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Regenerative Landwirtschaft

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Berechnungen zeigen deutlich, dass fast zwei Drittel der Treibhausgasemissionen nicht etwa aus Werken oder Büros stammen, sondern aus der Beschaffung von Lebensmittelzutaten.

Für die Bekämpfung dieser Emissionen müssen wir also auf den Wiesen und Feldern, beim Anbau unserer Rohstoffe, beginnen. Eine der bedeutendsten Massnahmen: die Förderung einer regenerativen Landwirtschaft. Denn ihr wohnt ein unglaublich grosses Potenzial inne, den Klimawandel zu bekämpfen und gleichzeitig Gemeinden zu unterstützen sowie natürliche Ressourcen zu schützen, zu erhalten und wiederherzustellen.

Auf dem Weg zu mehr regenerativer Landwirtschaft

Title
Anteil unserer wichtigsten Rohstoffe, die von Farmer:innen stammen, die im Jahr 2025* regenerative landwirtschaftliche Verfahren eingesetzt haben

Subtitle
Prozentsatz
50 %

*Der Umfang dieses KPI umfasst die folgenden Zutatenkategorien: Milchprodukte (z. B. Frischmilch und Milchderivate), Kaffee, Getreide und Körner, Soja, Gemüse, Kakao, Palmöl, Zucker, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch, Geflügel und Eier.

Weitere Informationen erhalten Sie im «Environmental Disclosures»-Abschnitt unseres Non-Financial Statements 2025 (PDF in englischer Sprache, 18 MB).

Regenerative Landwirtschaft – was bedeutet das eigentlich?

Regenerative Landwirtschaft ist ein ganzheitlicher Ansatz für die Landwirtschaft, der die drei wichtigsten landwirtschaftlichen Ressourcen – Biodiversität, Wasser und Boden – aktiv unterstützt und im Rahmen eines gerechten Wandels den Gemeinden zugutekommen kann.

Das Nestlé Modell setzt regenerative Landwirtschaft mit fünf Schwerpunkten um: Biodiversität, sauberes und sicheres Wasser, gesunde Böden, vielfältige Anbausysteme und Integration von Nutztieren sowie kollektive und landschaftliche Massnahmen.

Grundpfeiler der regenerativen Landwirtschaft

Wir wollen die Vielfalt der Pflanzen und Tiere über und unter der Erde schützen und fördern. Das können wir erreichen, indem wir verschiedene Pflanzen anbauen, Zwischenfrüchte säen oder die Felder zwischen den Ernten begrünen. Wenn es viele verschiedene kleine Lebewesen, Pilze und Tiere gibt – wie Würmer, Insekten und Vögel – dann werden die Nährstoffe im Boden besser verteilt, die Pflanzen werden bestäubt und der Boden wird fruchtbarer und kann mehr Ertrag bringen.

Ökosysteme, die in einem solchen natürlichen Gleichgewicht existieren, können auch die Widerstandsfähigkeit der Landwirte gegenüber dem Klimawandel erhöhen. In den Betrieben und Landschaften, aus denen wir beziehen, unterstützt Nestlé die Landwirte durch die Bereitstellung von Schatten- und Obstbäumen, die Schutz für die Nutzpflanzen bieten.

Um die Lebensmittel anzubauen, die wir und unsere Haustiere essen, benötigen wir Ackerland und gesunde Böden.

Gesündere Böden haben eine grössere Fähigkeit, Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen und zu speichern, da sie einen höheren Gehalt an organischer Substanz aufweisen als degradierte Böden. Darüber hinaus kann Boden mit einem höheren Gehalt an organischer Substanz Wasser effektiver speichern. Durch die Speicherung von Wasser kann der Boden einen Puffer gegen die Auswirkungen von heissem Wetter oder Dürre bilden und so zur Widerstandsfähigkeit des Betriebs beitragen.

