau für Praktiken, die der Umwelt und der lokalen Gemeinschaft zugutekommen. Die Anreize von bis zu 500 Euro werden über Mobile Money-Konten direkt an die Familien ausbezahlt. Die Überweisungen gewährleisten Sicherheit und Rückverfolgbarkeit. Der familienzentrierte Ansatz des Programms unterstreicht die Bedeutung von Frauen als treibende Kräfte für positiven Wandel.
Heute nehmen mehr als 30’000 Familien in der Elfenbeinküste und Ghana am Income Accelerator Program teil. Das Ziel ist es, mit dem Programm bis zu 160’000 Familien zu erreichen.
Gemäss dem aktuellen Fortschrittsbericht 2026 des KIT Institute, entwickelt sich das Programm positiv: Das Nettoeinkommen aus dem Kakaoanbau stieg im Vergleich zu 2022 um 190 %, die Kakaoproduktion (kg/ha) nahm im selben Zeitraum um 4 % zu.
Die drei Säulen des Nestlé Cocoa Plan
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Bessere Bewirtschaftung Unser Ziel: Die Lebensgrundlagen in den Gemeinden stärken.
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Besseres Leben Unser Ziel: Die sozialen Bedingungen für Familien verbessern.
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Besserer Kakao Mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit des Produkts zu verbessern.
Bessere Landwirtschaft – mit dem Ziel, die Lebensgrundlagen in den Gemeinden zu stärken
Wir bieten Landwirten gezielte Schulungen, die ihnen helfen, ihre Lebensgrundlagen zu stärken und auszubauen. Zu den Inhalten gehören die integrierte Schädlings- und Unkrautbekämpfung, Baumschnitt sowie das Pflanzen von Schattenbäumen, um die Erträge zu steigern und die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.
Die Landwirte werden im Rahmen von Feldschulen und durch individuelles Coaching in den sogenannten Good Agriculture Practices (GAP) ausgebildet. Die Umsetzung der Praktiken wird im Rahmen von Nestlés Förderung regenerativer Anbaumethoden subventioniert. Die GAP-Schulungen helfen den Landwirten, die Krankheiten in ihren Kulturen zu reduzieren und einzudämmen, die Bohnenqualität zu verbessern, Plantagen zu verjüngen und ihre Flächen nachhaltiger zu bewirtschaften.
Um zusätzlich zur Diversifizierung der Einkünfte beizutragen, stellen wir Schulungen und Materialien bereit, damit die Bauernfamilien Pflanzen wie Maniok anbauen oder verarbeiten, Nutztiere wie Hühner züchten oder Bienen zur Honigproduktion halten.
Teams von Nestlé kümmern sich direkt um einige Aspekte, etwa die Betreuung von Baumschulen für Schattenbäume, Gender-Schulungen für Genossenschaften oder die Entwicklung von Schulungsvideos. Wir fördern Schnittgruppen, um die Produktivität zu steigern und erproben neue Ideen, die unsere Lieferanten in grösserem Massstab umsetzen können. So bauen wir langfristige Beziehungen zu den Genossenschaften auf; einige arbeiten bereits seit mehr als acht Jahren mit uns zusammen.
Regenerative Landwirtschaft
In Übereinstimmung mit der Sustainable Agriculture Initiative Platform definiert Nestlé regenerative Landwirtschaft als einen landwirtschaftlichen Ansatz, der darauf abzielt, natürliche Ressourcen zu erhalten und wiederherzustellen. In erster Linie geht es dabei um den Boden, das Wasser und die Biodiversität. Gleichzeitig soll Kohlenstoff im Boden und in der pflanzlichen Biomasse gebunden und die Lebensgrundlagen der Landwirt:innen gestärkt werden. Beispiele für Praktiken der regenerativen Landwirtschaft sind reduzierte Bodenbearbeitung und Agroforstwirtschaft. Weitere Informationen finden sich in unserem Nestlé Agriculture Framework (PDF in englischer Sprache, 19 MB). Hier erfahren Sie mehr über das Thema regenerative Landwirtschaft.
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Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten, vor allem mit der Umstellung des Kakaoanbaus und der Beschneidung der Pflanzen. Die Stärkung der Geschlechter ist der Schlüssel zu dem Programm, und es ist grossartig zu sehen, welchen Einfluss Frauen in vielen Haushalten bei Entscheidungen haben.
Für ein besseres Leben: Die sozialen Bedingungen für Familien verbessern
Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir gezielt Frauen in Kakaoanbaugemeinden. Durch dörfliche Spar- und Kreditvereinigungen stärken wir ihre Selbstbestimmung und verbessern ihren Zugang zu finanziellen Mitteln. Ausserdem gehen wir die Risiken im Zusammenhang mit Kinderarbeit an: Hierzu haben wir 2012 das Child Labor Monitoring Remediation System (CLMRS) in Zusammenarbeit mit der International Cocoa Initiative (ICI) ins Leben gerufen. Dieses gilt heute als Branchenstandard.
Besserer Kakao für mehr Nachhaltigkeit des Produkts
Nestlé strebt eine transparentere und rückverfolgbare Lieferkette an. Dazu bauen wir unsere Massnahmen zur Zertifizierung und Verifizierung stetig aus: Wir setzen verschiedene Systeme zur Rückverfolgbarkeit ein, darunter Massenbilanz, getrennte Lagerung oder Identitätserhaltung bei Mischungen. Erfahren Sie hier mehr über die verschiedenen Stufen der Rückverfolgbarkeit.
