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Professor Tetanye Ekoe kennt die Folgen von Eisenmangel nur zu gut. Täglich ist der Professor emeritus in Pädiatrie aus Westafrika mit dieser Art von Blutarmut konfrontiert, die vor allem Frauen und Kinder betrifft.

«Eisenmangel bei Schwangeren kann verheerende Folgen für Mutter und Kind haben», sagt er. «Verlangsamte Entwicklung des Gehirns in Babys und Depressionen bei den Müttern sind nur zwei der Konsequenzen, die mit Eisenmangel verbunden sind.»

Professor Ekoes Arbeit in Kamerun hat gezeigt, dass die Schäden über Generationen weitergegeben werden.

«Unbehandelter Eisenmangel bei Schwangeren wird an deren Kinder übertragen. Wenn die Säuglinge nicht behandelt werden, setzt sich das Problem durch die Kindheit und Jugendjahre fort. «

Das Problem hat schockierende Ausmasse angenommen: Eine Milliarde Menschen leiden unter durch Eisendefizit verursachter Anämie. Sie ist die am weitesten verbreitete ernährungsbedingte Krankheit. Sie trägt dazu bei, dass jährlich 50 000 Frauen im Kindbett sterben (pdf, 45KB). Und sie beeinträchtigt die körperliche und geistige Entwicklung von Millionen von Kindern.

 

Aber bei alledem gibt es auch Lichtblicke. Es ist ganz ohne Zweifel ein riesiges Problem. Aber Professor Ekoes Arbeit beweist, dass einige der wirkungsvollsten Lösungen bei seiner Bekämpfung gar nicht schwierig sind.

Ein wichtiges Element

Der menschliche Körper braucht Eisen, um Hämoglobin herzustellen, das den Sauerstoff in unserem Blut transportiert. Ein Eisenmangel verlangsamt die Gehirnfunktion und die körperlichen Bewegungsabläufe und kann auch das Immunsystem schwächen. Schlimmstenfalls kommt es zu Schäden der Organe und sogar zum Tod.

Infografik: Wie wichtig Eisen für den Sauerstofftransport im Blut ist

Dieser Zustand kann verheerende zusätzliche Effekte nach sich ziehen, etwa verminderte schulische Leistungen und reduzierte Arbeitsfähigkeit. Dadurch vermindert sich das Entwicklungspotenzial von Familien, ländlichen Gemeinschaften und ganzen Regionen.

Doch das wirklich Schockierende an dem Problem ist der Umstand, dass es noch immer präsent ist. Denn wir kennen die Ursachen dieser Anämie, und wir wissen auch, wie wir sie verhindern und heilen können.

Die Lösung des Problems

Programme zur Ergänzung von Grundnahrungsmitteln haben sich als sehr erfolgreich bei der Reduzierung von Nährstoffmangel erwiesen. Bratöle werden beispielsweise mit Vitamin A angereichert; Brot kann durch Zucker und Folsäure ergänzt werden.

Dies veranlasste Nestlé, nach einem Weg zu suchen, um die Bevölkerung in Entwicklungsländern mit zusätzlichen Nährstoffen zu versehen. Die Idee, die daraus entstand war ganz einfach.

Kleine Würfel, aber sehr effektiv

Der Maggi Bouillonwürfel verkauft sich in Zentral- und Westafrika in riesigen Mengen. Mehr als 80 Millionen davon werden jeden Tag in Nigeria allein verkauft, einem Land, in dem Eisenmangel ein weit verbreitetes Problem ist.

Im Jahr 2009, so Petra Klassen-Wigger, wissenschaftliche Beraterin bei Nestlé Nutrition, Health und Wellness, erkannte Nestlé eine Chance. «Maggi Bouillonwürfel und -Tabletten waren in der ganzen Region sehr beliebt, was sie zu einem idealen Mittel für die Anreicherung mit Eisen machten», sagt sie.

Aber es ist nicht immer ganz leicht, eine einfache Idee auch umzusetzen. Die Wissenschaftler mussten einen Weg finden, den Würfeln Eisen beizumischen, ohne ihren Geschmack oder die Farbe zu verändern. Es musste vom Körper leicht aufzunehmen sein und das Ganze durfte das Produkt nicht verteuern. Die Nestlé Forscher experimentierten zwei Jahre lang mit unterschiedlichen Formen von Eisen, bis sie das Richtige fanden.

«Durch kleine Veränderungen an den anderen Zutaten konnten wir den Würfeln schlussendlich Eisen hinzufügen, ohne sie teurer zu machen», erläutert Frau Klassen-Wigger.

Eisenverstärkte Maggi Bouillonwürfel werden seit 2012 in ganz Zentral- und Westafrika verkauft. Sie sehen gleich aus. Sie schmecken gleich. Aber Millionen Menschen haben seither mehr Eisen in ihrer Ernährung, ohne dass sie deshalb ihre Essgewohnheiten umstellen mussten.

Eine Handvoll Maggi Brühwürfel.

Bekämpfung von Krankheiten

Selbstverständlich ist die Anreicherung von Lebensmitteln nicht die einzige Lösung, um den Eisenmangel wettzumachen.

Wichtig ist auch die Bekämpfung von Krankheiten, die ebenfalls Blutarmut verursachen. Dies sind in vielen Regionen Malaria, HIV/AIDS und andere Infektionen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat es sich zum Ziel gesetzt, auch andere Mangelerscheinungen, etwa von B12, Fol und Vitamin A auszumerzen, um das Problem von dieser Seite anzugehen.

Produktivitätssteigerung

Zusammen mit Iod, Vitamin A und Zink, ist Eisen einer der vier wichtigen Mikronährstoffe. Diese sind entscheidend für Wachstum und Entwicklung - und doch bekommen zwei Milliarden Menschen auf der ganzen Welt sie nicht in ausreichenden Mengen.

Idealerweise hätten alle Menschen Zugang zu den Nährstoffen, die sie für ihre Gesundheit brauchen. Also ausreichende Mengen Vitamine und Mineralstoffe. Doch in vielen Ländern, vor allem in den ärmsten, ist dies noch immer nicht der Fall.

Nestlés Verpflichtung zum Kampf gegen Anämie

Kleine Änderungen an der Nahrungsmittelproduktion können eine grosse Wirkung haben. Bei Eisenmangel kann eine Behandlung die Gesundheit wiederherstellen und die Produktivität der Gemeinschaften um bis zu 20% erhöhen..

Das bedeutet, die Kinder zeigen bessere Schulleistungen, die Familien sind gesünder und die Gemeinschaften können ihr Potenzial besser ausschöpfen.

Das sind hohe Erwartungen an einen bescheidenen Bouillonwürfel. Und tatsächlich: In Afrika hilft der «Zauberwürfel» grosse Dinge zu bewegen!