Nestlé investierte in den vergangenen Jahren 150 Millionen Franken in den Ausbau und die Modernisierung der Fabrik in Konolfingen. Mit dem neu eröffneten Labor macht das Unternehmen einen weiteren Schritt zur Stärkung des Kompetenzzentrums für milchbasierte Spezialnahrung. Dank des Labors kann eine von Nestlés weltweit grössten Fabriken effizienter produzieren, die Qualität ihrer hochsensiblen Produkte sichern und den Standort im Emmental stärken.
Hört man Daniel Bühlmann dabei zu, wie er über die Nestlé-Fabrik in Konolfingen erzählt, dann gelangt man zum Schluss: Die Fabrikumgebung im Emmental gleicht einem Schweizer Postkartenmotiv. « Der Blick aus dem alten Produktionsgebäude geht auf ein wunderschönes Alpenpanorama, fast schon kitschig », sagt der Leiter der Qualitätsabteilung bei Nestlé in Konolfingen. Die idyllische Landschaft auf der einen Seite, Schweizer Qualität und Präzision auf der anderen Seite: Hier werden hochspezialisierte Nahrungsmittel produziert, die den höchsten Anforderungen genügen müssen. Jedes Jahr werden hier rund 100’000 Tonnen frische Milch zu Säuglings- und klinischer Gesundheitsnahrung verarbeitet. Was den Standort zudem in den Fokus rückt: Fast die gesamte Produktion (98 Prozent) ist für den Export in rund 70 Länder bestimmt, Teile davon in Märkte, die spezielle Qualitäts- und Dokumentationsstandards voraussetzen, wie etwa China.

Neues Labor macht Konolfingen effizienter
Nestlé hat in den letzten zehn Jahren rund 150 Millionen Franken in die Fabrik in Konolfingen investiert, den Standort ausgebaut und modernisiert. Hier arbeiten rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sieben Tage die Woche rund um die Uhr. Weitere 350 im Bereich R&D. Was bisher fehlte: Ein modernes Labor, das eine grosse Bandbreite an mikrobiologischen Untersuchungen direkt vor Ort durchführen kann. Um diese Lücke zu füllen, wurde das bestehende Labor komplett erneuert. Dazu hat der Konzern 17,5 Millionen in den Bau und die Einrichtungen investiert und sechs neue Arbeitsplätze im Labor geschaffen. Mit diesem Puzzleteil sind nun in Konolfingen Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Qualitätskontrolle auf dem neuesten Stand. « Dank des neuen Labors sind wir nun in allen Bereichen State of the Art », sagt Daniel Bühlmann. Das sei einerseits wichtig, um die Qualität der Produktion zu gewährleisten, andererseits unterstreiche es die Ambition, in Konolfingen ein Kompetenzzentrum für pulverbasierte Babynahrung und medizinische Spezialnahrung zu betreiben. Dazu sei die Nähe von Produktion, Labor sowie der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von grossem Wert, sagt Bühlmann. Diese Nähe streicht auch Göpf Lanz als grossen Vorteil hervor: « Wir gewinnen Zeit – wenn es in der Produktion rund läuft, vor allem aber auch, wenn wir auf Probleme stossen. » Lanz, als Head of Operations für sieben Produktionsstandorte in der Schweiz verantwortlich, sagt: « Unsere Produkte werden in verschiedenen Etappen analysiert. Wir analysieren Rohstoffe, Halbfabrikate und selbstverständlich auch die fertigen Produkte.» Bei einer Charge, die nach China exportiert wird, braucht es alleine während der Produktion zwanzig Freigabe-Parameter. Über die gesamte Wertschöpfungskette innerhalb des Werks sind es mehr als 100 Parameter, die überprüft und dokumentiert werden müssen. Das sind deutlich mehr, als es etwa die EU verlangt. So werden heute in Konolfingen pro Tag rund 900 Proben analysiert, das neue Labor hat eine Kapazität von bis zu 1200 Proben täglich.