Verbesserung der Rückverfolgbarkeit in einer komplexen Lieferkette
Für bestimmte Herkunftsländer von Kakao verfolgen wir einen im Rahmen des Nestlé Cocoa Plan durch unabhängie Dritte verifizierten Ansatz. Dieser gilt für Brasilien, Ecuador und Venezuela sowie für den lokalen Verbrauch.
Wir verbessern unsere Systeme zur Rückverfolgbarkeit stetig weiter. Dies ermöglicht es uns, unser Verständnis für Risiken in der Kakaoproduktion – wie beispielsweise Kinderarbeit oder Entwaldung – zu vertiefen und kontinuierlich daran zu arbeiten, diese wirksam anzugehen.
Unsere Kakao-Lieferanten (PDF, 200 KB) verwalten die Geschäftsbeziehungen zu den Genossenschaften. Damit einher geht der Grossteil der Nachhaltigkeitsmassnahmen, einschliesslich der Zertifizierung nach den Kriterien der Rainforest Alliance, sofern diese relevant sind.
Erfahren Sie mehr über die Rainforest Alliance-Zertifizierung unseres Kakaos und die verschiedenen Stufen der Rückverfolgbarkeit.
Nestlé Cocoa Plan – jährlicher Fortschrittsbericht
Kakaoanbau zwischen Bäumen
Im Rahmen der Nestlé Net Zero Roadmap und des Income Accelerator Program unterstützen wir Bauern in der Elfenbeinküste, die einheimische Wald- und Obstbäume pflanzen: Fraké, Irvingia, Akpi, Framiré, Bété und Pfeffer helfen, die Ernten vor Hitzestress und Schäden durch starke Niederschläge zu schützen. Zudem tragen sie zur Verbesserung des Wassermanagements, der lokalen Artenvielfalt, des Gehalts an organischer Substanz im Boden und der Kohlenstoffbindung bei. Ausserdem erlauben sie den Bauern, zusätzliche Einkommensquellen zu erschliesen.
Im Rahmen des Nestlé Cocoa Plan haben wir weltweit 2,07 Millionen Wald- und Obstbäume an Landwirte verteilt. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt «Umweltangaben» unserer Nichtfinanziellen Erklärung 2025 (PDF, 18 MB).
Netto Null
Nestlé hat sich verpflichtet, bis spätestens 2050 Netto Null bei den Treibhausgasemissionen zu erreichen. 2020 haben wir hierzu die Nestlé Net Zero Roadmap (PDF, 16 MB), veröffentlicht: Diese untermauert die Klimastrategie unseres Konzerns und dient uns als Übergangsplan, der auf den von der Science-Based Targets Initiative (SBTi) validierten 1,5 °C-Pfad abgestimmt ist. Verbleibende Emissionen werden wir durch hochwertige natürliche Klimalösungen ausgleichen. Erfahren Sie hier mehr über Netto Null.
Mit Transparenz gegen Entwaldung
Seit 2020 berichten wir jährlich darüber, wie wir die Entwaldung bekämpfen und regenerative Praktiken bei Kakaobauern in Côte d'Ivoire und Ghana fördern.
Unser CFI Fortschrittsbericht (PDF in englischer Sprache, 12 MB) zeigt unsere Verpflichtung gegenüber der Cocoa & Forests Initiative (CFI). Die CFI ist ein Zusammenschluss von 35 führenden Kakao- und Schokoladenunternehmen, die 85 % des weltweiten Kakaoverbrauchs repräsentieren und von den Regierungen von Côte d'Ivoire und Ghana angeführt werden. Das Ziel: Abholzung beenden und Waldgebiete wiederherstellen.
Wir wissen, dass wir durch kollektives Handeln und Co-Investitionen in wichtigen Landschaften sowie durch Investitionen in die Lieferkette den Prozess beschleunigen und ausbauen müssen.
Wachsende Wälder und engagierte Gemeinden
Das Cavally-Waldschutzgebiet ist eines der bedeutendsten geschützten Ökosysteme der Elfenbeinküste. Der knapp 70’000 Hektar grosse Regenwald ist die Heimat von Elefanten und besticht durch eine reiche Artenvielfalt. Das Gebiet ist durch illegalen Bergbau, Holzschlag und Kakaoanbau bedroht. Dank staatlich geleiteter Patrouillen, Partnerschaften mit lokalen Gemeinschaften und Satellitenüberwachung erholt sich heute der Wald wieder. Einerseits auf natürliche Weise, andererseits durch aktive Massnahmen.
Seit 2018 hat die Waldbedeckung im Reservat um 10% zugenommen, über 7000 Hektar haben sich bis 2024 auf natürliche Weise regeneriert. Die dadurch verbesserte Vernetzung fördert die Lebensräume der Wildtiere und kommt insbesondere den rund 250 Waldelefanten zugute. Um die Regeneration zu unterstützen und zu beschleunigen, haben wir im Cavally-Waldreservat 972 Hektar Wald angelegt und mehr als 26’000 einheimische Bäume gepflanzt.
Da nun eine funktionierende Verwaltungsstruktur vorhanden ist, gehen einige der grössten Fortschritte von den lokalen Gemeinschaften aus. 2024 nahmen beispielsweise über 2300 Landwirte an Schulungen zu guten landwirtschaftlichen Praktiken teil. Diese wurden häufig von Genossenschaften in Kleingruppensitzungen organisiert, um den Wissensaustausch und die lokale Widerstandsfähigkeit zu fördern.
Es motiviert mich zu sehen, dass die Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern von den Vorteilen überzeugt sind: Mehr als 90 % möchten den Rückschnitt weiterführen, und einige haben bereits ihre übrigen Parzellen zurückgeschnitten.

