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Die Heimat des Nestlé-Kaffees: der Standort Orbe feiert sein 125‑jähriges Jubiläum

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Die Geschichte begann vor 125 Jahren mit Milchschokolade, hier wurde Nescafé, Nespresso und Special T. zum ersten Mal produziert, heute dreht sich das Kaffeeuniversum Nestlés um Orbe: Mehr Kaffee-Kompetenz gibt es nirgendwo auf der Welt. 

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Als wichtigste Arbeitgeberin der Region ist die Nestlé-Fabrik weit mehr als ein Produktionsstandort oder ein einfacher Arbeitsplatz: Sie ist ein wesentlicher Bestandteil von Orbe. Zu denjenigen, die diese lange Geschichte verkörpern, gehört Patrick Jaton, der seit über 25 Jahren im Unternehmen tätig ist. Sein erstes Mitarbeiterfoto aus dem Jahr 1999 ist noch heute auf seinem Badge zu sehen. Dank seiner Erfahrung ist er stolz darauf, sein Wissen als sogenannter Champion an die jüngeren Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben.

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Natürlich haben alle mindestens eine dieser ikonischen roten Nescafé-Tassen im Küchenschrank. Wie zentral Stolz und Identifikation sind, zeigt sich am Unterarm von Patrick Jatons Schwester Christine Bezençon-Jaton: Eine kleine tätowierte Kaffeebohne, sie sei eben ein «Bébé Nestlé» kommentiert sie, denn schon ihr Vater arbeitete hier in der Fabrik. Christine Bezençon-Jaton begann im Labor, heute verantwortet sie die zahlreichen täglichen Degustationen bei Nescafé zur Qualitätssicherung. Sie sei wahnsinnig stolz darauf, für Nescafé zu arbeiten, sagt Bezençon-Jaton, «für eine Marke, die auf der ganzen Welt bekannt ist und die aus meinem Ort kommt.» Heimkommen, fügt sie an, bedeute, den Geruch nach Kaffee in den Strassen Orbes zu riechen. 

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Doris Jaton muss lachen, wenn sie das hört. «Mir geht es genau gleich», sagt die Tante von Patrick Jaton und Christine Bezençon-Jaton. Sie arbeitet seit 41 Jahren in der Personalabteilung von Nestlé in Orbe, sie ist in der Gemeinde aufgewachsen, ihr Vater und Ehemann waren ebenfalls bei Nestlé angestellt. «Zeitweise haben hier fünf, sechs Jatons aus meiner Familie gleichzeitig gearbeitet.» Der Geruch von Schokolade ist für sie Kindheitserinnerung, später kam jener von Kaffee hinzu, der rauchende Kamin, gab den Orbern Hinweise darauf, wie das Wetter in den kommenden Tagen  sein wird. «Orbe, sagt Doris Jaton, und sie meint diesmal die Fabrik, «ist selbst wie eine kleine Familie.» Starke Identifikation, starker Zusammenhalt, grosser Stolz, «das war schon so, als mein Vater hier arbeitete und wir haben es geschafft dies zu bewahren.». 

Orbe ist Synonym für Kaffee-Innovation 

Die Geschichte des Standorts Orbe beginnt vor 125 Jahren. 1901 siedelte Daniel Peter seine Schokoladenfabrik von Vevey nach Orbe um. Peter war mit Fanny Louise Cailler verheiratet, sein Nachbar in Vevey war ein gewisser Henri Nestlé. Bald produzierte Daniel Peter Schokolade für Nestlé, später übernahm Nestlé dann die Fabrik und es kamen weitere Produkte dazu: Milchverarbeitung und Kaffee.

Heute gilt Orbe als Mittelpunkt des Kaffeeuniversums von Nestlé. Hier, wo 1938 der Nescafé produziert wurde, wird die Innovation rund um den Kaffee weitergetrieben. Aus Orbe stammen Erfindungen wie Nespresso, Special T und später Nescafé Dolce Gusto, hier werden Kaffeemaschinen bis zur Serienreife entwickelt, hier werden neue Produkte und Geschmacksrichtungen erforscht, hier arbeitet man an der Zukunft des nachhaltigen und klimaresistenten Kaffeeanbaus. In dieser Tradition der Innovation reiht sich auch das neue Training Center ein, das im Februar 2026 eröffnet wird: In einer modernen Umgebung werden Mitarbeiter:innen mit Fokus auf Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit geschult und weitergebildet. 

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Auch Pannen bringen Fortschritte 

Die Verbundenheit mit Nestlé, diesen Geist von Orbe, tragen manche Mitarbeiter:innen über ihr Berufsleben hinaus in sich. «Nestlé hat immer gut zu uns Mitarbeitern geschaut», sagt Pierre-Olivier Briod, der 41 Jahre in Orbe gearbeitet hat und seit mehr als zehn Jahren pensioniert ist. Auch Briod ist ein «Bébé Nestlé», sein Vater arbeitet in der Fabrik in Orbe, klar hatte er in den Schulferien sein erstes Geld bei Nestlé verdient und später als Mechaniker dort gearbeitet. Noch heute trifft er sich alle zwei Wochen mit ehemaligen Arbeitskameraden zum Kaffee.

Einer dieser Kameraden ist Jean-François Schumacher, der 1971 als Instrumentalist angefangen hat: Seine Abteilung war zuständig für Unterhalt und Wartung der Messinstrumente. Sie hätten in einer interessanten Zeit bei Nestlé gearbeitet, findet Schumacher: Der technologische Fortschritt hat ihn sein ganzes Berufsleben lang begleitet – und genau das habe ihn fasziniert. «Die Frage, wie man etwa Aromen über technische Prozesse verfeinern und intensivieren kann, die hat uns immer angetrieben.»

Zu diesem Lernprozess gehörten Pannen. Hatten sie Pikettdienst rückten Briod und Schumacher manchmal mitten in der Nacht aus. «Eine Fabrik läuft einfach», sagt Schumacher. Bis sie es nicht mehr tut und «dann wird es interessant». Es galt, möglichst rasch den Fehler zu finden und zu beheben. Und im Anschluss daran die richtigen Schlüsse zu ziehen, Verbesserungen vorzunehmen und die Anlage so Schritt für Schritt, Panne für Panne, besser und zuverlässiger zu machen.

Solche Einsätze hätten aus Kollegen eine verschworene Gemeinschaft werden lassen, «une bande de bons copains», sagt Schumacher. Das seien sie geblieben, fügt Briod an, allesamt «stolz und dankbar», für einen Weltkonzern wie Nestlé und in einer so wichtigen Fabrik wie Orbe gearbeitet zu haben. 

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Geschichte und wichtige Daten

Daniel Peter ist mit Fanny Louise Cailler verheiratet, 
sein Nachbar in Vevey ist Henri Nestlé 

1875

Bringt Daniel Peter die Milchschokolade Gala Peter auf den Markt, die in Vevey produziert wird 

1901

Die Fabrik in Vevey wird zu klein, die Produktion wird ab 1901 in Orbe fortgeführt

1904

Fusioniert Peter mit dem Chocolatier Kohler, das Unternehmen produziert auch Schokolade für Nestlé 

1911

Fusion Peter Cailler Kohler chocolats suisses S.A.

1929

übernimmt Nestlé die Produktion in Orbe 

1934

Neben Schokolade werden auch Milchprodukte in Orbe verarbeitet 

1938

Kommt Nescafé auf den Markt

1961

Beginnt Nestlé in Orbe mit der Produktion von Nesquik

1969

Ist Nescafé mit der Apollo-11-Mission als erster Kaffee auf dem Mond 

1986

Wird die Nespresso SA in Vevey gegründet, und das in Orbe entwickelte System mit den Kapseln wird auf den Markt gebracht

2005

Wird das Nestlé Professional Beverage Centre gegründet

2006

Wird das in Orbe entwickelte System Nescafé Dolce Gusto vorgestellt

2010

Special.T, das erste Kapsel-Teesystem, das eine präzise und automatische Infusion ermöglicht wird lanciert

2011

Wird das Nestlé System Technology Centre gegründet

2026

Wird das Nestlé Deep Tech Centre gegründet

2026

Wird das neue Training Center for Excellence in Coffee Manufacturing eingeweiht

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