Wir helfen dabei, landwirtschaftliche Praktiken zu skalieren, die den Schutz der Bodengesundheit fördern und den organischen Gehalt des Bodens erhöhen, indem wir über unser Farmer Connect-Programm Initiativen für regenerative Landwirtschaft starten, das eng mit mehr als 500.000 Landwirten und 150.000 Lieferanten sowie lokalen Gemeinschaften zusammenarbeitet. Zu den Initiativen gehören Fruchtwechsel, Mulchen, organische Düngemittel und minimale Bodenbearbeitung.

Sauberes Wasser und der sparsame Umgang mit Wasser sind wichtig für eine gesunde Natur. Wir wissen, dass wir unseren Teil dazu beitragen müssen, das Wasser zu schützen: bei Nestlé Waters, unserem Geschäft mit Mineralwasser; bei allen Bauern und Bäuerinnen, mit denen wir zusammenarbeiten, und in unseren Fabriken; und in den Gemeinden, wo Nestlé etwas bewirkt.

Wenn wir die Felder cleverer bewässern – zum Beispiel mit Sprinklern, Tropfbewässerung oder unterirdischen Rohren – verdunstet weniger Wasser als bei der normalen Bewässerung. Digitale Technik hilft den Landwirten auch zu erkennen, wann ihre Felder Wasser brauchen, damit nicht zu viel Wasser verbraucht wird.

Wir wollen auch weniger Chemie in der Landwirtschaft und mehr organische Düngemittel und natürliche Schädlingsbekämpfung nutzen, damit weniger schädliche Stoffe ins Wasser gelangen.

Unser Ziel ist es, die Viehhaltung in landwirtschaftliche Systeme zu integrieren und die Weidehaltung zu optimieren, sofern dies praktikabel und angemessen ist.
Wir setzen auf Silvopastoralismus – der Integration von Bäumen in Weideflächen – sowie die kombinierte Bewirtschaftung von Vieh und Feldfrüchten. Dadurch erhoffen wir uns Schutz vor Sonne und Wind, natürliche Düngung, ein besseres Wasser- und Dungmanagement, neue Lebensräume für Insekten und Vögel sowie zusätzliche Einnahmen für die Landwirte und Landwirtinnen.
 

Regenerative Landwirtschaft hilft nicht nur einzelnen Höfen, sondern ganzen Landschaften. Landwirte schützen gefährdete Naturressourcen, indem sie regional Wälder aufforsten, gemeinsame Wasserquellen schützen und grüne Verbindungswege anlegen, damit verschiedene Tier- und Pflanzenarten sich besser ausbreiten können. Das bringt Vorteile für alle Menschen in der Region: Sie leben besser, wirtschaften erfolgreicher und stossen weniger Schadstoffe aus.

Regenerative Landwirtschaft bei Nestlé

Wir wissen, dass regenerative Landwirtschaft (pdf, 1MB) eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Bodengesundheit, der Wiederherstellung des Wasserkreislaufs und der Erhöhung der Artenvielfalt spielt. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für nachhaltige Nahrungsmittelsysteme und tragen dazu bei, unsere ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Aus diesem Grund investiert Nestlé bis 2025 CHF 1,2 Milliarden, um die regenerative Landwirtschaft in unserer gesamten Versorgungskette zu fördern.

Im Jahr 2022 haben wir das „Nestlé Regenerative Agriculture Framework“ entwickelt, das sich an agrarökologischen Prinzipien und Praktiken orientiert. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Modell, das gesunde, organisch reiche Böden als einen Knotenpunkt zum Schutz und zur Wiederherstellung von Land betrachtet.

Unsere Strategie beginnt mit Pilotstudien in landwirtschaftlichen Betrieben, um neue Technologien und naturbasierte Lösungen zu erproben. Wenn sich diese ersten Projekte als erfolgreich erweisen, expandieren wir zu Referenz betrieben von „Agripreneuren“ oder unternehmerisch denkenden Landwirten in verschiedenen Ländern und Regionen, da sich die Anforderungen an Böden und Klima unterscheiden. Von den Referenzbetrieben aus wollen wir den Ansatz auf die grössere Gemeinschaft der Agripreneure ausweiten und ihnen helfen, ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und zu verbessern. Wir planen, diesen Ansatz über unser Programm Farmer Connect in grossem Massstab einzuführen.

Ausserdem fördern wir die Abstimmung der Branche auf gemeinsame Rahmenbedingungen und Messgrössen für die regenerative Landwirtschaft.

Ein gerechter Übergang

Regenerative Lebensmittelsysteme stellen die Menschen in den Mittelpunkt und unterstützen Lösungen, die für ihre Regionen und Kulturen geeignet sind. Ziel ist es, belastbare und faire Lebensgrundlagen und menschenwürdige Arbeit zu schaffen, die es Menschen auf der ganzen Welt ermöglichen, sich und ihre Familien zu ernähren.

Der Übergang zu einer regenerativen Landwirtschaft ist ein langfristiger Prozess. Deshalb unterstützen wir die Landwirt:innen weiterhin durch Investitionen, die Honorierung guter Praktiken und durch technische und wissenschaftliche Beratung. Zusammen mit der Achtung und Förderung der Menschenrechte wird dies zu einem gerechten Übergang zu regenerativen Lebensmittelsystemen beitragen.  

Wir arbeiten hart daran, Landwirt:innen beim Übergang zu einem regenerativen Lebensmittelsystem zu unterstützen, indem wir:

  • Menschenrechte schützen und fördern
  • Modernste Wissenschaft und technische Hilfebereitstellen
  • Investitionshilfen anbieten
  • Prämien für Produkte aus regenerativer Landwirtschaft zahlen

Unser Einkommensförderungsprogramm für Kakaofarmer:innen und unser Pilotprojekt zur finanziellen Unterstützung von Kaffeebauern in Mexiko, Côte d'Ivoire und Indonesien sind gute Beispiele dafür.

Farmer in a agriculture filed

Ein harmonisierter Ansatz

2023 schloss sich Nestlé mit Branchenführern, Bauernverbänden und Gemeinschaften zusammen, um einen neuen harmonisierten und ergebnisorientierten Ansatz für eine regenerative Landwirtschaft zu entwickeln.

Die von der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) Platform ins Leben gerufene Initiative „Regenerating Together“ umfasst einen ganzheitlichen Ansatz für die Landwirtschaft, der sich an agrarökologischen Prinzipien orientiert. Er unterstützt die drei wichtigsten landwirtschaftlichen Ressourcen – Boden, Wasser und biologische Vielfalt – und zielt darauf ab, bäuerliche Gemeinschaften zu unterstützen.

AgroImpact: das umfassendste und zukunftsweisendste Klimaschutzprojekt in der schweizerischen Landwirtschaft.

Als Mitinitiantin und Vorstandsmitglied von AgroImpact setzt sich Nestlé Schweiz zusammen mit verschiedenen Partnern, wie den Landwirtschaftskammern, dem WWF und der EPFL für einen agrarökologischen Wandel in der Schweiz ein.

Nestlé hat einen wichtigen Beitrag zum Start des Projekts geleistet, indem sie die Teilnahme für die Landwirtschaftsbetriebe entlang ihrer Wertschöpfungskette ermöglicht. Das Unternehmen zahlt den jeweiligen Landwirt:innen eine Klimaprämie, deren Höhe sich nach der erreichten CO2-Reduktion und der Art der gelieferten Produkte bemisst. Mittelfristig möchten wir in der Schweiz Schritt für Schritt alle landwirtschaftlichen Lieferant:innen von Nestlé in das Projekt integrieren und werden ihnen jährlich 2.3 Millionen Franken als Kompensation für ihre Anstrengungen zur CO2-Reduktion zahlen.

Das Projekt trifft auf fruchtbaren Boden, denn unser Ansatz sich schnell herumgespricht: Schon mehrere Hundert landwirtschaftliche Betriebe haben sich angeschlossen, und immer mehr Unternehmen und Organisationen wollen mitmachen.

Für weitere Informationen : CO2-Fussabdruck mit Unterstützung von Nestlé | Nestlé

AgroImpact