Weniger Stillstand,
höhere Effizienz

Bisher wurde ein Grossteil der Analysen für die mikrobiologische Prüfung verpackt und nach Orbe in der Waadt verschickt, wo Nestlé ein weiteres Labor betreibt – innerhalb der Schweiz zwar, dennoch ging dabei wertvolle Zeit verloren. Der Bezug zwischen Produktion, Labor und allenfalls Entwicklungsabteilung sei vor allem dann wertvoll, wenn es Abweichungen gebe, erklärt Lanz: « Wenn wir eine Produktionslinie statt zwei Tagen vielleicht nur ein paar Stunden unterbrechen müssen, dann bedeutet das einen signifikanten Zeitgewinn. » In einer Fabrik, die jedes Jahr 45’000 Tonnen Kindernahrungsmittel herstellt, verursacht jede Stunde Produktionsstopp auch hohe Kosten.
Durchhaltewillen für ein Herzensprojekt
Daniel Bühlmann hat die Transformation eines mehr als hundert Jahre alten Fabrikgebäudes in ein topmodernes Labor in den letzten viereinhalb Jahren begleitet. Er nennt den Umbau ein «Herzensprojekt»: «Wir haben unzählige Varianten geprüft, die Konzepte immer weiter verfeinert und auf unsere Bedürfnisse angepasst.» Dass heute alles in Betrieb sei und reibungslos funktioniere, die Freude der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu spüren, bedeute eine grosse Befriedigung.
Wo heute Proben analysiert werden, wurde früher Stalden Crème produziert, ein Schweizer Dessertklassiker. Dieser Gebäudeteil der Fabrik Konolfingen ist ein Zeitzeuge der Schweizer Industriegeschichte. In dieses alte Gebäude ein Labor zu integrieren, das den heutigen Ansprüchen genüge, habe seinem Team in der Planung «einiges an Kopfzerbrechen bereitet», sagt Bühlmann. Die Räume entlang der Fassade verjüngen sich, die Raumhöhen sind für die technischen Anforderungen nur knapp ausreichend, manche Elemente mussten statisch verstärkt werden, um die zusätzlichen Lasten der Laboreinrichtung tragen zu können. Hinzu kommt, dass ein Labor per se eine hohe Komplexität mit sich bringt. Es muss verschiedene interne und externe Vorgaben erfüllen, ist technisch sehr anspruchsvoll. Daniel Bühlmann sagt, die Mühen hätten sich gelohnt: «Die Fabrik in Konolfingen ist auf dem neuesten Stand und ich spüre, dass die Leute grosse Freude an ihren neuen Arbeitsplätzen haben.»
Um haltbare Milch für seine Hotels im Ausland herzustellen, gründete der legendäre Hotelier Cäsar Ritz 1892 die «Berneralpen Milchgesellschaft» in Stalden, dem heutigen Konolfingen, wo Milch pasteurisiert wurde. Später wurde Kondensmilch als Hauptprodukt in Konolfingen produziert und in Dosen in die ganze Welt exportiert. 1971 übernahm Nestlé die Fabrik, 1974 entstand ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, das heutige Nestlé Research Konolfingen.
Kennzahlen
- Weltweit werden jeden Tag 1’000’000 Kinder mit Produkten aus Konolfingen ernährt.
- 100’000 Tonnen Frischmilch werden jedes Jahr in Konolfingen verarbeitet.
- Nestlé in Konolfingen beschäftigt 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 550 davon arbeiten in der Produktion. Damit ist Konolfingen einer der grössten Nestlé-Produktionsstandorte weltweit und Nestlé einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region.
- Konolfingen ist einer von 9 Nestlé Produktionsstandorten in der Schweiz.
- Rund 150 Millionen Franken hat Nestlé in den vergangenen rund 10 Jahren in den Standort Konolfingen investiert
- 17,5 Millionen Franken betrug die Investition in das neue Labor
- 35 Arbeitsplätze stehen im neuen Labor zur Verfügung, sechs mehr als zuvor.
- Das neue Labor kann täglich maximal 1200 Proben verarbeiten; heute sind es rund 900 pro Tag.
Es ist ein State of the Art-Labor, das unseren Anspruch unterstreicht, in Bezug auf Qualität, Effizient und Arbeitssicherheit Weltklasse zu sein.
In Konolfingen vereinen wir verschiedene Kompetenzen auf höchstem Niveau. Das macht den Standort auch für Mitarbeitende attraktiv und bietet ihnen entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten.